Zehn Jahre ist her, dass sich Bernhard Roppelt dazu entschieden hat, seinen Wald bei Schnaid mit reinem Kieferbestand durch Naturverjüngung fit für die Zukunft zu machen. Roppelt ist Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung (WBV) Kreuzberg. Es war schon damals klar, dass der Klimawandel entscheidende Veränderungen in der Waldbewirtschaftung mit sich bringt. Die sichtbaren Erfolge seiner Maßnahmen - aus unscheinbaren Pflänzchen wurde nach gerade einmal zehn Jahren ein fast undurchdringlicher Dschungel - präsentierte er nun den Teilnehmern des "Workshops Wald", den die WBV jedes Jahr für Waldbesitzer anbietet. Heuer fand das Treffen bereits zum siebten Mal statt. "Bei unserem sehr praxisorientierten Kurs lernen die Teilnehmer an zehn Abendveranstaltungen Wälder anderer Teilnehmer kennen. Vor Ort werden dann eine Vielzahl an aktuellen Waldthemen aufgegriffen und Lösungsmöglichkeiten für einzelne Situationen eruiert", erklärt WBV-Geschäftsführer und Förster Matthias Koch. Dabei arbeitet die WBV eng mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Bamberg zusammen. Der Revierleiter vom AELF, Matthias Jessen, begleitet die Informationsveranstaltungen und steht den Waldbesitzern neben den Fachmännern der WBV mit Rat und Tat zur Seite. "Das Besondere an unserem Workshop ist, dass wir uns viel Zeit für die Waldbesitzer nehmen und Themen und Fragen immer wieder vertiefen und wiederholen. Die Kurse finden immer abends und immer im Wald statt, weil wir der Meinung sind, dass so das Verständnis für den Wald und die Waldbewirtschaftung am besten verstanden wird. Das Thema Klimawandel, die letzten Trockenjahre, die großen Schwierigkeiten, die auf unsere Wälder zukommen, sind immer Thema", erklärt Jessen. Im Wald von Bernhard Roppelt, den er bereits seiner Tochter Susanne übergeben hat, war das Kernthema "Zehn Jahre danach - Entwicklungen im Kiefernbestand nach Durchforstung und Zäunung". Speziell ging es dabei um die Naturverjüngung auf der Fläche von Workshop-Teilnehmerin Susanne Roppelt, eine von immer mehr Frauen, welche die WBV-Kurse besuchen. In ihrem Wald hatte ihr Vater nach Beratung durch den staatlichen Revierleiter Matthias Jessen 2010 mit dem Waldumbau begonnen.

Aufbau eines Mischwaldes

Schon vor zehn Jahren ging die Beratung in Richtung des Aufbaus eines Mischwaldes mit klimaresistenten Baumarten. Roppelt hat die Ratschläge beherzigt und viel Licht durch den Einschlag von Bäumen auf den Waldboden gebracht, so dass die jungen Eichen, aber auch Buche, Kirsche, Vogelbeere und Ahorn wachsen konnten.

Vor Verbiss schützen

Um die jungen Bäumchen vor Verbiss zu schützen, wurde die Fläche von rund 8000 Quadratmetern eingezäunt. Den Holzeinschlag und den Holzverkauf wickelte die WBV Kreuzberg ab. Der Wald wurde zweimal mit einem Harvester durchforstet. "Licht und der Schutz vor dem Rehwild waren die Schlüsselmaßnahmen. Der Rest wurde von der Natur von ganz alleine erledigt", erläutert Matthias Koch.

Wichtiger Eichelhäher

Für die Eichennaturverjüngung sorgt zum größten Teil der Eichelhäher. Diese Voraussetzungen haben sehr viele Waldbesitzer in unserer Gegend. Man muss nur wollen und der Natur ein bisschen nachhelfen", führt Matthias Jessen aus. Um die Mischung noch weiter zu erhöhen, brachte Bernhard Roppelt auch noch die Weißtanne, Esskastanie, Roteiche, Elsbeere, Speierling und Wildobst in die Fläche ein. Birke, Pappel, Kiefer und Fichte kamen zusätzlich von allein. Mit etwa 15 Baumarten auf der Fläche sieht sich Susanne Roppelt nun gut gerüstet für die Zukunft. Ihr Vater hat die Weichen für den Zukunftswald gestellt.

Die beiden Forstexperten Matthias Koch und Matthias Jessen ziehen nach der Waldbesichtigung ein Fazit: Nach zehn Jahren sehe man die Erfolge deutlich. Jeder Waldbesitzer mit Nadelholzbeständen könne einen Mischwald etablieren. Das AELF Bamberg und die WBV Kreuzberg stünden zur Seite. Und der Freistaat Bayern greife mit einer breiten Förderpalette den gebeutelten Waldbesitzern unter die Arme.