Die Felder seines Wirkens waren weitläufig: So war der Kommunalpolitiker und Seniorenbeauftragte Jürgen Kränzlein, der am Dienstag im Alter von 75 Jahren starb, beispielsweise auch eine vertraute Größe der FT-Sport-Berichterstattung. Jahrzehnte lang schrieb er unter dem Kürzel "jk" über das Geschehen auf den Fußballplätzen im Landkreis.

Als Gößweinsteiner war sein Spezialgebiet die Fränkische Schweiz. Dank ihm wussten die Leser am Montagmorgen zuverlässig, wie die Mannschaften von Gräfenberg bis Pottenstein am Wochenende abgeschnitten hatten. Auch wenn Nachholspiele unter der Woche anstanden, lieferte er ohne Aufforderung Information von "seinen" Teams. So etwas wie Stress schien es für den freundlichen und humorvollen Herrn mit der Fliege nie zu geben. Auf seine Beiträge war Verlass - auch in jener Zeit, als der Jurist Jürgen Kränzlein nach der Wende am Kreisgericht Zwickau beruflich stark gefordert war.

Wie berichtet, hatte Jürgen Kränzlein erst am Dienstagabend schriftlich seinen Rücktritt erklärt. Der leidenschaftliche Sozialdemokrat war der dienstälteste Gemeinderat in Gößweinstein gewesen. Wie nun am Wochenende bekannt wurde, starb Kränzlein wenige Stunden, nachdem er seinen Rücktritt bekannt gemacht hatte. Er hatte seine Amtsniederlegung damit begründet, dass er seine Ehrenämter als Gemeinderat und Seniorenbeauftragter aus gesundheitlichen Gründen in absehbarer Zukunft nicht mehr werde ausüben können. Zweiter Bürgermeister Georg Bauernschmidt (SPD) hatte Kränzleins große Verdienste für den Markt Gößweinstein am Dienstag mit diesen Worten gewürdigt: "Kränzlein ist ein Kollege, der sich im Rat und bei den Bürgern hohes Ansehen mit juristischem Sachverstand erarbeitet" habe.

Sein Einsatz hinterlässt Spuren

Zu den Verdiensten von Kränzlein gehört beispielsweise der Erhalt des Höhenschwimmbades. Auch der Verkauf der Jugendherberge, aus dessen Erlös der Verein "Zukunft Gößweinstein" entstand, wäre ohne Jürgen Kränzleins Engagement nicht denkbar gewesen. Wobei er sich weit über Gößweinstein hinaus einen Namen gemacht hat. Etwa als SPD-Kreisrat, der sich mit geschliffenen Beiträgen zu Wort meldete und regelmäßig auch seine politischen Gegner überzeugte. Die Menschen schätzten neben seiner politischen, seine juristische Begabung. So hat Kränzlein in Zwickau fast zwei Jahrzehnte lang als Präsident des Kreisgerichtes die Justiz mitgestaltet. roe