Die Nachricht hat im Oktober einen Sturm der Entrüstung ausgelöst: In den zu sanierenden Klassenräumen der Hallerndorfer Grund- und Mittelschule sollten keine Handwaschbecken mehr installiert werden. So lautete ein mehrheitlich gefasster Beschluss des Gemeinderates. Elternvertreter und Lehrer der Grundschule protestierten gegen diese Entscheidung. Jetzt wurde bekannt, dass es doch wieder anders kommt: "In den Grundschul-Klassenzimmern werden Waschbecken eingebaut", stellt Bürgermeister Gerhard Bauer (Wählergemeinschaft Hallerndorf) klar.

"Kommunikationsfehler"?

Wie kam es dazu? Der drohende Wegfall der Waschbecken sei in einem "Kommunikationsfehler" begründet, meint das Gemeindeoberhaupt. Die Installation von Waschmöglichkeiten in allen acht Klassenräumen der Grundschule sei im Rahmen der Schulsanierung "von Anfang an" geplant gewesen. Nach dem öffentlichen Unmut haben Gemeindeverwaltung gemeinsam mit dem beauftragten Architekten Andreas Konopatzki die Sanierungspläne noch einmal eingehend studiert und in den Protokollen nachgelesen. Über den Gewerkplaner für die Sanitäreinrichtungen wurde aufgelöst: Der Einbau der Grundschulen-Waschbecken ist nicht nur vorgesehen, sondern wird zudem von der Regierung von Oberfranken gefördert (aus Mitteln des Finanzausgleichsgesetzes).

In der Oktobersitzung hatten elf Gemeinderäte gegen den Vorschlag der Verwaltung gestimmt, Klassenräume mit Handwaschbecken auszustatten. Ein Hauptgrund waren Kosten von 80 000 Euro, die die Gemeinde hätte schultern müssen. Da die Kreidetafeln im Zuge die Schulsanierung durch moderne digitale Tafeln ersetzt werden, seien Becken und fließendes Wasser in den einzelnen Klassenzimmern nicht nötig.

Keine Becken in der Mittelschule

In neuen Klassenräumen sind Waschbecken vom Gesetzgeber nicht vorgeschrieben. Fünf Ratsmitglieder plädierten vergebens für den Einbau. Der gefasste Beschluss gegen Waschbecken betreffe nun ausschließlich die Mittelschulen-Klassenräume, meint Bauer. "Aber das war von vorneherein auch so geplant", betont der Bürgermeister. "Ich bin ich auch ganz froh, dass das jetzt geklärt werden konnte."

Der Elternbeirat der Hallerndorfer Grundschule reagiert erleichtert auf die gute Nachricht. "Es freut mich sehr", betont die Vorsitzende Sonja Sawinsky. Die Vorgeschichte interessiere sie dabei gar nicht so sehr. Dass die Grundschüler ihre Waschbecken bekommen, sei ein Erfolg. Denn Lehrer und Schüler müssten beispielsweise regelmäßig Händewaschen, Tische abwischen, Blumen gießen oder Besteck säubern. Elternvertreter und Lehrerkollegium hatten sich gegen den Wegfall gewehrt.

Der Elternbeirat hatte sogar eine Online-Petition ins Leben gerufen, die über 420 Nutzer unterzeichneten, um den Gemeinderat zum Umdenken zu bewegen. Bürgermeister Bauer habe die Elternbeiratsvorsitzende Sawinsky und ihre Mitstreiter nun sogar persönlich über die für sie erfreuliche Neuigkeit informiert. Sawinsky freut sich: "Gerade bei den Kleinen sind Waschbecken ganz wichtig."

Die Kosten der Generalsanierung der Grund- und Mittelschule Hallerndorf

Seit Frühjahr 2019 läuft die Generalsanierung des Schulgebäudes in Hallerndorf. 2018 wurden die Kosten noch auf 9,2 Millionen Euro geschätzt. Nach ersten Auftragsvergaben wurden sie auf 13,7 Millionen nach oben korrigiert. Für das Projekt sieht der Haushaltsplan bis 2023 insgesamt 14,1 Millionen Euro vor. Davon muss Hallerndorf einen Eigenanteil von 5 279 900 Euro zahlen.