Es bleibt dabei: An der Mittelschule in Ebermannstadt wird es auch im kommenden Schuljahr eine Mittagsbetreuung geben. Alternativen wären die Einführung der "offenen Ganztagsschule" oder die Beaufsichtigung der Kinder in einem Hort.
Darüber informierte die Mitglieder des Finanz - und Kulturausschusses Martin Hempfling vom Jugendamt des Landkreises Forchheim. Laut seinen Unterlagen nehmen derzeit 84 der 227 Grundschulkinder die Mittagsbetreuung bis 14 Uhr in Anspruch. 36 Kinder werden in der verlängerten Mittagsbetreuung bis 16.45 Uhr beaufsichtigt. Die Kosten: 35 bzw. 55 Euro.
Im Gegensatz dazu sei die offenen Ganztagsschule, abgesehen von einem Verpflegungsbeitrag, gratis. Allerdings müsse sich die Schule dafür bewerben. In Ebermannstadt wolle man aber abwarten, welche Erfahrungen andere mit dieser Schulform machen.


Betreuung im Hort?

Möglich sei auch die Betreuung der Kinder in einem Hort. Dafür seien - wie bei der offenen Ganztagsschule - Fachkräfte notwendig. In beiden Fällen sei die Leitung eine Erzieherin. Die Leitung einer Mittagsbetreuung könne auch eine Person mit entsprechender pädagogischer Qualifikation übernehmen. Allerdings seien hier die Kosten eindeutig höher. Hier müssten die Betreuungszeiten gebucht werden.
Der Vorteil: Im Hort könne eine kindbezogene Förderung durch Erzieher und Sozialpädagogen gewährleistet werden. Der Bedarf, so Martin Hempfling, sei auf jeden Fall gegeben, denn der Anteil der Alleinerziehenden liege in Ebermannstadt mit 14,2 Prozent über dem Landkreis-Durchschnitt von 11,5 Prozent. Auch die Zahl der Erziehungsberechtigten, die von "Hartz IV" leben müssten, sei in Ebermannstadt höher als im Durchschnitt des Landkreises.


Mehr Beratungen

Dazu kommt: Im Ebermannstadt stieg die Zahl der Erziehung-Beratungen zwischen 1999 und 2013 um mehr als 30 Prozent. Im gleichen Zeitraum gingen diese Beratungen im Landkreis-Durchschnitt sogar zurück. Die Beratungen des Sozialdienstes, die im Landkreis-Durchschnitt ein Plus von 139 Prozent aufweisen, stiegen in Ebermannstadt um 273 (!) Prozent.
Und: Konzentrations- und Unterrichtsstörungen, überforderte Eltern, Schulunlust, verbale Gewalt und Mobbing gehörten an den Grund- und Mittelschulen fast schon zum Alltag. Bei einer Befragung der Lehrkräfte und einen Bewertungsschema von eins (kommt nie vor) bis vier (häufig) lägen die Werte in fünf der sechs Kategorien teil deutlich über drei, so Martin Hempfling. Er empfahl: Unabhängig davon, ob an der Grundschule Ebermannstadt eine "Offene Ganztagsschule" eingerichtet wird oder ob es bei der bestehenden Mittagsbetreuung bleibt, "ist aus Sicht der Jugendhilfeplanung der weitere Bedarf für einen Kinderhort in der Stadt Ebermannstadt gegeben."


Gut angelegtes Geld

Für Ludwig Brütting (FW) eine wichtige Aussage. "Damit ist der Bedarf für einen Kinderhort offiziell bestätigt", folgerte Brütting. Der Umbau der ehemaligen Schreinerei im Hasenberg-Zentrum sei dafür ein wichtiger Schritt.
Ebermannstadt als bildungsorientierte und familienfreundliche Stadt müsse sich in die Pflicht nehmen lassen und dort für eine Betreuung der Kinder sorgen, wo sie andernorts nicht möglich sei. Erwin Horn (NLE) ergänzte, dass damit die Stadt an Attraktivität gewinne. Geld, das für die Betreuung der Kinder in einem Hort ausgegeben werde, sei gut angelegt. "Dann muss später kein Geld für die Verfolgung von Straftaten ausgegeben werden", urteilte Horn.