Mit einem Festakt in der barocken Klosterkirche St. Bonifatius in Weißenohe ist die Gründung der "Chorakademie des Fränkischen Sängerbundes im Benediktinerkloster Weißenohe gemeinnützige GmbH" besiegelt worden.

Die Gründungsurkunde unterschrieben unter den Augen der Erlanger Notarin Constanze Huber als künftige Gesellschaftern unter anderem Peter Jacobi, Präsident des Fränkischen Sängerbundes (FSB), der Forchheimer CSU-Landtagsabgeordnete Eduard Nöth sowie Weißenohes Bürgermeister Rudolf Braun (WG).

Symbolträchtiger Schritt

FSB-Präsident Jacobi strich anschließend die Bedeutung dieses Schritts für den Fränkischen Sängerbund hervor. Dieser Tag könne in einem Atemzug mit der Eröffnung des Sängermuseums in Nürnberg und in der Nachfolge in Feuchtwangen oder auch der Errichtung des Sänger-Ehrenmals in Melkendorf genannt werden.

Jacobi nannte ihn einen weiteren Höhepunkt in jenem Jahr, in dem sich die Gründung des Fränkischen Sängerbundes zum 150. Mal jährt. Der Sängerbund habe einen wichtigen Schritt hin zur Realisierung einer Chorakademie in dem ehemaligen Klosterkomplex gemacht. Die Akademie soll den rund 1800 angeschlossenen Chören mit ihren etwa 45.000 Sängern und Sängerinnen einen Platz für die Aus- und Fortbildung bieten.

Der Forchheimer Vizelandrat Georg Lang (CSU), der Bundestagsabgeordnete sowie Thomas Hacker, Vorsitzender der FDP-Fraktion im bayerischen Landtag, versicherten dem Projekt ebenfalls ihre volle Unterstützung.

Nöth glaubt an den Erfolg

Der Landtagsabgeordnete Nöth, der gleichzeitig Vorsitzender des Fördervereins ist sowie Gesellschafter der Chorakademie, sieht in der Gründung der gGmbH eine Anerkennung und Würdigung der vierjährigen Vorbereitungszeit. Sie, die Gründung, sei zudem ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur angestrebten Verwirklichung der Akademie. Die neue Gesellschaft ebnet in den Worten Nöths auch den Weg zu den Fördertöpfen der Bayerischen Staatsregierung, der Oberfrankenstiftung und anderer Zuschussgeber.

Die Gründung gilt unter den Gesellschaftern aber auch als Grundvoraussetzung für das notwendige Wohlwollen der Regierung von Oberfranken und des Freistaats. "Mit einer Chorakademie des Fränkischen Sängerbundes betreten wir interessantes Neuland. Dabei wird niemandem etwas weggenommen", versicherte Nöth.

Die Akademie des Sängerbunds will den Sängern eine "breitere Angebotspalette von Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen" anbieten". Das Angebot schließe niemanden aus, sondern wende sich an "alle Musiktreibende".

Schluss mit "Dornröschenschlaf"

Gleichzeitig appellierte Nöth aber auch an die Repräsentanten des Musikrates und der Laienmusikverbände, dieses Vorhaben nicht zu torpedieren, sondern es vielmehr nach allen Kräften zu unterstützen.

Diese Chorakademie biete schließlich eine zusätzliche Chance für die Laienmusikarbeit in Bayern. Wenn die Chorakademie in das Weißenohe Kloster einziehe, bedeute dies auch, dass dessen "Dornröschenschlaf" endgültig beendet ist.