Gleich drei sehr selten Hirschkäfer haben Michael Burkard und seine Kinder Leopold und Sophia gefunden und gerettet. "Der eine Käfer, ein Männchen, war in die Garage gekrabbelt. Den haben wir an einem Waldrand wieder freigesetzt. Und eine Woche später waren zwei Hirschkäferdamen von unseren Kindern auf dem Weg zur Kita auf dem Gehweg gefunden worden", sagt Burkard, der Inhaber der Don-Bosco-Apotheke.

Auch diese beiden Käfer wurden vorsichtig an einen Holzstapel umgesiedelt. Von Berufs wegen und als Naturfreund kennt Burkard die Hirschkäfer. Und seine beiden Kinder wollten gleich alles über den außergewöhnlichen Fund wissen. "Die Begeisterung war natürlich groß", erzählt Burkard.


Auf der roten Liste

Auch Experten in Sachen Hirschkäfer freuen sich mit der Familie. "Das ist toll. Das sind viele. Wir sind froh, wenn wir ein bis zwei Hirschkäfer im Jahr registrieren können", freut sich Johannes Mohr. Er ist Leiter der ökologischen Kreisentwicklung im Landratsamt Forchheim.

Der Hirschkäfer steht auf der roten Liste und ist besonders geschützt. Auch das hat Michael Burkard seinen Kindern erklärt, die deshalb noch vorsichtiger mit dem seltenen Tier umgegangen sind. "Der Hirschkäfer ist hier sehr selten, da sein Lebensraum knapp geworden ist", erläutert Friedrich Oehme vom Bund Naturschutz. Der Hirschkäfer ist auf Eichen angewiesen. Dort treffen sich Männchen und Weibchen zur Paarung.
Durch die intensive Rodung für Holz, Parkett oder Baugebiete ist der Lebensraum der Käfer immer begrenzter geworden. Und die letzten großen Eichenvorkommen im Kellerwald waren in den vergangenen Tagen durch das Annafest massiv bevölkert. "Die Hirschkäfer können sehr gut fliegen", erklärt Mohr.


Eine Zunge wie ein Pinsel

In der Regel aber fliegen die Hirschkäfer los, um Balzplätze zu finden, Weibchen für die Eiablage oder sind auf der Suche nach Kampfplätzen.

Die männlichen Käfer raufen dort, versuchen ihrer Gegner herunterzuwerfen. Dazu haben sie zwei Mundzangen, die wie ein Hirschgeweih ausgebildet sind. Mit dieser Zange halten sie auch das Weibchen fest, bis es zur Paarung kommt. Die Zunge hingegen ist wie ein Pinsel. Es braucht eben seine Zeit, bis sich die Larven groß gefressen haben, sich verpuppen und dann wie ein Hirschkäfer aussehen.
"Nach der Kita wurde natürlich geschaut, ob die zwei Hirschkäferdamen noch da waren. Sie waren jedoch verschwunden", erzählt Burkard. Vielleicht sind sie wieder in den Kellerwald geflogen. Seine Kinder wissen jedenfalls jetzt, dass sie immer besonders vorsichtig mit Tieren umgehen müssen. Und sie wissen, dass die Hirschkäfer unter Naturschutz stehen.

Bei der Internetrecherche sind die Burkards auf die Seite Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt e.V. gestoßen. "Hirschkäfer gesucht", steht dort in ganz großen Buchstaben geschrieben. Familie Burkard meldete voller Stolz: "Hirschkäfer gefunden!"