Es waren sehr viele interessierte Besucher gekommen, als der Bayreuther Landrat Hermann Hübner (CSU) die Spielzeugausstellung im Tüchersfelder Fränkische-Schweiz-Museum eröffnete. Das Besondere an dieser Sonderausstellung, die noch bis zum 18. Juni zu sehen ist und den Titel "Spiel&zeug - Damals und Heute" trägt, ist, dass sie in über zweijähriger Arbeit von 15 Schülern der Museums AG des Gymnasiums Fränkische Schweiz aus Ebermannstadt unter der Federführung von Projektleiter Michael Schneier organisiert wurde.
Wie Hübner betonte, ist es die erste Sonderausstellung in der über 30-jährigen Geschichte des Regionalmuseums, die Schüler auf die Beine gestellt haben. Für Hübner ist das ein "Mammutprojekt".


Die Einzige ihrer Art

Die Sonderschau zeigt die Geschichte und Entwicklung des Spielzeugs im Lauf von knapp 140 Jahren. So wurden Dachbodenfunde von Privatpersonen und Schätze aus anderen Museen wie dem Puppenmuseum Coburg, dem Stadtmuseum Zirndorf und dem Spielzeugmuseum Nürnberg zusammengetragen und ausgeliehen.

"Es war sehr viel Arbeit, die ganzen Exponate herzubringen und aufzubauen", sagt Leon Hümmer aus Morschreuth. Er besucht die achte Jahrgangsstufe. "Es hat aber auch sehr viel Spaß gemacht", pflichtet ihm Noah Gebhardt aus Moggast bei, der in die Klasse 6a geht. Die Museums AG, die übrigens die einzige ihrer Art an einer Schule in ganz Oberfranken ist, besteht aus Schülern der Klassen sechs bis zehn.

Eigentlich sollte die Spielzeugausstellung schon um Weihnachten vergangenen Jahres gezeigt werden. Da die Ideen aber nur so sprudelten und der Umfang des Konzepts rasch wuchs, fiel schon Anfang 2016 im Museum die Entscheidung, diese Ausstellung in eine große Frühjahrsschau zu verwandeln. Die Schüler konnten dabei viele Einblicke in die Museumsarbeit gewinnen und ihren Horizont beträchtlich erweitern. Sie diskutierten mit externen Partnern und waren mit dem Projektmanagement beschäftigt, mit der Koordinierung von Arbeitsgruppen, Spezialsoftware, Prozessabläufen und vielem mehr.

Das Design der Objekttexte, die Texte selbst, die Vitrinengestaltung und auch die Architektur der Ausstellung: All das stammt aus Schülerhand; ebenso wie die Multimediainhalte, die die Schüler mit ihren Smartphones selbst gedreht und geschnitten haben. Dabei half auch das mit 4000 Euro dotierte Projekt "Mobil im Museum", welches das Fränkische-Schweiz-Museum für die Museums AG im vergangenen Jahr an Land gezogen hat.

Im Frühjahr 2016 coachten drei Spezialistinnen die Schüler in Spezialthemen. Von diesem Coachingtag profitierten nicht nur die Schüler, sondern auch Michael Schneier und Museumspädagoge Jens Kraus. Besonders beeindruckt zeigte sich Hübner, dass die Schüler die Ausstellung während der Faschingsferien aufgebaut hatten. Sie investierten dafür über 245 Arbeitsstunden.

Hübner dankte den Stadtwerken Ebermannstadt und dem Förderkreis des Museums, die die Ausstellung "tatkräftig und als Sponsoren unterstützt" haben.