Das Zentralmuseum der Fränkischen Schweiz bekommt einen neuen Chef. Der bisherige Museumspädagoge Jens Kraus aus Muggendorf wird im kommenden Jahr neuer Leiter des Fränkische-Schweiz- Museums. Dies beschlossen die Räte des Zweckverbands Fränkische-Schweiz-Museum im Gemeindehaus Tüchersfeld im nichtöffentlichen Teil der Sitzung.

Seit 1983 und damit noch vor der Eröffnung des Museums im ehemaligen Judenhof im Jahre 1985 ist Rainer Hofmann das Gesicht des Fränkische- Schweiz-Museums. Im nächsten Jahr geht Hofmann in den vorgezogenen Ruhestand. Mit Kraus als seinem Nachfolger als Museumsleiter weiß er sein Museum nun aber in guten Händen.


Hübner setzt sich durch

Ausgeschrieben wird im kommenden Jahr auch die Stelle für einen neuen Museumspädagogen. Zu Beginn der Sitzung ging es eben um diese Personalie.
Der Vorsitzende des örtlichen Rechnungsprüfungsausschusses, Rainer Polster (FW), hatte in einem Antrag zur Geschäftsordnung beantragt, diesen nichtöffentlichen Tagesordnungspunkt vorzuziehen. Denn Polster war der Meinung, dass die Neubesetzung der Stelle des Museumsleiters Auswirkungen auf den Finanzplan der Folgejahre habe. Dessen Beschlussfassung sei Gegenstand der Haushaltsverabschiedung.

Dies sah Bayreuths Landrat Hermann Hübner (CSU) in seiner Eigenschaft als Zweckverbandsratsvorsitzender jedoch anders. Polsters Antrag wurde mehrheitlich abgelehnt - es blieb bei der zuvor festgesetzten Tagesordnung. Denn laut Hübner ändere sich bei den Personalkosten der Folgejahre mit einem neuen Museumsleiter und einem neuen Museumspädagogen kaum etwas.


Steigende Umlage

Des Weiteren monierte Polster, das die Verbandsumlage um 10 000 Euro auf nun insgesamt 475 000 Euro pro Jahr ansteigt. Dies bedeute für die Landkreise Bayreuth und Forchheim Mehrkosten von je 4000 Euro und für den Landkreis Bamberg und die Stadt Pottenstein von je 1000 Euro.

Die Landkreise Bayreuth und Forchheim beteiligen sich somit an der Deckungslücke im Haushalt mit je 190 000 Euro und der Landkreis Bamberg und die Stadt Pottenstein mit jeweils 47 500 Euro. Wie Polster betonte, müsse der Verbandsrat sparsam mit Steuergeldern umgehen. Angesichts der Personalkosten von rund 400 000 Euro sah Polster Einsparpotenzial, um den Verbandsbeitrag für die beteiligten Mitgliedskommunen nicht zu erhöhen. Außerdem sollte man sich über eine Anpassung der Eintrittspreise unterhalten, so Polster.

Mit drei Euro für Erwachsene sei der Eintritt im Vergleich zu anderen Museen "sehr günstig". Letzteres sah Bambergs Vizelandrat Johann Pfister (BI) ebenso: "Drei Euro Eintritt für ein Museum ist ein Seidla Bier." Pfister schlug vor, Polsters Anregungen zu diskutieren.

Für Hübner ist klar, dass die Personalkosten stetig steigen werden. Allerdings entschied sich der Verbandsrat auch dafür, die Vergütung des Reinigungspersonals nicht auf das Mindestlohnniveau abzusenken. Dies hatten die überörtlichen Rechnungsprüfer gefordert. Denn vom Reinigungspersonal werden laut dem Rat nicht nur übliche Putzarbeiten durchgeführt, sondern auch Exponate nach den Anweisungen der Restauratorin entstaubt oder die Vitrinenräume gereinigt.
Daher sei eine geringfügige höhere Entlohnung der Reinigungskräfte gerechtfertigt.


"Kultur kostet eben Geld"

Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU/UWV) sprach sich für eine Erhöhung der Verbandsumlage aus. "Wir zahlen das gern, weil wir wissen, was wir an dem Museum haben", so Frühbeißer.
Er betonte, dass man weiterhin die Qualität für ein hochwertiges Regionalmuseum mit überregionaler Bedeutung sichern müsse: "Kultur kostet eben Geld." Auch Museumsleiter Hofmann verteidigte die Erhöhung der Verbandsumlage, schließlich sei das Fränkische- Schweiz-Museum "ein Archiv der Vergangenheit für die Gesellschaft".


Ambitionierte Ausstellung

Polster verwies jedoch darauf, dass die Verbandsumlage für die Mitgliedskommunen seit 2010 um 22 Prozent angestiegen sei.

Der Verbandsrat einigte sich auf Vorschlag von Hübner schließlich darauf, dass nächstes Jahr keine weitere Erhöhung erfolgen soll. Heuer sei dies aber schon im Hinblick auf gleich drei Europaprojekte mit Gesamtkosten von 75 000 Euro nicht machbar. Unter anderem geplant ist im kommenden Jahr die Sonderausstellung zum Dreißigjährigen Krieg mit dem Titel "Söldner, Schrecken, Seuchen - Franken und Böhmen in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges" in Kooperation mit dem Heimatmuseum im tschechischen Tachov.
Mit dieser Ausstellung, die in beiden Museen zu sehen sein wird - in Tüchersfeld vom 24. März bis 23. September 2018 - will man den bayerisch-böhmischen Kulturtourismus weiterentwickeln.