Alles passte, selbst das Wetter. "Die Organisatoren des Open-Mind-Festivals waren außerordentlich erfolgreich. "Der Marktplatz war voll, auch die Kassen", freut sich Bürgermeister Hans-Jürgen Nekolla (SPD), als er das Organisationsteams des Open-Mind-Festivals vor der Stadtratssitzung im Sitzungssaal des historischen Rathauses begrüßte.

Dabei stand das neunte Festival, das als Gegenreaktion auf die dauernden Naziaufmärsche erfolgte, aufgrund der finanziellen Misserfolge der Vorjahre sogar auf der Kippe. Das Bürgerforum war dieses Mal nicht in der Lage, das Festival, das mit viel Arbeit verbunden ist, vorzufinanzieren.

Viele Spender wurden akquiriert und dann gelang es den Organisatoren, 750 zahlende Gäste auf den Marktplatz zu locken.
Das merkte man in der Kasse und "hat die Arbeit belohnt", freut sich Organisator Stephan Trykowski, der diese Freude weitergeben und den Gewinn in Höhe von 4000 Euro an den Mann bringen wollte. Wie beim Lotto sei es, nun die Gewinne zu verteilen.
200 Euro überreichte Trykowski für das Indianerlager Stone Hill. "Es ist eine schöne Einrichtung. Die kleinen Kindern sind bei den Indianern in der Natur", erklärt er den Zuschauern im Rathaus. "Komm!", die Gräfenberger Flüchtlingshilfe, bekam einen Scheck über 250 Euro. Über 300 Euro durfte sich das Mühlenkraft-Projekt freuen. Das sei ein integrativer Verein im Regnitztal, der eine Mühle kaufte und dort für die Inklusion behinderter und gesunder Menschen steht. Auf dem Fest im Mai hatte Trykowski deren Band "Schmetterlinge" gehört und war schlichtweg so begeistert, dass er sie für einen Auftritt beim Open-Mind-Festival gebucht hat. "Sie haben dafür nichts bekommen, deshalb bekommt das Geld der Verein", erklärt der Festivalsorganisator.

Den Hauptgewinn aber hat die Jugendarbeit Gräfenberg gezogen. 2500 Euro stehen auf dem Scheck, den der Jugendpfleger Christian Schönfelder entgegennehmen durfte - zur freien Verfügung, wie Trykowski betonte. "Christian Schönfelder war mit viel Ideen dabei und unterstützte uns mit Herzblut", betont Trykowski. Schönfelder, der es außergewöhnlich fand, so viel Geld zur Verfügung zu haben, erklärte frei heraus, dass es bereits verplant sei. "Mit der Fachschaft Geschichte aus der Realschule Gräfenberg haben wir einige gute Ideen. Das Geld bleibt im Open-Mind-Sinne in Gräfenberg", verspricht Schönfelder und fügt als Beispiel an, dass die Jugendlichen eine Fahrt zum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg wünschen. Für insgesamt vier Aktionen wird es verwendet werden.

Ohne auf eine Spende abzuzielen, wünschte das Gräfenberger Stadtoberhaupt den Organisatoren, dass auch das zehnte Festival mit Schwung organisiert werde.