Während einer rollenden Marktgemeinderatssitzung informierte der Bamberger Architekt Udo Freitag die Räte über den aktuellen Sachstand der Baumaßnahmen an der Kirchehrenbacher Grund- und Mittelschule und gab einen Ausblick über die noch anstehenden Sanierungsarbeiten, die laut Bürgermeisterin Anja Gebhardt (SPD)bis Ende 2022 endgültig abgeschlossen werden sollen.

Umbau der Aula ist im Gange

Das Schulgebäude ist aktuell außen wie innen eine Großbaustelle. Neue Fenster wurden bereits eingebaut. In der großen Aula, die auch als öffentliche Versammlungsstätte für mehr als 200 Personen deklariert ist, wurden die alten Schiebetüren bereits durch moderne Flügeltüren ersetzt, die gleichzeitig Fluchttüren sind.

Der Marmorboden der Aula muss lediglich an einigen Stellen ausgebessert werden. Die Oberlichter, die hin zum Treppenhaus führen, müssen aus brandschutztechnischen Gründen zugemauert werden. Auch die Treppenhäuser müssen deshalb komplett abschließbar sein. Der separate Lehrereingang ist erstellt, der Rettungsweg fehlt noch. "Der zweite Rettungsweg wird durch die Klassenzimmer führen in die noch Verbindungstüren eingebaut werden müssen", erklärt Freitag.

Aus für die Nachtspeicheröfen

In den Klassenzimmern selbst müssen die Decken komplett erneuert werden, an den Fußböden lediglich der PVC-Belag.

Die alten und asbesthaltigen Nachtspeicheröfen müssen durch eine Spezialfirma entsorgt werden. Ersetzt werden sie durch Heizkörper, die durch eine Pelletsheizanlage beheizt werden. Dafür müssen neue Rohre verlegt werden. Die Klassenzimmer sollen laut Freitag mechanisch belüftet werden.

Für Anfang September kündigte der Architekt die Entkernung der Klassenzimmer an. Der Bauabschnitt soll in einem Jahr abgeschlossen sein. Bis dahin wird im anderen Schultrakt unterrichtet. Dieser wird anschließend bis 2022 renoviert.

Die Verwaltung der Schule zieht einstweilen in die alte Turnhalle um. Dort wurden bereits provisorische Verwaltungsräume eingebaut. Nach Abschluss der Bauarbeiten zieht die Verwaltung wieder in das dann sanierte Schulgebäude um und die alte Turnhalle wird abgerissen. Auch die neuere Turnhalle mit Hallenbad soll nach längerem Leerstand abgerissen werden, weil die Technik völlig marode ist. Dafür soll eine Zweifachturnhalle gebaut werden.

Probleme auf der Baustelle

Große Verzögerungen aufgrund des Corona-Lockdowns gab es bei der Lieferung der Außentüren. Der Architekt berichtet auch von Verständigungsschwierigkeiten zwischen der deutschen Baufirma und den osteuropäischen Arbeitern. "Nur ein Pole kann sich mit ihnen verständigen, der ihre Sprache versteht. Das ist zur Zeit wie Flöhe fangen", erklärte Freitag.

Die Klassenzimmer sollen digitalisiert werden. Jeder Klassenraum erhält dazu ein Display. In der Grundschule soll es zusätzlich weiterhin eine Schiefertafel geben. Jeder Klassenraum soll auch einen fest installierten Laptop für Lehrer erhalten.

Die Kosten bleiben trotz erheblicher Baukostensteigerungen im Rahmen. Bisher sind 1,5 Millionen Euro für Baukonstruktionen vergeben worden. Hier liegt man mit rund 40 000 Euro über der Kostenschätzung.Für Heizung, Sanitär und Lüftung wurden Aufträge im Wert von 1,26 Millionen Euro vergeben. Das liegt rund 200 000 Euro über dem Ansatz.

Was mit dem alten Schulgebäude, in dem zuletzt die Grundschule untergebracht war, geschehen soll, steht noch nicht fest. Dazu hat der Gemeinderat laut Bürgermeisterin Gebhardt noch keinen Beschluss gefasst.

Abweichung vom Bebauungsplan

Der nächste Ortstermin war im Baugebiet Hutweide. Dort hatte ein Bauwerber den Bau eines Wohnhaus beantragt. Allerdings mit gravierenden Abweichungen zum Bebauungsplan. Die Räte entschieden jedoch einstimmig, dafür das gemeindliche Einvernehmen zu erteilen. Im Gewerbegebiet "Am langen Graben" hatte ein Anlieger ohne vorherige Genehmigung den Böschungshang auf Gemeindegrund abgegraben.

Inzwischen wurde der Antrag dazu eingereicht. Mit zwei Gegenstimmen wurde diesem stattgegeben, unter der Auflage, dass der Grundstücksnachbar auf eigene Kosten die Böschung befestigen und einen Graben anlegen muss.