Sie befestigten Wege, schoben Schubkarren voller Erde, pflanzten Bäume und Sträucher, stellten Ruhebänke auf, hackten Unkraut, gießen die Blumen. Und das alles seit fast zwei Jahren ehrenamtlich; meistens am Dienstagnachmittag in geselliger Runde und zum Wohle der Allgemeinheit, nämlich im öffentlich zugänglichen Egloffsteiner Kurgarten.

Am Anfang, so erinnert sich Jutta Porisch, die treibende Kraft der Aktion, ging alles ein bischen zäh. Keiner wollte sich groß einbringen, um den verwahrlosten 50 Jahre alten Kurgarten, wieder auf Vordermann zu bringen, weil keiner einen besonderen Sinn darin sah. So war der spontan gegründete Arbeitstrupp aus einheimischen Bürgern am Anfang recht überschaubar. Durch den Landschaftsarchitekten Stromer, der einen kostenlosen Nutzungsplan erstellte, konkretisierten sich die Pläne.


Aber erst seitdem sich der Bund Naturschutz als Träger des Projektes "Fledermausfreundlicher Garten" einbrachte, fließen die Hilfen und Zuschüsse von Vereinen und Privatleuten, freut sich Porisch. Auch die Gemeinde stieg ein und seitdem "läuft alles bestens", urteilt Porisch, die vor allem darauf stolz ist, dass es ein Projekt heimischer Bürger ist.

Sitzgruppen und ein Insektenhotel

Die Gemeindearbeiter reparierten schon die Bachbrücke, alle Wanderwege haben sie frisch geschottert und sie mähen auch die Wiesenflächen. Jetzt soll mit Hilfe des Naturparkvereins ein schönes Geländer um den Teich und ein Steg in den Teich gebaut werden. Neue, von Ortsbürgern und dem Heimatverein gespendete Sitzgruppen, finden sich jetzt im Kurpark, Sträucher als Lebensraum für Insekten, Rosenbeete im Eingangsbereich und sogar ein "Insektenhotel" gesellte sich dazu. Es soll Lebensraum bieten für Spinnen und Bienen und andere Insekten.

Die Arbeiten und "Bauwerke" dienen auch dem Wohl der Fledermaus erläutert Helga Schramm, die im Sommer im Kurpark geführte Fledermauserkundungen anbietet. So gibt es ein Themenbeet, welches durch Duft und Farbe der Blumen Schmetterlinge und andere Insekten wie Käfer anzieht, die wiederum zum Speiseplan der Fledermaus gehören. Vor allem die Zwergfledermause sind hier heimisch, erklärt Schramm und sie "wohnen" bevorzugt im "Paradiestal". Das befindet sich direkt oberhalb des Kurparkes.

Weitere Institutionen tragen zum Gelingen der Aktion "Fledermausgarten" bei: die Feuerwehr, die Raiffeisen- und die Sparkasse im Ort, der Tourismusverein. Ein Schmied hat sichsogar bereit erklärt, die noch fehlenden Infotafeln auf eigene Kosten aufzustellen. Für den Sommer ist eine Einweihungsfeier in Planung.

Ein Gingko erinnert an Goethe

Und warum ist gerade hier im Kurgarten ein Gingko-Baum zu finden? Die Erklärung: 1999, als alle Welt den 250. Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe feierte, feierte auch die Goethegesellschaft und zwar in Egloffstein. Der Grund: Caroline von Egloffstein war am Hofe von Weimar eine treue Freundin des dort lebenden Dichterfürsten. Und da der Gingko erklärter Lieblingsbaum von Goethe war, wurden im Kurgarten von Egloffstein gleich drei davon rings um den Pavillon gepflanzt, um an die Beziehung der beiden zu erinnern. Nur einer ist nach 15 Jahren noch übrig. "Zu feucht, der Boden" urteilt Helga Schramm fachmännisch, "das wollen die Gingkos nicht.