Brennen in Neunkirchen nun auch tagsüber die Straßenlaternen? Nur kurzzeitig, um zu überprüfen, ob die neuen Lampen auch brennen, denn der Startschuss zur Umrüstung auf LED ist gefallen. Mitarbeiter der Firma Schwarzbach und Wittmann bringen für das Bayernwerk die neuen energiesparenden Leuchtmittel ein. "Das hat vor allem einen wirtschaftlichen Vorteil und ist wesentlich umweltfreundlicher", betont Bürgermeister Martin Walz (CSU). Das liegt an dem geringeren Streulicht, das von den Lampen ausgeht und vor allem auch insektenfreundlich ist. "Es wird auch nicht viel Licht nach oben abgestrahlt, der Himmel ist dunkler", erklärt Ralf Schwarz, der Kommunalberater der Bayernwerk-Netz-GmbH, der mit Dominic Tschampel, Lichtplaner von Bayernwerk, vor Ort war. Manchen Bürgern ist das neue LED-Licht bereits aufgefallen. Es ist zwar nicht heller, aber es wirkt doch anders als die vorherigen Leuchtmittel, die eher gelbes Licht strahlten. "Die Umrüstung wurde von meinem Vorgänger Heinz Richter noch angestoßen", sagt Walz. Im Ferienausschuss wurde es von sechs befürwortenden Gemeinderäten und der Gegenstimme von Bettina Wittmann (Grüne) auch mitgetragen. Immerhin sind es im Gemeindegebiet 1373 Laternen, die auf hocheffizientes LED-Licht umgestellt werden. Nun ist also Stefan Wittmann mit seinem Hubsteiger unterwegs und tauscht die Leuchtmittel aus. Bei den technischen Laternen, die tagsüber rein optisch wenig ins Auge fallen sollen, wird der Lampenkopf ausgetauscht. 812 der auszutauschenden Lampen sind auf vorhandenen Masten, 561 der Leuchten erhalten LED-Einsätze in das bestehende Lichtgehäuse.

Die Kosten

Diese Modernisierung kostet rund 376.000 Euro. "Es ist eine Investition in den Klimaschutz", sagt Schwarz, und sie hat auch einen finanziellen Vorteil für die Marktgemeinde. Denn mit den neuen Lampen werden jährlich rund 334.500 Kilowattstunden Strom gespart - umgerechnet rund 70.000 Euro pro Jahr. "Es reduziert sich der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid um rund 180 Tonnen, wenn man den aktuellen bundesdeutschen Strommix für die Berechnung zugrunde legt", sagt Schwarz. Bis die Straßenlaternen im gesamten Gemeindegebiet umgestellt sind, dauert es noch mindestens einen Monat. Und dort, wo umgestellt wird, brennen die Lampen kurzfristig auch tagsüber, damit Stefan Wittmann sieht, ob die LED-Leuchten auch funktionieren. Immerhin sei das Bayernwerk bundesweit führend, was die Umrüstung öffentlicher Beleuchtung auf LED betrifft, fügt Schwarz an. Klimaschutz sei eine der größten Herausforderungen, die alle angeht. LED sei die energiesparende und langlebige Antwort auf die Anforderungen an Straßenbeleuchtungen. Bereits innerhalb weniger Jahre rechne sich die Umrüstung. "Sie brauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom bei vergleichbarer Helligkeit und halten um ein Vielfaches länger", erklärt der Vertreter des Bayernwerks . Normale Straßenlaternen fallen oft nach 15.000 Betriebsstunden aus, die LED-Lichter halten bis zu 100.000 Betriebsstunden. Die LED-Hersteller gewähren auf ihre Produkte zehn Jahre Garantie. Sparen kann die Kommune deshalb auch bei den Reparatur- und Wartungskosten.