Die ersten sechs Asylsuchenden trafen in Obertrubach ein. Bürgermeister Markus Grüner und zahlreiche ehrenamtliche Helfer taten alles, um eine Atmosphäre des Willkommens zu schaffen.

Nach einer umfangreichen Informationsveranstaltung für die Bürger trafen sich einen Tag vor der Ankunft der neuen Gäste zwölf ehrenamtliche Einwohner, um sich auf die Ankunft der Asylbewerber vorzubereiten, die schrittweise eine Zahl um die 60 erreichen könnten. Elke Stein und ihr Mann Thomas Laitsch erklärten sich dabei spontan bereit, die Organisation der ehrenamtlichen Helfer zu übernehmen. Schließlich, so Stein, hat nicht jeder immer Zeit und besitzt auch unterschiedliche Fähigkeiten, die genutzt werden sollen.

Peter Schmitt aus Egloffstein, sowie Hannjörg Zimmermann Bürgermeister aus Gößweinstein konnten bei dem vorabendlichen Treffen aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit im Rathaus wertvolle Tipps geben.

Die Ankunft der ersten sechs Gäste verzögerte sich. Der Weg vom Lager in Zirndorf mit einem Bayernticket und öffentlichen Verkehrsmitteln ins entfernte Obertrubach war eben doch nicht so einfach, bedeutete für die Fremden eine echte Herausforderung. Elke Stein und Markus Grüner warteten geduldig Stunde um Stunde. Um 15 Uhr kamen die ersten, eine Stunde später waren alle angekommen. Dann trafen sich alle auf der Terrasse vor der Herberge zu einem ersten Beschnuppern.

Verständigung auf mehreren Sprachen

Murat Atalay, eingesetzt vom Vermieter der Unterkunft, übernahm die praktische Einweisung im Haus. Er spricht eine Mischung aus Türkisch und Arabisch. Damit kommt er offenbar bestens klar mit den Gästen. Unter ihnen ist ein junges Ehepaar aus der umkämpften Ostukraine sowie die zwei Brüder Nabil und Hazim Ibrahim Mohamad, beide aus Bagdad. Ihr Weg führte über die Türkei und Griechenland nach Deutschland. Dafür benötigten sie rund ein halbes Jahr. Nabil spricht passables Englisch, das baute schnell menschliche Brücken. Hazim hat seine beiden Kinder, Ahmad 9, und Tochter Razan 6, mitgebracht. Die Frau konnte sich noch nicht mental von Bagdad lösen und will in einem Jahr nachkommen.

Ein kleiner Hund, der zufällig bei der Begrüßung dabei war, zeigte, wie schnell Kinder loslassen können. Die einjährige Hündin Sina war sofort ihre Freundin. Ahmad und Razan werden den Sprung in die neue Umgebung schnell bewältigen, wenn das Umfeld es zulässt und entsprechende Brücken gebaut werden.

Markus Grüner und Elke Stein bemühten sich intensiv um die Gäste. "Sie sind alle so freundlich hier, das gefällt uns", war denn auch deren Tenor. Sie waren sichtlich überrascht. "Lassen wir ihnen einen Tag Zeit, dann sortieren wir nach Interessen und Bedürfnissen", sagt Stein.

Die neu Angekommenen können auch gute Botschafter für die Nachfolgenden sein, hofft Markus Grüner. Im Ort freilich schaut noch mancher etwas misstrauisch hinter dem Vorhang hervor. Die Begegnung kann es richten.