Die Stimmung ist gut und das, obwohl eine Bestellung nach der anderen eingeht. Die Küche ist klein und trotzdem gehen die Essen im Minutentakt über den Tresen.

Die Damen und der eine Herr in der Küche lachen gemeinsam, arbeiten aber auch hart. "So ist es halt, wenn Annafest ist", erzählt Petra, eine der Kellnerinnen auf dem Annafest. Sie arbeitet das ganze Jahr auf dem Rappen-Keller und weiß, dass die letzten Tage im Juli immer die anstregensten sind. "Aber sie sind auch immer lustig, denn die Leute, die zu uns auf den Keller kommen, sind immer gut drauf, dann macht es auch nichts aus, wenn viel Stress ist", sagt sie. Der Umgangston ist gut, ganz anders als es sonst in Küchen ist.


Kleine Küche, viele Essen

Die Küche am Rappen-Keller ist dabei sehr überschaubar, drei Leute können gleichzeitig darin arbeiten. Da das am Annafest natürlich nicht ausreicht, wird in der Gaststube, in der sonst 30 Personen Platz finden, ebenso mit Lebensmitteln gearbeitet. Die "kalte Küche", also zum Beispiel Brotzeitplatten, wird dort gerichtet.

"Bei uns ist es einfach ein bisschen klein hier", sagt Andreas Woithe, der seit 15 Jahren den Rappen-Keller betreibt. "Deshalb können wir nicht viel lagern", ergänzt er und spricht im gleichen Atemzug die gute Zusammenarbeit mit der Metzgerei Lang aus Forchheim an. "Wir beziehen alles von ihm, da wissen wir und unsere Gäste, was wir haben." Täglich werde abgesprochen, was gebraucht wird. "Abends kommt er bei mir vorbei, wir besprechen, wie viel ich von was brauche und am nächsten Tag bekomme ich es frisch geliefert", sagt Woithe.
Der Renner auf dem Rappen-Keller während des Annafests: Schäuferla. "Wenn bei mir alle Geräte funktionieren, dann schaffen wir es 150 Schäuferla am Tag zu machen", erklärt Woithe. Die werden dann auch gegessen. An der Bratwurst-Pfanne steht in der Küche des Rappen-Kellers ein junger Mann aus dem Irak. Er ist anerkannter Flüchtling und, so versichert Woithe, "sehr bemüht und arbeitswillig". Er wurde aber nicht speziell zum Annafest eingestellt, sondern arbeitet jetzt das ganze Jahr auf dem Rappen-Keller. Für die Festzeit sind aber mehrere Kellnerinnen und Küchenhilfen zusätzlich im Einsatz. "Es arbeiten fünf Kellnerinnen gleichzeiting, dazu fünf Leute in der Küche", sagt der Chef des Rappen-Kellers. Keiner arbeitet hier aber zehn oder zwölf Stunden, es wird in zwei Schichten gearbeitet.


Schritte werden nicht gezählt

"Einen Schrittzähler haben wir nicht", sagt Kellnerin Petra lachend, während sie darauf wartet, dass der Chef zwei Weizen und zwei Radler einschenkt. "Aber das ist auch besser so, man will gar nicht wissen, wie viel man läuft." Außerdem seien die Stufen viel schlimmer als die reinen Schritte. "Die Füße tun am Ende eines Tages natürlich weh", weiß die Service-Kraft, die seit zehn Jahren kellnert, "aber es macht so viel Spaß mit den Gästen, die alle immer gut drauf sind, da nimmt man das gerne in Kauf."