Der Pretzfelder Marktgemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung mit 10:3 Stimmen beschlossen, einer Empfehlung der Fachbehörden zu folgen und für die Modleinsgasse in Pretzfeld eine Verkehrsbeschränkung in Form einer sogenannten unechten Einbahnregelung zu erlassen.

In letzter Zeit hatten sich die Beschwerden der Anwohner gehäuft. Sie monierten vor allem, dass in Stoßzeiten weit über 200 Fahrzeuge die nicht einmal 100 Meter lange Modleinsgasse als Abkürzung von der Hauptstraße zur Egloffsteiner Straße benutzen. Grundsätzlich gilt in der Gasse Tempo 30. Zudem ist die Zufahrt nur Fahrzeugen unter 3,5 Tonnen erlaubt.
Die Anwohner plagt das Gefühl, dass der bisweilen dichte Verkehr Fußgänger und dabei vor allem Schulkinder gefährdet. Insbesondere dann, wenn im Begegnungsverkehr die Fahrzeuge auf den sowieso nur einseitigen Gehweg ausweichen und dann noch der Gehweg zugeparkt ist.
Aber auch die sich abzeichnenden Straßenschäden in der schmalen Gemeindestraße ist den Anliegern ein Dorn im Auge.

Die fürchten in diesem Zusammenhang, dass sie selbst für die Schäden finanziell geradestehen müssten. Das alles hatten die Anlieger unlängst auch in einem Protestschreiben mit Unterschriften an das Pretzfelder Rathaus hinterlegt.

Nach dem jetzt gefassten Beschluss ist künftig das Befahren der Modleinsgasse von der Hauptstraße her verboten. Von der Egloffsteiner Straße aus befahren darf sich dagegen auch weiterhin befahren werden.

Kunden dürfen fahren

Lediglich Anlieger und auch Kunden der Sparkasse, die von der Egloffsteiner Straße aus einfahren, dürfen nach dem Wenden wieder in die Egloffsteiner Straße auszufahren - allerdings nur nach rechts in Richtung Wannbach.
Nicht alle Mitglieder des Pretzfelder Marktrats hatten allerdings Verständnis für die Maßnahme.

So vertrat beispielsweise Gerhard Mühlhäußer (CSU/BB) die Meinung, dass diese angedachte Lösung nicht tragbar sei. Die Leute dort müssten schließlich noch zurechtkommen. "Für mich ist es allemal besser, der Verkehr kann sich auf offenen Straßen selbst regeln." Auch sein Fraktionskollege Matthias Reznik wollte nicht einsehen, dass wegen einiger Stoßzeiten gleich die ganze Straße gesperrt werden soll.

Gemeinderätin Maria Hack (Frauen aktiv) wiederum sieht darin die Gefahr, dass sich der Verkehr auf die Nachbarstraßen wie die Judengasse, die Wehrstraße oder auch die Schmiedsgasse verlagern könnte. "Wenn schon eine Maßnahme, dann eine richtige Einbahnstraßenregelung", sagte Hack.