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Unterleinleiter
Gemeinderat

Fränkische Schweiz: Traditionelle Bewässerungssysteme sollen erhalten werden

Die Gemeinde Unterleinleiter beteiligt sich weiterhin am Projekt "Erhalt der traditionellen Bewässerung Europas im Forchheimer Land". Es besteht aber ein "erhebliches Gefährdungspotenzial".
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Ein Wehr am Ortseingang von Unterleinleiter, das  sanierungsbedürftig ist  Foto: Karl Heinz Wirth
Ein Wehr am Ortseingang von Unterleinleiter, das sanierungsbedürftig ist Foto: Karl Heinz Wirth

Die Gemeinderäte von Unterleinleiter befassten sich mit der Änderung der Einbeziehungssatzung "Im Baumgarten" und der Verlängerung des Projekts Wässerwiesen.

Wiesen im Leinleitertal

"Die Wässerwiesen im Leinleitertal sind ein prägendes Element im Landkreis Forchheim", berichtete Johannes Mohr, Biologe im Fachbereich Ökologische Kreisentwicklung im Landratsamt Forchheim. Mohr erklärte, dass diese Bewässerungssysteme als wertvolles bayerisches Kulturdenkmal anerkannt wurden und sogar von europäischer, globaler Bedeutung sein können. "Neben der kulturhistorischen Bedeutung dienen diese Auenbereiche dem vorsorgenden Hochwasser- und Trinkwasserschutz", erläuterte Mohr. Vor allem dienen sie als Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Die Befürchtung eines Ratsmitglieds, die Landwirte würden mit noch mehr Verboten belegt, teilte Mohr nicht. Er sagte, dass die Maßnahmen nur über Freiwilligkeit laufen würden. Er wies allerdings darauf hin, dass bei Verzicht auf Wiesenbewässerung wichtige Brutgebiete und die Grundwassereinspeisung in den kommenden Jahren verloren gehen würden. Eine Folge von Grünlandumbruch zu Ackerland bedeute, direkte Freisetzung von und einhergehend eine Belastung des Klimas.

Systeme erhalten

Ziel sollte der Erhalt der Bewässerungssysteme sein. Um die natürlichen Ressourcen, Biodiversität, Kulturlandschaft und regionale Identität zu erhalten, müsse eine naturschonende und standortgerechte Bewirtschaftung ermöglicht werden, was ohne staatliche Fördermittel nicht erreichbar sei. Derzeit, so Mohr, besteht "ein erhebliches Gefährdungspotenzial für das gesamte Ökosystem der Auen des Wiesent- und Leinleitertales sowie des Verlustes der wertvollen Ökosystemleistungen". Würden alle Grünflächen im Projektgebiet in Acker umgewandelt, würde der Gewinn für die Bewirtschafter circa 1,2 Millionen Euro betragen, die Folgelasten jedoch zwischen 2,15 und 6,79 Millionen Euro, die von der öffentlichen Hand zu tragen wären. "Da es sich um ein freiwilliges Projekt handelt, werden wir es nicht erreichen, alle Ackerflächen in Grünland umzuwandeln", erklärte Johannes Mohr. Was die Gemeinde Unterleinleiter dafür bekomme, wenn sie sich an der Verlängerung des Wässerwiesenprojekts beteilige, fragte ein Ratsmitglied. Antwort: Wenn die Gemeinde die Herstellung von Stauwehren beantragt, haben sich die Kosten von 1206 Euro für drei Jahre schnell wieder amortisiert. Nach kurzer Diskussion beschloss das Gremium , sich am Projekt "Erhalt der traditionellen Bewässerung Europas im Forchheimer Land" mit 1206 Euro zu beteiligen.

Bebauungsplan "Baumgarten"

In der April-Sitzung hatte das Gremium bereits einen Grundsatzbeschluss für die Aufstellung eines Bebauungsplans für das Gebiet "Baumgarten" gefasst, damit die Erschließung beitragsrechtlich gesichert wird. Die bestehende Straße Baumgarten hat weder Kanal noch Beleuchtung. Durch den Bebauungsplan sei es nun möglich, die Straße für anliegenden Grundstücke auszubauen, erklärt Bürgermeister Alwin Gebhardt (DWV). Das Gremium stimmte nach kurzer Diskussion einstimmig zu. Der Gemeinderat beschloss weiter, dass Satteldächer mit einer Dachneigung von 30 bis 40 Grad zulässig sind, ebenso Flach- und Pultdächer mit einer Dachneigung bis zehn Grad. Die bestehende Festsetzung der Dachform und Dachneigung entfällt. Zulässig ist zukünftig eine Wandhöhe von 9,50 Metern sowie eine Firsthöhe von elf Metern erlaubt.

Mehr Transparenz

In seinem Bericht sagte Bürgermeister Gebhardt, dass er "neue, transparente Wege" gehen möchte. Er verwies darauf, dass zu allen Informationen Fotos gezeigt würden, damit sich das Gremium visuell vorstellen könne, worum es gehe. So begann der Informationsteil mit Ausführungen zur Umstellung der Straßenbeleuchtung in Dürrbrunn und Unterleinleiter auf LED. Die Kosten hierfür betragen 160 000 Euro. Ein Pavillon für die Bauhofmitarbeiter wurde angeschafft, damit diese ihre Tätigkeit, wenn Gräber für Bestattungen ausgehoben werden, ungehindert ohne Zuschauer verrichten können. Regelmäßig treffen sich nun Bürgermeister und Bauhofmitarbeiter jeden Mittwochmorgen zur Besprechung. Weiter wurden zahlreiche fehlende Verkehrsschilder gemeldet, vorwiegend landwirtschaftliche Schilder. Der Bauhof wurde beauftragt, diese baldmöglichst zu ersetzen. "In Dürrbrunn steigt die Zahl der Fehlalarmierung besorgniserregend an", teilt der Bürgermeister mit. Er unterbreitete dem Gremium den Vorschlag, diesbezüglich einen Wartungsvertrag abzuschließen, weil dies günstiger wäre als die jeweiligen Reparaturen.

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