Beißender Rauch steigt über den Feldern um Kirchehrenbach auf. Gnadenlos fressen sich die lodernden Flammen durch die abgedroschenen Halme. Entlang des Radwegs Kirchehrenbach-Reuth, steht bereits das Einsatzfahrzeug der Feuerwehr bereit. Doch was nach einem Flächenbrand aussieht, ist zum Glück nur eine Übung mit Echtfeuer.

Im Rahmen einer Schulung fand vergangenen Freitag für die Kirchehrenbacher Einsatzkräfte eine praktische Übung zur Bekämpfung von Vegetationsbränden statt.

"Spätestens seit der extremen Trockenperiode 2018/2019 rückt das Thema bei den Feuerwehren auch hier zu Lande in den Fokus", erklärt Sebastian Müller, Kommandant der Feuerwehr Kirchehrenbach. "Was große Einsätze in diesem Bereich betraf, waren wir bisher außen vor, doch Studien zeigen, dass Wald- und Flächenbrände auch bald auf uns zukommen werden."

Landkreis ist besonders gefährdet

Die Schulung findet unter Leitung des Vereins @fire statt. Deutschlandweit bringen Berufsfeuerwehrmann Sean Micke und seine Kollegen den lokalen Einsatzkräften Techniken der australischen und amerikanischen Waldbrandbekämpfung bei.

Er erzählt, dass gerade der Landkreis gefährdet sei, denn durch den hiesigen Sandboden versickere Wasser schnell. Zusätzlich produzieren die vielen Kiefern leicht brennbare ätherische Öle. Das größte Problem sei aber, dass durch den Klimawandel die Bäume geschwächt sind. "Wir haben einen vermehrten Befall von Schädlingen wie dem Borkenkäfer. Dadurch sterben die Bäume ab, bleiben aber als Totholz im Wald stehen", erklärt der Experte. Diese würden bei einem Feuerausbruch lichterloh brennen.

Der Mensch bleibt Verursacher

Der Faktor Mensch löse die meisten Vegetationsbrände aus, verrät Sebastian Müller. "Das im Wald liegengelassene Glas spielt keine Rolle." Die weggeworfene Zigarette, das unkontrollierbare Lagerfeuer oder überhitze landwirtschaftliche Fahrzeuge seien der Hauptauslöser für Brände.

"Ein Vegetationsbrand verhält sich anders als ein Hausbrand. Der Brand ist dynamischer", erklärt der Feuerwehrkommandant. Wind und Gelände könnten die Feuerlage innerhalb von Sekunden verändern. Auch die Ausrüstung der lokalen Einsatzkräfte sei für diese Art der Brandbekämpfung nicht geeignet. Zu massig und ungelenk, seien die üblichen Uniformen, um in der prallem Sonnen einen Brand bekämpfen zu können.

"Keine Übung ist so effektiv wie ein Einsatz", erklärt Müller. So wurde kurzerhand das Feld eines Feuerwehr-Kollegen in Brand gesetzt.

Auf dem Lehrplan steht: Wasserlose Brandbekämpfung, das Ausprobieren von Handwerkzeugen für verschiedene Bodenarten sowie das Anlegen eines sogenannten Wundstreifen. Hier wird ein vegetationsfreier Korridor freigehakt, um das Feuer an der Ausbreitung zu hindern.

"Es kann tödlich enden, wenn ich diese Szenarien mit den Leuten nicht ausspiele," erklärt Müller und plant bereits weitere Schulungsmaßnahmen.