Sechs Wochen lang, bis zum 6. März, werden die vier Köpfe zu sehen sein. Ulrich Schürr (CSU/JB), Manfred Hümmer (FW), Uwe Kirschstein (SPD) und der unabhängige Kandidat Klaus Backer (FOF) - alle setzen sie im Oberbürgermeister-Wahlkampf auf Porträt-Plakate. Obwohl diese Form der Werbung in den zurückliegenden Wahlkämpfen auch Diskussionen auslöste. Daher gibt es in Forchheim einen Stadtratsbeschluss, der die Plakatierung auf die Innenstadt und die Ausfallstraßen beschränkt.
Klaus Backer warf vergangene Woche die Frage auf, warum denn nicht auch ein Wahlkampf ohne Plakate möglich sein sollte - "ich wäre dabei". Für das Stadtbild wäre es ein Gewinn; zudem sei eine ausufernde Plakatierung an den Straßenrändern wegen der Verkehrssicherheit fragwürdig, sagt Backer. Sein Vorschlag für die nächste Wahl: Die Stadt wählt etwa zehn Standorte aus, an denen die Kandidaten zu gleichen Teilen mit Porträts für sich werben.


Große Flächen für alle

"Eine charmante Idee", meint auch SPD-Kandidat Uwe Kirschstein. In seiner Heimat, in Simmern im Hunsrück, werde das seit 30 Jahren so praktiziert. "Es wäre schön, wenn das in Forchheim gelänge: Die Stadt sucht Standorte mit großen Werbeflächen aus und stellt die Ständer für die Plakatwände zur Verfügung."
Manfred Hümmer hält es nicht nur für "legitim", sondern auch für "sinnvoll", die herkömmliche Plakatwerbung zu betreiben. "Gerade die unbekannteren Kandidaten müssten doch daran interessiert sein, dass ihr Gesicht auf diesem Wege bekannt wird." Zudem, betont der OB-Kandidat der Freien Wähler, sei diese "Visualisierung in der Öffentlichkeit ein Anreiz, zur Wahl zu gehen". Bei beinahe 50 Prozent Nichtwählern seien die Porträts im öffentlichen Leben "ein wichtiger Hinweis auf die OB-Wahl".
Plakate ja, aber "nicht in übertriebener Form", sagt Ulrich Schürr. "Ich halte die Plakatierung für richtig, aber das Stadtbild muss gewahrt bleiben." Die "reduzierte" Forchheimer Lösung hält der OB-Kandidat der CSU/JB für "zeitgemäß". So sei es sinnvoll, in den Ausfallstraßen Plakate aufzuhängen, aber die angrenzenden Wohngebiete von der Plakatierung zu verschonen. "Gerade weil der Wahlkampf kurz ist und weil sich die Kandidaten, die bisher noch nicht angetreten sind, präsentieren wollen, bieten die Porträt-Plakate im öffentlichen Raum eine gute Möglichkeit, die Wahlbeteiligung zu steigern", meint Ulrich Schürr.


Zahl der Plakate geheim

Über die Zahl der Plakate, die sie aufhängen werden, geben Backer, Kirschstein, Hümmer und Schürr keine Auskunft. Was die Finanzierung anbelangt, sind die Herangehensweisen sehr unterschiedlich: Manfred Hümmer betont, dass er den "überwiegenden Teil" der Wahlkampfkosten selbst zahle. Bei Uwe Kirschstein ist es umgekehrt: "Mein Anteil ist überschaubar." Hauptsächlich werde er von der Partei unterstützt. Und Klaus Backer, der keine Partei hinter sich hat, muss ohnehin alles selbst finanzieren. Als sich Backer im Dezember erstmals der Öffentlichkeit vorstellte, sprach er auch über Wahlkampfkosten. Ausgaben von 20 000 Euro seien üblich, er werde etwa ein Zehntel davon aufbringen können.
Wie Backer gestern betonte, sei die Zahl "20 000 Euro" keine Schätzung von ihm: Er habe sie von erfahrenen Wahlkämpfern aus den Reihen der CSU und der Freien Wähler erfahren.