Die Pinzberger Pfarrgemeinde feiert heuer ihren 175. Geburtstag. Und sie macht das ein ganzes Jahr lang, mit immer neuen Veranstaltungen und Events. Ein glanzvoller Höhepunkt der Feierlichkeiten war jetzt der Besuch des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick. Schick kam nach Pinzberg, um dort auch den neuen Kirchenwanderweg zu eröffnen.

Bereits am Sonntagmorgen eröffneten die Pinzberger ihre Feierlichkeiten mit einem Festgottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus. Den Gottesdienst feierte der Forchheimer Regionaldekan Georg Holzschuh gemeinsam mit Pinzbergs Pfarrer Michael Gehret.
Bis vor 175 Jahren hatte die damalige Kuratie Pinzberg zur Pfarrei St. Martin in Forchheim gehört. Bis dahin konnten die Forchheimer bestimmen, welcher Pfarrer Pinzberg betreut.
Seitdem hat sich viel geändert. Das Thema "Wandel" war auch ein Kernthema in der Predigt Holzschuhs. Veränderungen gebe es über alle Jahrhunderte. Das Gebet auch in diesem Wandel zu erhalten, das Gebet in der Familie zu pflegen, sei umso wichtiger.

Zeugnisse einer stolzen Tradition

Das Gotteshaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die bunten fränkischen Trachten und die Fahnenabordnungen aus Pinzberg und Gosberg erinnerten an eine stolze Tradition. Der Gesangverein Liederkranz Pinzberg unter Aleksander Ezhelev, sowie Maria Roth an der Orgel schmückte den Gottesdienst musikalisch aus.
Christine Förstel und Gemeindereferentin Elisabeth Marx hatten derweil parallel einen Kindergottesdienst im Freien geplant. Der Regen trieb die Kinder allerdings in den Gemeinderaum.

Am Festzug zum Festplatz an der Marienkapelle am Lohranger beteiligte sich dann aufgrund des schlechten Wetters nur noch eine relativ kleine Gruppe. Die zwei Zelte, die die Feuerwehren aus Pinzberg und Gosberg bereitgestellt hatten, boten immerhin Schutz vor dem Allerschlimmsten.
Improvisationstalent war gefragt, als die Wiese in Morast zu versinken drohte und sich teilweise kleine Seen bildeten.

Aber die Pinzberger waren voller Ideen an dieses Ereignis herangegangen, und das sollte sich letztlich auch lohnen. Denn der Himmel hellte sich langsam wieder auf. An vielen Stellen der Festwiese sammelten sich die Menschen.

Der Katholische Frauenbund (KDFB) sorgte für Kaffee und Kuchen. Pfarrer Michael Gehret war es vorbehalten, eine Geburtstagstorte mit 175 Kerzen anzuschneiden. Schließlich durften sich die Gäste auf einer Vorlage mit ihrem Handabdruck und ihrer Unterschrift verewigen. Die bunte Gemeinschaftscollage wird im Sitzungszimmer der Pfarrgemeinde einen Platz finden.
"Das ganze Jubiläumsjahr ist hier in der Pfarrei sehr breit angelegt. Das ist schon etwas ganz Besonderes", staunte da Regionaldekan Holzschuh.

Blicke in die Vergangenheit

Mit Spannung wurde die Ankunft von Erzbischof Schick erwartet, der pünktlich zur Vesper in der Marienkapelle eintraf.
Zahlreiche politische und kirchliche Ehrengäste wie Landrat Reinhardt Glauber (FW) und Dekan Marcus Wolf hatten sich eingefunden, um den hohen Gast aus Bamberg willkommen zu heißen. Pfarrer Michael Gehret und Pfarrgemeinderatsvorsitzende Sieglinde Seeber begrüßten den Erzbischof vor der Marienkapelle. Die beiden warfen einen Blick zurück in die Vergangenheit und würdigten die Veränderungen und Entwicklungen. "14 Pfarrer und Pfarradministratoren haben seit der Erhebung Pinzbergs zur königlich bayerischen Pfarrei im Jahr 1838 hier ihren Dienst zum Wohle des Gottesvolkes vertreten", berichtet Gehret.

Sieglinde Seeber spannte den politischen Bogen von damals bis heute. Sie stellte die technischen, aber auch gesellschaftlichen Veränderungen heraus. "Nur eine Sache blieb in den vergangenen 175 Jahren stets gleich: Gott war und ist mit den Menschen alle Zeiten. Dafür möchten wir in diesem Jubiläumsjahr ihm danken", schloss Pfarrer Gehret.

Patenschaften für Senegal

Besonders erfreut zeigte sich Erzbischof Schick über zwei Schulpatenschaften, die Sieglinde Seeber im Namen des Pfarrgemeinderats und des KDFB für die Kinder Sophie-Theres und Malik in der Partnerdiözese Thies im Senegal geschlossen hat.

Zwei Patenschaften für eine Grundschule und ein Gymnasium in Senegal waren das Gastgeschenk der Gemeinde Pinzberg, das Bürgermeister Reinhard Seeber (CSU) überreichte.
Abschließend ging es zum Eingang des Grundstücks, wo ein Band noch den neuen Kinderwanderwegs symbolisch versperrte Der neue Weg verbindet künftig alle Kirchen der Pfarrei.