Die Brücke "Weidengarten II" in Hetzles muss dringend saniert werden. Diese wird 2020 eine der großen Investitionen der Gemeinde mit geplanten 186.468 Euro, denn Stahlträger, Unterbau, Geländer und Belag sind marode. Roland Göller vom gleichnamigen Ingenieurbüro erläuterte in der Gemeinderatssitzung die Kostenzusammensetzung und eventuelle Einsparpotenziale. Bei der Brücke handelt es sich um eine öffentliche Zufahrt zu einem Anwesen. Die Brücke wurde regelmäßig vom Tüv, Landesgewerbeanstalt (LGA) und Sachverständigen geprüft. Die letzte Prüfung erfolgte 2016 und wurde mit der Note 3,4 als nicht mehr standhaft eingestuft. Um den technischen Regeln zu entsprechen, müsse die Brücke saniert werden, erklärte Göller. Die Stahlträger sind so stark korrodiert, dass die Tragfähigkeit für Belastungen über 2,8 Tonnen nicht mehr gegeben ist. Eine Sanierung wäre gegenüber einem Neubau wesentlich teurer geworden. Eine neue Stahlkonstruktion mit 30 Tonnen Belastbarkeit wird auf die bestehenden 70 Jahre alten Widerlager aufgebracht. Das Brückengeländer muss erneuert werden sowie der Pflasterbelag.

Zugang zur Baustelle

Was die Sanierung besonders schwierig mache, berichtete Göller, sei der Zugang zur Baustelle. Ebenfalls darf die Höhe der Brücke nicht verändert werden. "Man baut doch keine Brücke auf alte Widerlager", meinte Gemeinderat Andreas Albert (BBH). "Diese Widerlager haben 70 Jahre die Brücke getragen und werden dies auch noch die nächsten 70 Jahre tun ", antwortete Göller. Dem Vorschlag, diese durch Bohrpfähle zu ersetzen, setzte er entgegen, dass diese mit circa 120.000 Euro zu veranschlagen seien. Einsparpotenziale gebe es keine, denn die Angebote seien rechnerisch, technisch und wirtschaftlich geprüft worden. Neben der Sanierung der Brücke wird auch ein 18 Meter langer Böschungsstreifen, der unmittelbar an die Brücke und einen alten Backofen angrenzt, erneuert, um bei Starkregen ein Abrutschen des Uferbereiches zu verhindern. Mit Zustimmung des Wasserwirtschaftsamts Kronach wird dieser mit Wasserbausteinen befestigt.

Die Bauzeit

Die Bauarbeiten werden circa acht bis zehn Wochen dauern und noch 2020 erfolgen, so Göller. Das Gremium beauftragte die Firma Antritt-Bau aus Arberg (Kreis Ansbach) mit der Brückensanierung sowie der Böschungsbefestigung zum Preis von 186.468 Euro mit 8:5 Stimmen.

Breitbandausbau

Die Vorstellung des Masterplans für eine Breitbandversorgung war Thema in der Gemeinderatssitzung in Hetzles. Dabei erläuterte Referent Bernhard Gentner von der Firma Corwese die Möglichkeiten der Gigabitförderung. Eine gute Versorgung mit Breitbandanschlüssen wird sowohl für Gewerbetreibende als auch für Privathaushalte immer wichtiger. Deshalb beauftragte die Gemeinde 2018 nach der Zusage von Fördermitteln vom Bund in Höhe von 50.000 Euro die Breitbandberatung damit, einen Masterplan auszuarbeiten. Der fertige Plan wurde nun den Räten vorgestellt. Demnach ist vorgesehen, dass die Gemeinde Hauptverteiler, auch Pop (Point of Presence) genannt, erhält. Die Planung sieht vor, dass alle Gebäude und unbebauten Grundstücke über Rohrverbände angeschlossen werden. Dabei soll auch auf Synergieeffekte geachtet werden. Wenn aufgegraben werde, dann sollten möglichst gleich weitere Versorgungsleitungen verlegt werden, erklärte Gentner.

Mikrokabel

Die Anschlüsse erfolgen über Röhrchen, in die später Mikrokabel mit zwölf Fasern eingeblasen werden. Um das Netz mit Glasfasertechnik auszubauen, sind in der Gemeinde allein 4,5 Millionen Euro für Tiefbauarbeiten notwendig. Für private Nutzer endet die Förderung an der Innenseite der ersten Kellerwand. Die gesamte Maßnahme kann vom Bund mit bis zu 90 Prozent gefördert werden. Die Förderung von Bund und Land sei aber von vielen Faktoren abhängig. Förderwürdig seien beispielsweise nur Anschlüsse von unter 30 Megabit. Dieser Punkt und das Einbringen von Leerrohren für spätere Baumaßnahmen bestimmte die anschließende Aussprache, bei der Bernhard Gentner viele Fragen beantworten musste. Mit diesem Masterplan ist die Gemeinde nun in der Lage, weitere erforderliche Schritte zu unternehmen. Mit der weiteren Planung wird sich der Gemeinderat nach der Sommerpause befassen.