30 Werke aus 40 Ausstellungsjahren in 65 Lebensjahren - unter diesem Leitgedanken gewährt der akademische Kunstmaler Klemens Wuttke in einer Ausstellung im Forchheimer Pfalzmuseum einen Einblick in sein sehr umfängliches Schaffen. "30-40-65" lautet demnach auch der Titel der beifällig aufgenommenen Ausstellung, die bis zum 15. März zu sehen ist. Rund 70 Besucher wohnten der Eröffnung bei, darunter Freunde und Wegbegleiter aus zahlreichen Aktionen in Wuttkes "Atelier 1" in Nürnberg. In ihrer Rede würdigte die Leiterin des Pfalzmuseums, die Kunsthistorikerin Susanne Fischer, den Weg von Klemens Wuttke, der - von seinem Onkel als Kunsterzieher in Lichtenfels inspiriert - sein Leben voll und ganz der Kunst widmete, was für einen freischaffenden Künstler nicht einfach sei. Eigene, freie Kunst und Kunstvermittlung seien für ihn dabei gleichwertig geworden. Susanne Fischer belegte dies mit dem Hinweis auf das seit 1998 betriebene "Atelier 1", das für viele einen Einstieg in das Kunstschaffen bedeutete, und das Malen an den Volkshochschulen in Nürnberg und Erlangen; ebenso die Vorträge zur Kunstgeschichte und organisierten Tagesfahrten zur Kunst, "womit Klemens Wuttke seinem Publikum einfach seine eigene Begeisterung für die Kunst weitergeben wollte".

Drei Aspekte

Fischer bezeichnete Wuttke als einen sehr produktiven Künstler mit einer Vielzahl von Themen und Werken. Für die Ausstellung wurden drei Aspekte ausgewählt: Aktzeichnungen, Blumenstilleben und Landschaften/Stadtansichten. Die Aktzeichnungen sind bewusst schnell skizziert, dadurch werden die Aquarelle sehr leicht und locker bei bewusster Vernachlässigung der anatomischen Einzelheiten. Mit der Konzentration auf das Wesentliche wird der Kern der jeweiligen Pose herausgearbeitet. Blumen, vor allem Hortensien, Rosen, Tulpen und Sonnenblumen, faszinieren den Maler durch ihre natürlichen Farbkompositionen, aber auch, wie sie zu luftigen Sträußen arrangiert sind. Deutlich wird vor allem, dass der Künstler das Malen in der Natur liebt. Vor allem die südländische, italienische Landschaft mit Meer, Strand und Wellen und die malerischen Städtchen mit ihren leeren Plätzen und den hohen Mauern in der Mittagshitze haben es ihm angetan. Das Gesehene wurde direkt vor Ort auf das Blatt gebannt. Die Kunsthistorikerin sieht Wuttkes Arbeitsweise durchaus in der Tradition der französischen Freilichtmaler und Impressionisten.

Die 30 Werke, überwiegend in Aquarelltechnik, sind vorwiegend gegenständlich und bestechen durch ihre starke Farbigkeit. Susanne Fischer erklärte: "Farbe drückt für ihn Lebensfreude aus". Ebenso seien ihm Gefühl und Wirkung wichtig, was auch aus seiner Ausbildung zum Farbberater in Salzburg resultiere.

Begrüßende Worte sprach Bürgermeister Franz Streit (CSU). Die Stadt schätze sich glücklich, mit den Räumen im Pfalzmuseum Künstlern aus der Stadt und der Region ein attraktives Forum anbieten zu können. Klemens Wuttke kenne er seit vielen Jahren und er dankte ihm für seine künstlerische Präsenz in der Stadt. So füge es sich gut, dass er mit ihm seine letzte Kunstausstellung eröffnen dürfe, denn mit Ablauf der Wahlperiode gebe er sein Stadtratsmandat auf. Dies war Anlass für Susanne Fischer, Franz Streit "mit ein bisschen Wehmut" für die vielen gemeinsam eröffneten Ausstellungen zu danken. Ein oftmaliger Begleiter der bildenden Kunst ist der Musiker Lucky Schmitt. Mit gefühlvollen und jazzig-rockigen Arrangements gab er dem Ganzen einen fröhlichen Drive.