Die Feuerwehr Kirchehrenbach ist eine der modernsten freiwilligen Feuerwehren im Forchheimer Land. 50 aktive Feuerwehrleute, darunter neun Frauen, sorgen rund um die Uhr für die Sicherheit der Kirchehrenbacher der Bürger. "Ohne sie würde es im wahrsten Sinne des Wortes sehr brenzlig werden", sagt Kommandant Sebastian Müller, der nun zusammen mit der Gemeinde die Werbeaktion "#wirfürkirchehrenbach" gestartet hat.

Auf diese Werbeaktion weisen Transparente mit drei "Werbegesichtern" an den Ortseingängen hin. Ein ungewöhnlicher Weg für die Nachwuchsarbeit zwar, aber, wie Müller betont: "Die Feuerwehr sucht Frauen und Männer, Mamas und Papas, Angestellte oder Handwerker, kurz gesagt: jedermann und jedefrau. Denn Feuerwehr kann jeder. Das sollen unsere drei Gesichter zeigen." Denn sie stehen für die Vereinbarkeit von Beruf, Familie und Feuerwehr.

"Oft hören wir, dass die Leute keine Zeit haben", klagt Müller. Dass es aber funktioniert, zeigen Sandra, Stefan und Michael. Sandra Peske ist zweifache Mama, von Beruf Gesundheits- und Krankenpflegerin und seit ihrem 14. Lebensjahr begeisterte Feuerwehrfrau. Durch Freunde trat sie in die Jugendfeuerwehr ein und wechselte dann mit 18 in den aktiven Dienst. Sie war die erste Frau bei der Feuerwehr Kirchehrenbach, die Atemschutzgeräteträgerin wurde. Heute sind es vier Frauen unter insgesamt 30 Atemschutzgeräteträgern.

Einige Jahre leitete Sandra Peske auch die Kinderfeuerwehr, bis sie selbst Kinder bekam. Aktuell besteht die Kinderfeuerwehr, die eine der ersten im Landkreis Forchheim war und damals noch belächelt wurde, aus elf Kindern. "Feuerwehr ist eine gute Sache, weil man anderen helfen kann", sagt die Feuerwehrfrau und betont, dass man auch viel für das Leben lerne wie Erste Hilfe.

Hilfreich ist eine aktive Mitgliedschaft bei einer Feuerwehr auch bei Bewerbungen oder der Suche nach einem Ausbildungsplatz. Das bestätigt auch Kommandant Sebastian Müller. Wie aber kann eine junge Mutter mit zwei Kindern im Alter von vier und fünf Jahren Familie, Beruf und auch noch die Feuerwehr unter einen Hut bringen? Einfach ist dies nicht, doch Sandra Peske hat Glück: "Denn der Papa unserer Kinder ist nicht aktiv bei der Feuerwehr und unterstützt mich, dass ich meinen Dienst leisten kann."

Vorteil: tagsüber zu Hause

In den letzten 15 Jahren waren es nie mehr als acht bis zehn Frauen, die Dienst leisteten. Gerade Frauen, die auch tagsüber zu Hause sind, könnten die Einsatzbereitschaft der Wehr erheblich verbessern, bestätigt Kommandant Müller. Nachts und an den Wochenenden sei es kein Problem , die Einsatzstärke zu halten, "aber unter der Woche tagsüber schon. Das ist eine Riesenbaustelle". Der Kommandant betont: "Kein anderes Ehrenamt erfüllt eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Gemeinde."

Der Fachinformatiker und Nebenerwerbslandwirt Michael Götz ist noch jung an Jahren, aber schon ein Urgestein der Kirchehrenbacher Wehr. Denn 2005 im Alter von acht Jahren trat der heute 23-Jährige in die zwei Jahre zuvor gegründete Kinderfeuerwehr ein. In der Erwachsenenwehr machte er gleich die Ausbildung zum Atemschutzgeräteträger und wenig später den Lkw-Führerschein auf Kosten der Gemeinde, um die großen Tanklöschfahrzeuge fahren zu können. Hinzu kam noch eine Ausbildung als Maschinist. Fast seine ganze Familie ist bei der Feuerwehr. Schon der Großvater war Feuerwehrmann, der Vater ist es immer noch, sein älterer Bruder und dessen Freundin auch. "Es ist schön, wenn man anderen Menschen helfen kann, die in Not geraten sind", sagt Götz. Wichtig ist für ihn auch die Kameradschaft, die in Corona-Zeiten nun zu kurz kommt. Es fehlen Feste und gesellige Treffen. Da fehlen dann Einnahmen in der Feuerwehrkasse, die die Wehr meist für Anschaffungen ausgibt.

Stefan Schmitt ist zweifacher Familienvater, selbstständiger Fliesenlegermeister und ebenfalls begeisterter Feuerwehrmann. In Kirchehrenbach ein Zugereister, eingetreten ist er mit 16 Jahren in die viel kleinere Feuerwehr Poppendorf bei Heroldsbach. Vor drei Jahren verschlug ihn dann die Liebe nach Kirchehrenbach.

"Einer Feuerwehr kann nichts Besseres passieren als einen schon vollkommen ausgebildeten Feuerwehrmann von einer anderen Wehr zu aufzunehmen", freut sich Müller. "Der Kommandant musste mich schon etwas bitten", sagt Schmitt.

Mit ihm kam damals auch Marcel Kügel aus Weilersbach dazu, der schon in Weilersbach voll ausgebildet wurde. Für Kommandant Müller sind das Glücksfälle.

Infotermin fällt aus

Ein Infotermin am Feuerwehrhaus sollte am kommenden Freitag stattfinden. Allerdings steht die Corona-Ampel im Landkreis Forchheim auf Rot, so dass der Termin kurzfristig abgesagt wurde. Informieren können sich Interessierte auf der Internetseite der Wehr.