Forchheim
Feier

Forchheimer Fest wird "Stadtfest" heißen - erste Details zum Konzept vorgestellt

Die Entscheidung in Forchheim ist gefallen: Das neu aufgelegte Innenstadtfest bekommt den Namen "Forchheimer Stadtfest". Doch die Diskussionen gehen weiter.
Das Altstadtfest in Forchheim - hier vor dem Rathaus -  wird von manchen in Frage gestellt. Fotos: hit/Archiv; Bildmontage: Franziska Schäfer
Das Altstadtfest in Forchheim - hier vor dem Rathaus - wird von manchen in Frage gestellt. Fotos: hit/Archiv; Bildmontage: Franziska Schäfer

Der Namensstreit in Forchheim ist beendet, aber viele Fragen zum neuen Innenstadtfest bleiben weiterhin offen. Die Stadträte im Hauptausschuss haben einstimmig den Namen "Forchheimer Stadtfest" beschlossen. Damit bestätigte die Stadtpolitik den Namensvorschlag, den die Mehrheit der Bevölkerung bei der Online-Befragung favorisierte.

Vorangegangen war eine wochenlange Diskussion über den ursprünglich vom Festkomitee vorgeschlagenen Namen "Mauerscheißer-Fest". Daraufhin wurde beschlossen, die Bevölkerung einzubinden und online über fünf Namensvorschläge abstimmen zu lassen. 1463 Forchheimer gaben ihr Votum ab. Es flossen auch Online-Kommentare und Stimmen, die per Brief, Anruf oder bei einem persönlichen Besuch abgegeben wurden, in das Ergebnis ein. Die meisten votierten für "Forchheimer Stadtfest" (40 Prozent), gefolgt von "Mauerscheißerfest" (29 Prozent).

Vier Festtage ab Christi Himmelfahrt

"Das Ziel im Festkomitee war aber von Anfang an, ein neues Festkonzept zu erarbeiten", betonte Citymanagerin Elena Büttner bei der Vorstellung der Ergebnisse. Nachdem das ehemalige Altstadtfest im Sommer 2018 abgesagt wurde, sprang das Citymanagement ein und veranstalte kurzerhand das "Anstattfest". Dieses Jahr soll das viertägige Innenstadtfest, das von Christi Himmelfahrt, 30. Mai, bis Sonntag, 2. Juni, geplant ist, noch besser werden.

"Wir wollen das Fest auch qualitativ eine Ebene höher machen", versprach Büttner. Der Schwerpunkt des Festes soll nicht auf Essen und Trinken liegen. Das Stadtfest soll vor allem durch ein "buntes und vielfältiges" Musikprogramm punkten. "Nichts was um die Ohren fliegt, sondern mit Atmosphäre. Musik, die die Leute durch die Stadt tragen soll", verriet Büttner. Daneben sei ein breit gefächertes Kinderprogramm geplant. Auch die Geschichte der Stadt Forchheim soll während der Festtage thematisiert werden: "Es gibt bereits Gespräche mit dem Stadttheater, um die Geschichte Forchheims lebendig werden zu lassen." Als weitere Kulturschaffende sei auch das Junge Theater mit "Tat und Rat" dabei. Auch Geschäfte und Handel der Innenstadt seien im Boot.

Konkrete Details zum Festprogramm sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden. Nur soviel: Vor den beteiligten Innenstadt-Gaststätten werden wie 2018 erneut einzelne Bühnen aufgestellt, für die Bespielung sind die Wirte zuständig. Die Bands und Auftritte sollen aber koordiniert werden.

Stellungnahme der Gastwirte irritierte den Ausschuss

Die Ausschussmitglieder waren sich alle einig, dass der Namensstreit mit der Wahl des "Forchheimer Stadtfestes" nun ein Ende haben müsse. Gleichwohl könnte der im Raum stehende Untertitel "König, Kaiser, Mauerscheißer" wieder für Diskussion sorgen. Denn eine schriftliche Stellungnahme der beteiligten Wirtinnen und Wirte, die diese Kompromiss-Lösung befürworten, sorgte im Hauptausschuss für Irritation. Darin schreiben die Gastronomen des Festkomitees: "Wir tragen den größten Teil des Risikos einer Außenveranstaltung und sind auch bereit, in dieses Fest und sein Konzept zu investieren. Jedoch nur, wenn wir auch zu 100 Prozent dahinterstehen können." Am Stadtfest beteiligen sich die Gaststätten Arizona, Zollhaus, Lübbis, Hauscafé, l'Osteria, Alte Wache, Currywoschdhaus und Stadtlockal. "Dieser Satz grenzt nahezu an eine Erpressung. Vor allem wenn man bedenkt, wie hoch der Aufwand der Stadt ist", ärgerte sich Stadtrat Manfred Hümmer (FW).

Auch CSU-Rat Thomas Werner betonte explizit, dass die Stadt Forchheim der Veranstalter des Stadtfestes ist. Er reagierte verblüfft, als Büttner ihm offenbarte, dass das Citymanagement insgesamt 28 000 Euro eingestellt habe, die für das Fest zur Verfügung stünden. Ein Großteil davon werde in bessere Werbemaßnahmen fließen, erläuterte die Citymanagerin. "Ich bin aber der Meinung, wir werden diese 28 000 Euro nicht gänzlich brauchen." Von Seiten der Stadtverwaltung beteiligt sich zudem der Bauhof und das Ordnungsamt an der Durchführung des Stadtfestes.

"Wenn man diese internen Leistungen geldwert umrechnet, sind wir bestimmt bei einem doppelten Betrag. Da stellt sich schon die Frage, wer hat bei dem Fest den Hut auf?", meinte Hümmer. Dennoch sendeten die Mitglieder des Hauptausschusses generell ein positives Signal zum anstehenden Stadtfest. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein fügte hinzu, dass die Stadt womöglich langfristig auch nicht für immer der Veranstalter des Innenstadtfestes sein müsse.