"Ich habe mich gefragt, ob denn überhaupt noch jemand daheim ist, weil hier so viele Ehrengäste sitzen", scherzte Bambergs Landrat Johann Kalb (CSU) beim Ehrungsabend für Menschen im Ehrenamt in der voll besetzten Oertelscheune in Heiligenstadt.

Doch finde er das gut. Denn nach Ansicht von Kalb gebe es zwei Faktoren, die eine Gesellschaft stark machen: Eine intakte Familie und eben das Ehrenamt. "Denn dabei geht es um das Füreinander-da-sein-wollen, nicht -Müssen", erklärte der Landrat. Und es gehe um Gefühle, die wohl nicht sofort greifbar, aber messbar seien.

Die messbaren Zahlen lieferte Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit) in seiner Rede: "Wir haben rund 60 Vereine beziehungsweise Verbände, die sich für den Nächsten und für das Gemeinwohl einsetzen." Vor einigen Jahren habe die Verwaltung festgestellt, dass in der Gemeinde 26 Prozent der Bevölkerung Mitglied in einem, 36 Prozent in
zwei bis drei und 13 Prozent in vier und mehr Vereinen Mitglied sind.

"Da das Thema Ehrenamt so wichtig ist, hat sich der Gemeinderat dafür entschieden, Menschen, die weit mehr tun als ihre Pflicht, heute einzuladen und damit auch ihre Leistung öffentlich zu würdigen", sagte Krämer. Bisher seien die Feuerwehrleute in den jeweiligen Feuerwehren geehrt worden. Menschen, die sich für das Allgemeinwohl eingesetzt hatten, waren in der Jahresabschlusssitzung des Gemeinderates gewürdigt worden. Diesmal sollten sie in größerem Rahmen für ihr soziales Engagement gelobt werden.

Die Feuerwehrleute wurden von Helmut Krämer, Johann Kalb und Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann ausgezeichnet, die Ehrenamtlichen der Gemeinde wurden von Helmut Krämer, dem Zweiten Bürgermeister Hans Göller (SPD) und dem Dritten Bürgermeister Johannes Harrer (CSU) geehrt.

Bei der Feuerwehr wurde unter anderem eine Riege Damen aus Oberngrub ausgezeichnet, die bei einer anderen Veranstaltung versucht hatte, dem Landrat einen Tanz beizubringen. Allerdings wurden sie nicht dafür, sondern für 25 Jahre Dienst geehrt.

Von der Gemeinde wurden unter anderem die Bürgerbusfahrer Helmut Rickauer und Friedrich Stadter ausgezeichnet und Barbara Langer, die Fotos vom Ehrungsabend schoss.

Barbara Langer war 1996 die erste Schiedsrichterin in Bayern. So richtig verstand sie gar nicht, warum sie geehrt wurde, denn "das ist doch nichts Besonderes". Ebenfalls geehrt wurde Georg Eisentraut, Dirigent der Blaskapelle Hohenpölz, der mit den "Hohenpölzer Trööden" für die musikalische Untermalung des Abends sorgte.


Die Geehrten der Freiwilligen Feuerwehren

Für 40 Jahre Dienst geehrt:
Reinhold Audenrieth, Brunn; Manfred Knorr, Brunn; Hans Langenfelder, Heiligenstadt; Karl Möhrlein, Herzogenreuth; Walter Kraus, Herzogenreuth; Heinrich Reichenberg, Stücht-Reckendorf; Ernst Volk, Traindorf

Für 25 Jahre Dienst geehrt: Jürgen Igel, Brunn; Helmut Schmidt, Heiligenstadt, Thomas Schmitt, Heiligenstadt; Michael Bäuerlein, Heiligenstadt; Karl Schmitt, Herzogenreuth; Christian Grasser, Herzogenreuth; Michael Bäuerlein, Herzogenreuth; Erwin Stenglein, Hohenpölz; Leander Sauer, Kalteneggolsfeld; Barbara Denzlein, Oberngrub; Bianca Distler, Oberngrub; Martina Hattel, Oberngrub; Ute Hattel, Oberngrub; Manuela Hattel-Linsner Oberngrub; Ingrid Hoh, Oberngrub; Ingrid Ott, Oberngrub; Helga Vogel, Oberngrub; Ramona Liebig, Oberngrub; Thomas Dorsch, Stücht-Reckendorf; Jürgen Ott, Traindorf.


Die Geehrten der Gemeinde Heiligenstadt

Helmut Rickauer, Friedrich Stadter, Martha Bauer, Eberhard Willmann, Anita Mewes, Werner Mewes, Othmar Schmitt, Elke Formanek, Tina Seeger, Elisabeth Schöttgen, Gertrud Hübschmann, Erika Zolleiß, Notburga Brehm, Johann Pickel, Peter Bächmann, Horst Kraus, Resi Bittel, Winfried Feulner, Konrad Diestler, Leni Diestler, Georg Eisentraut, Friedrich Penning, Barbara Langer, Josef Hofmann cs

Weitere Bilder der Geehrten finden Sie unter heiligenstadt.infranken.de