An der Kirche ist Schluss. Hier endet die Dorferneuerung in Rüssenbach. Doch die Teilnehmergemeinschaft wünscht sich einen Ausbau der anschließenden Hirtengasse. Inklusive Fußgängerweg und Umgestaltung des Kreuzungsbereiches am Feuerwehrhaus.

Beim einem Ortstermin mit Vertretern des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE), der Teilnehmergemeinschaft, den Planern und der Stadt wurde vereinbart, dass Gerhard Wittmann, Chef des Planungsbüros Wittmann und Valier, Überlegungen zu einer Planung anstellt.


Bislang nur Skizzen

Die handgezeichneten Skizzen präsentierte Gerhard Wittmann am Montagabend im Sitzungssaal des Rathauses den Mitgliedern des Bauausschusses. Da die Straße nicht schmäler als 5,50 Meter werden soll und der Gehweg inklusive Böschung 2,50 Meter breit werden soll, seien erhebliche Eingriffe in den Hang notwendig, verdeutlichte Wittmann.
"Dort wo es gar nicht anders geht, könne es schon vorkommen, dass für den Gehweg nur ein Meter übrig bleibt", schränkte Wittmann ein. Für die Umgestaltung der 390 Meter langen Hirtengasse mit höhengleichem Gehweg veranschlagte der Planer Kosten von rund 664 000 Euro. Noch nicht berücksichtigt ist dabei die Beseitigung etwaiger Altlasten.

"Ist das eingebaute Material mit Teer, Arsen oder Streusalz-Rückständen kontaminiert, können locker bis zu 200 000 Euro Entsorgungskosten hinzukommen", erklärte Wittmann. Um Kosten zu sparen, sei es aber auch möglich, zuerst den Gehweg zu errichten und die Straße dann zu bauen, wenn die Kommune besser bei Kasse ist. Angesichts des Zustandes der Hirtengasse gebe es zu einem Straßenausbau keine Alternative, fand Wittmann.

Für wen der Gehsteig gedacht sei?, wollte Stadtrat Klaus Neuner (CSU) wissen und beantwortete die Frage gleich selbst. "Etwa für die Katzen die dort rum laufen?" Für 25 Häuser sei die genannte Summe extrem hoch, zumal es einen Trampelpfad gebe. Es sei zu prüfen, ob dieser Weg zu günstigeren Konditionen ausgebaut werden könnte.


Bürger würden bezahlen

Ortssprecher Hans Wiemann konterte, dass es im oberen Teil des Dorfes auch einen Kinderspielplatz gebe, der durch den Gehweg erschlossen werde. Wiemann unterstrich das Interesse der Teilnehmergemeinschaft, auch wenn 50 Prozent der Fahrbahn- und 35 Prozent der Gehweg-Kosten auf die Anwohner umgelegt werden sollen. Immerhin hoffen die Rüssenbacher darauf, dass 60 Prozent der Baukosten vom Amt für Ländliche Entwicklung übernommen werden.

Doch stellvertretender Behördenleiter Lothar Winkler eine schnelle Entscheidung. "Die Fördermittel sollen nicht zu lange blockiert werden", erläuterte Architekt Gerhard Wittmann, der auch ein paar Entwürfe zur Gestaltung des Kreuzungsbereiches beim "Wehracker" vorstellte.

Wichtig dabei: Durch Pflanzungen soll der Fahrbahnbereich eingeschränkt werden. Dies sei bei einer klassischen Kreuzung ebenso der Fall wie bei "shared space", wo alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind. Weitere Alternativen: Der Einbau einer Verkehrsinsel oder ein kleiner Kreisverkehr. Da riet Wittmann aber, keinen Wall aufzuschütten, sondern zu pflastern, damit der auch mal vom Nachlauf der Räder überfahren werden kann.

Gegen die Stimme von Klaus Neuner entschied sich das Gremium, beim Amt für Ländliche Entwicklung nachzufragen, ob das Thema im Zuge der Haushaltsberatungen entschiedene werden kann. Andernfalls muss der Stadtrat entscheiden.