Wenn Mountainbiker Runden durch die Wälder drehen, sehen das nicht alle gerne. Im Gelände kommen sich Radler, Wanderer und Förster immer mal wieder in die Quere. Solche Konflikte kennt der leidenschaftliche Radfahrer Holger Ried aus Forchheim aus eigener Erfahrung.

Gemeinsam mit Mountainbikern aus der Stadt und Umgebung will er etwas unternehmen. Sie haben sich zur Interessengemeinschaft "Trail Park Forchheim" zusammengeschlossen - mit dem Wunsch: In den Forchheimer Wäldern sollen legale Mountainbike-Strecken angelegt und erhalten werden.

Ihre Idee steht noch am Anfang, aber sie haben bereits erste Kontakte mit der Stadtverwaltung geknüpft. "Wir wollen dafür möglichst alle mit ins Boot holen und eine Lösung finden, die für alle passt, damit es nicht wieder zu Streitereien kommt", sagt Ried und ist überzeugt: Durch ausgewiesene Mountainbike-Strecken (sogenannten Trails) in den Wäldern zum Beispiel in Burk, Buckenhofen oder im Kellerwald könne das "Miteinander" verbessert werden.

Nachwuchs steht in den Startlöchern

Und die Mountainbike-Szene in der Region Forchheim wächst. Immer mehr junge Freizeitsportler besuchen mit ihren geländegängigen Fahrrädern den "Dirtpark" auf der Forchheimer Schleuseninsel. "Der Nachwuchs steht in den Startlöchern. Das Mountainbiken kommt gut an in Forchheim", sagt Stefan Zieringer aus Poxdorf.

Auf den Rampen und Hügeln auf der Schleuseninsel könnten Mountainbiker zwar Sprünge und Tricks üben, aber im Gelände in den hiesigen Wäldern werde es problematisch. "Wenn ich junge Mountainbiker mit in den Wald nehmen will, gibt es keine Strecken, die für Anfänger geeignet sind. Und nichts ist frustrierender, wenn sie zwischendurch immer absteigen und schieben müssen", verdeutlicht Petra Ried. Gekennzeichnete und gepflegte Trails könnten gerade unter jungen Mountainbike-Sportlern Unfälle verhindern.

Der erste Radsportverein Forchheim unterstützt die Initiative für legale Trails. "So, dass die Leute in Forchheim am Abend eine Mountainbike-Runde drehen können, ohne dass sie Angst haben müssen, dass sie jemand anschwärzt oder dass sie Ärger bekommen", sagt Vereinsmitglied Holger Ried.

In Bayern ist Mountainbiken im Wald grundsätzlich durch das Betretungsrecht im Bayerischen Naturschutzgesetz erlaubt. Außer es bestehen Verbote durch Grundstücksbesitzer oder Naturschutzgründe. "Wir wollen natürlich auch eine naturverträgliche Lösung haben", betont Ried.

Aber es bestehen auch Bedenken zu einem "Trail Park Forchheim". Forchheims Stadtförster Stefan Distler beispielsweise sei aus forstwirtschaftlicher Sicht dagegen. Oberbürgermeister Uwe Kirschstein (SPD) hingegen zeigte sich auf Nachfrage sehr erfreut über die Initiative. Von legalen Trails in den Wäldern könne die Stadt sogar profitieren, argumentiert Mountainbiker Sebastian Koch: "Das kann für die Region und die Gemeinde ein super Vorteil sein." In Franken und ganz Bayern gebe es sehr wenige legale MTB-Trails. Die nächste offizielle Strecke sei in Treuchtlingen; auch am Nürnberger Schmausenbuck überlege man legale Trails anzulegen.

Nächster Schritt soll ein Runder Tisch in Forchheim sein, an dem unter anderem die Stadtverwaltung, die Staatsforsten und der Bund Naturschutz mitwirken sollen. Und was der Interessengemeinschaft außerdem wichtig ist: "Wir wollen, dass die Strecken öffentlich sind, so dass sie für jedermann zugänglich sind", betont Koch.