Auf einem Grundstück der Bayerischen Staatsforsten im Staatswald am Oberen Vogelberg, Gemarkung Kleingesee, will die Gesellschaft Telefónica einen neuen Mobilfunkmast errichten. Gegen diesen Standort regt sich aber nun Widerstand der Anwohner aus Kleingesee. Die ursprüngliche Beschlussempfehlung der Verwaltung dazu lautete: "Der Markt Gößweinstein begrüßt den geplanten Neubau einer Mobilfunksendeanlage. Es muss sichergestellt sein, dass die Entfernung der Anlage zur nächsten Wohnbebauung mindestens 250 Meter beträgt." "Sehr viele Bürger in Kleingesee sind erschrocken und haben eine Initiative gegründet mit dem Ziel, den Beschluss umzuändern", erklärte die Kleingeseer Marktgemeinderätin Tanja Rost (JuF). Kleingesees Feuerwehrkommandant Marco Brendel (BMG) pflichtete ihr bei. Laut Brendel hätten Anwohner Sorge wegen der Strahlenbelastung. Sie wünschen, dass ein Alternativstandort weiter in Richtung des Staatswalds und mehr weg von ihren Häusern gesucht wird. Den Bürgern sollte daher die Möglichkeit gegeben werden, sich innerhalb von 60 Tagen dazu zu äußern, forderte Brendel. Der Gemeinderat verwies auch, dass der vorgesehene Standort an einer stark befahrenen Straße liegt, auf der es zu vielen Verkehrsunfällen komme. "Aus unserer Sicht ist der Standort eine hervorragende Lösung", betonte allerdings Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (FW). Er verwies darauf, dass der tatsächliche Abstand zur Wohnbebauung 360 Meter betrage. Wolle man den Beschlussvorschlag ändern, brauche er aus dem Rat Änderungsvorschläge. Wenn die Gemeinde gar keine Stellungnahme abgebe, dann sei "das Ding" entschieden. Brendel betonte, dass dort viele Familien mit Kindern wohnen. Maximilian Sebald (JUF) riet, dass die Gemeinde in das Verfahren eintreten soll. "Die 30 Tage dafür sind doch längst schon rum", rief Benno Beck (BMG) verärgert dazwischen. Wie Bernhard Vogel (SPD) jedoch bemerkte, ging das Schreiben des Mobilfunkkonzerns am 12. November ein. Also sei noch Zeit, an dem Verfahren mitzuwirken. Danach seien noch mal 60 Tage Zeit, um alternative Standortvorschläge zu machen, meinte Georg Lang (CSU), der selbst folgenden Beschlussvorschlag formulierte: "Der Markt Gößweinstein begrüßt den geplanten Neubau einer Mobilfunksendeanlage und teilt mit, dass der Markt Gößweinstein am Verfahren der Standortfindung mitwirken will." Zimmermann fragte, was mit dem zweiten Satz geschehen solle. Dies sorgte für Ratlosigkeit im Rat. Laut Lang sei dies die Folge wegen des Abstands zur Wohnbebauung. Es blieb schließlich bei seinem Beschlussvorschlag, dem dann einstimmig zugestimmt wurde. Laut Rost wollen die Bürger nächste Woche darüber beraten, um Standortalternativen vorschlagen zu können.

Vodafone in Wichsenstein

In Wichsenstein hat die Gesellschaft Vodafone, die in Richtung Spitzenstein ebenfalls einen Mobilfunkmast errichten will, ihren Bauantrag, dem die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses bereits am 11. Februar zugestimmt hatten, nach Bürgerprotesten beim Landratsamt Forchheim ruhend gestellt. Der Grundstücknutzungsvertrag mit dem Eigentümer wurde jedoch schon abgeschlossen. Die Suche nach einem Alternativstandort war in Wichsenstein bislang noch nicht erfolgreich. Auch in Kohlstein und Umgebung sucht die Deutsche Telekom inzwischen nach einem geeigneten Grundstück zur Errichtung einer Mobilfunksendeanlage. Verschiedene Grundstückseigentümer haben dort aber bisher eine Vermietung ihrer Grundstücke abgelehnt. Keine Probleme gab es hingegen beim Antrag der Gesellschaft Bernhart-Conskom, deren Vertragspartner Vantage-Towers den bestehenden Mast des Freistaats Bayern am Wanderweg von Gößweinstein Richtung Tüchersfeld mitnutzen will, um vor allem die Mobilfunkversorgung im Pottensteiner Ortsteil Tüchersfeld zu verbessern. Für Zimmermann ist die Digitalisierung ein ganz wichtiger Beitrag für die Zukunft. "Es gibt emotionale Diskussionen, aber wir müssen die Sachlichkeit beibehalten", mahnte der Rathauschef.