"Mit einem Lächeln gewinnt man mehr Freunde als mit einem langen Gesicht". Diesen Ausspruch des weltberühmten Clowns Oleg Popov zitierte Sitzungspräsident Stephan Dresel bei der Begrüßung zur Punksitzung der "Faschingsgesellschaft Narrenkübel Schwarz Weiß Gößweinstein". Ihr Gastspiel im Bildungshaus der Arbeitnehmerwohlfahrt in Obertrubach ist längst Tradition. Wir haben wirklich alles dabei, versprach Dresel, der gekonnt durch das Programm führte, abwechselnd ergänzt von Einlagen des Ehrenpräsidenten Franz Macht. Und er versprach nicht zu viel. Er begrüßte viele Ehrengäste, unter ihnen MdL Michael Hofmann (CSU) und Bürgermeister Markus Grüner (CSU), die im Laufe des Abends auch ihr Fett abbekommen sollten. Dresel und Macht freuten sich über die große Resonanz in Obertrubach, wo der Saal mit "mindestens 199 Besucher, wenn nicht mehr" ausverkauft war.


Buntes Programm

Nicht weniger als 27 unterhaltsame Auftritte standen auf dem Programm, nachdem das Prinzenpaar Prinzessin Jasmin I. und Markus II. mit der Gesellschaft feierlich eingezogen war. Die Prinzengarde, die Wackelzähne, die Wichtel oder auch die Junioren, das Weiber- und das Männerballett boten viel für das Auge. Nicht zu vergessen die beiden Tanzmariechen Anette Dresel und Anna-Lena Berner.

Andi Schmidt verriet auf der Bütt so einiges. So ist das Hirn der Gemeinderäte 50.000 Euro wert, das des Bürgermeisters 15.000 und das des Landrates 1000, da am wenigstens benutzt.

Das lange Thema Geschwindigkeitskontrolle Herzogwind bemühte der Landrat auf der Bühne mit Bürgermeister Markus Grüner (Stephan Dresel). Ein Blitzen am Ortseingang (Radar), würde der Bürgermeister als Fotografieren verstehen, ist also ungeeignet. Ein Kreisel verleitet zu stundenlang herumfahren. Letztlich sollte wurde über eine Querrinne nachgedacht, die ist auch für den Gasthausbesuch gut geeignet. Aber zahlen wollten alle nicht.


Humorvoll über Politik sprechen

Es gibt einen Wasserrohrbruch. Erster Gedanke des Bürgermeisters, die Presse zu verständigen mit der Chance, in der Zeitung abgebildet zu werden. "Ich kann mich ja nicht um alles kümmern", ist sein Leitspruch. Im Traum fällt er über verschiedene Stufen immer tiefer in der Hölle, begegnet dort seinen diversen Baustellen, rutscht immer tiefer. Er begegnet dem Postbernd und seinen Nacktbadern am Fischweiher, dem Erich Fiedler, der mit dem Gewehr auf ihn zielt, weil er als einziger in der Gemeinde kein schnelles Internet bekommt. Schließlich begegnet er Teufel Joe Roland Wölfel (Holger Kade), der bekennt "Medienkanzler, Kamera und Micro, das ist meine Mission".

"Ich stimme im Gemeinderat bei 50:50 ja sogar gegen meine eigenen Vorschläge", versucht der Bürgermeister sich zu rechtfertigen. Die Hölle misst dort 80 Grad Hitze, 80 Prozent Luftfeuchtigkeit und hat 80 Prozent CSU-Mitglieder. Schließlich wacht er schweißgebadet und erlöst auf.

Es gehört beim Auftritt dazu, dass eine besondere Persönlichkeit am Ort ausgezeichnet wird. Die Wahl fiel 2017 auf Hans Bauer für sein Engagement bei der Illumination des Ortes bei der Ewigen Anbetung. Prinzessin Jasmin I. verlieh ihm daher den Orden "Burgwolf".

Viele tolle Sketche unterhielten das Publikum fünf Stunden lang. Franz Mach verwies auf die vielen Beiträge, die "selfmade" sind. Er dankte allen Unterstützern. Dresel meisterte die Moderation in gewohnt souveräner Weise.