Das Thema Nachhaltigkeit bestimmt den Alltag zunehmend, gerade beim Einkaufen. Seit längerer Zeit eröffnen daher immer mehr Unverpackt-Läden, die ein verpackungsfreieres Einkaufen ermöglichen wollen. Waren solche Geschäfte bisweilen nur in größeren Städten wie Erlangen, Bamberg oder Nürnberg zu finden sind, soll nun auch in Hausen ein solcher Unverpackt-Laden eröffnen. Wir haben dem künftigen Inhaber Christian Schenkel einen Besuch am geplanten Verkaufsort abgestattet, um mehr über sein Projekt zu erfahren.

Prinzip verbreitet

Das Prinzip eines Unverpackt-Ladens ist inzwischen bekannt. Produkte des täglichen Gebrauchs werden hier in exakt den Mengen, in denen sie benötigt werden, verkauft. Dass der Konsument selbst entscheiden kann, wie viel er von etwas benötigt, wirkt natürlich einerseits der Verschwendung von Lebensmitteln entgegen. Andererseits kann dadurch, dass Käufer ihre eigene Verpackung in Form Brotzeitdosen, Gläsern oder Stoffbeuteln von Zuhause mitbringen und sie vor Ort befüllen, auch überflüssiger Verpackungsmüll eingespart werden.

Vor allem die Menge an Plastikmüll könnte dadurch verringert werden. Vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeitsdebatte ist es nicht verwunderlich, dass Unverpackt-Läden auch in der Umgebung immer stärker nachgefragt werden. Würzburg Bamberg, Nürnberg, aber auch Erlangen verfügen daher bereits über derartige Angebote.

Pilatusring geeignet

Auf der immer beliebteren Idee des Unverpackt-Ladens basiert auch das Konzept, das Christian Schenkel am Pilatusring in Hausen umsetzen möchte. Gerade renoviert er die Räumlichkeiten, in denen später die in etwa 60 Quadratmeter große Ladenfläche entstehen soll. Bei der Planung unterstützt ihn seine Frau, die als Innenarchitektin tätig ist. Durch die Nähe zur Bundesstraße und die Anbindung an die Bushaltestelle Pilatusfeld ist der Standort, der Schenkels Schwiegervater gehört, für das Vorhaben gut geeignet. Auch ein Radweg führt am geplanten Laden vorbei. Der kreativ eingerichtete Hof regt außerdem zu weiteren Veranstaltungen und Aktionen an.

Auf die Idee, einen Unverpackt-Laden zu eröffnen, kam Schenkel durch die Klimadebatte. "Ich habe zwei Kinder, da ist Fridays for Future natürlich ein Thema", meint er. Relativ schnell habe er bemerkt, dass auch in Hausen Bedarf für eine nachhaltige Einkaufsmöglichkeit bestehen könnte. Interesse am unverpackten Einkauf zeigten so gleich mehrere Freunde und Bekannte. Vom ökologischen Standpunkt aus sei es für viele aus der Umgebung jedoch wenig sinnvoll, nur für das Einkaufen nach Erlangen oder Bamberg zu fahren. "Dazwischen gibt es so etwas noch nicht, obwohl das Einzugsgebiet doch relativ groß ist", weiß Schenkel. Auch Bürgermeister Bernd Ruppert (CSU) zeigt sich nach einigen Gesprächen mit Schenkel recht angetan. "Die Idee mit dem Unverpackt-Laden finde ich sehr gut. Hier gibt es bestimmt sehr viel Potenzial", meint auch er.

In Kooperation mit ZeroHero aus Nürnberg und Erlangen möchte Christian Schenkel deshalb in Hausen vor allem trockene Lebensmittel wie Mehl, Nudeln, Reis, Hülsenfrüchte oder Cerealien, aber auch Drogerieartikel wie Cremes, Seifen, Shampoos, Waschmittel, Putzmittel oder Hygieneartikel verkaufen. Noch plant er ein relativ breites Angebot. Welche Produkte in Hausen besonders beliebt sind, wird sich noch herauskristallisieren.

Erst einmal geht es Schenkel, der zuvor im Bereich Management tätig war, darum, überhaupt eine Möglichkeit für fairen, nachhaltigen Konsum in Bioqualität vor Ort zu schaffen.

Produkte in Großgebinden

Produkte sollen dafür in Großgebinden angeliefert werden. Haferflocken werden beispielsweise in 25 Kilogramm schweren Säcken gekauft, damit durch die Verpackung weniger Abfall entsteht. Nach der Anlieferung sollen die Waren in Spendersysteme, sogenannte Bins, gefüllt werden.

Der Kunde kann sich dann mit einem Hebel etwas vom gewünschten Produkt abfüllen, ohne direkt mit der Ware in Kontakt zu kommen. Bei Verkaufsgütern, die doch berührt werden müssen, sollen austauschbare Zangen und Schaufeln verwendet werden.

Um den Hygienebestimmungen gerecht zu werden, wurde schon bei Beginn der Planung die Lebensmittelüberwachung Forchheim beratend hinzugezogen. Somit stellt unverpacktes Einkaufen auch in Corona-Zeiten kein höheres Risiko dar, als der gewöhnliche Lebensmitteleinkauf, meint Schenkel. Einer Eröffnung im nächsten Jahr steht daher auch hygienetechnisch nichts im Wege.