Soll das "Schwabachstüberl" in Steinbach saniert werden oder ein Neubau her? Diese Frage beschäftigte den Kleinsendelbacher Gemeinderat. Im Herbst 2019 hatte der Gemeinderat einen Gutachter beauftragt, ein Sanierungskonzept für das Gebäude zu erstellen. Es wurde festgestellt, dass das Haus so stark von Schimmel befallen ist, dass es für die Öffentlichkeit geschlossen werden musste. Seitdem könne es weder von Vereinen noch von privat genutzt werden, erklärte Bürgermeisterin Gertrud Werner (UWK). Die Kosten einer möglichen Sanierung und eines Neubaus lagen nun vor. Eine Teilsanierung würde 70 000 bis 90  000 Euro kosten, ein komplett Rückbau ohne technische Gebäudeausstattung circa 132 000 Euro. Bliebe als dritte Alternative noch ein Neubau in Holzständerbauweise (Kosten 77 492 Euro), ein Neubau mit Satteldach (180 000 Euro) oder mit Pultdach (140 000 Euro). Da die Bezirksregierung von Oberfranken mitgeteilt hatte, dass eine Förderung im Rahmen der Städtebauförderung nicht möglich ist, wurden dem Amt für Ländliche Entwicklung (ALE) bei einem Ortstermin Bewerbungsunterlagen überreicht. Das Amt erteilte nun der Gemeinde die Zustimmung zum vorzeitigen Maßnahmebeginn für die Planung einer einfachen Dorferneuerung. Von der Planung ist die Sanierung oder ein Neubau des "Schwabachstüberls" zum Dorfgemeinschaftshaus, eine Aufwertung des Bereichs Festplatz und Spielplatz sowie Skateranlage/Freizeitareal betroffen. Der Fördersatz liegt bei circa 65 Prozent. " Der Schimmel ist so stark", meinte Gemeinderat Armin Fuchs (UWK), "dass die Kosten für die Beseitigung sehr hoch sein werden. Denn bei der Schimmelbekämpfung weiß man nie, was auf einen zukommt." Peter Wartenfelser (DG) fand das Schimmelgutachten des Sachverständigen als weit überzogen. Die Situation sie lang nicht so schlimm. Wolfgang Höger (UWK) wies darauf hin, dass das 1950 erbaute Behelfsheim nur als vorübergehende Unterkunft für Flüchtlinge errichtet wurde und zu einem späteren Zeitpunkt zum Treffpunkt für Verein umfunktioniert wurde. Gerade schwarzer Schimmel, wie er festgestellt wurde, sei nicht zu verharmlosen. "Der Gutachter hat die Schimmelbildung nicht so verharmlost, wie es hier von einigen Ratskollegen dargestellt wird", meinte Eva-Maria Regenfus (UWK). Folko Bührle (DG) bekundete, er sei leidenschaftslos, ob Sanierung oder Neubau, nur sollte es kein "Pappdeckelhaus" werden. Er nahm damit Bezug auf den Neubau in Holzständerbauweise. Nach der Diskussion entschieden sich die Räte mehrheitlich gegen eine Sanierung und beschlossen mit 8:5 Stimmen, das "Schwabachstüberl" mit einem Pultdach neu zu bauen. Weiter beauftragte das Gremium mit 12:1 Stimmen die Bürgermeisterin, im Rahmen der Dorferneuerung Honorarangebote bei Landschaftsarchitekten für die Planung der Außenanlagen einzuholen.