Die Breitbandversorgung in der Gemeinde Egloffstein stand zum wiederholten Mal im Mittelpunkt einer Gemeinderatssitzung. Viel Neues kam dabei gleichwohl nicht heraus. "Der schwarze Peter bleibt bei der Gemeinde", monierte Bürgermeister Stefan Förtsch (CSU).

Benjamin Lamp vom Bayerischen Breitbandzentrum in Amberg war eigens angereist, um den Gemeinderäten die Vorgehensweise bei der Einrichtung eines Breitbandnetzes zu verdeutlichen.

Lamp empfiehlt der Gemeinde Egloffstein, trotz leichter Vereinfachung der Bürokratie ein Planungsbüros mit der Sache zu beauftragen. Selbst wenn der dafür von der Staatsregierung vorgesehene Zuschuss die Kosten übersteigen würde. Die Restkosten müsste in diesem Fall die Gemeinde selbst tragen.

Neben dem Breitbandzentrum dient ab März auch das Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, das bisherige Vermessungsamt, dem Zweck der Breitbandversorgung.

Ummelmanns Bedenken

Doch tatsächlich, so die Einschätzung des Gemeinderats Uli Ummelmann (FWA), "dauert das bestimmt ein halbes Jahr, bis die sich in das neue Thema eingearbeitet haben".

Uwe Wagner, der Leiter des Vermessungsamts in Bamberg, war mit vier seiner Kollegen ebenfalls zu dem Vortrag von Benjamin Lamp angereist. Er bestätigte indirekt die Aussage Ummelmanns.

Seine Behörde sei etwas überstürzt von der Bayerischen Staatsregierung in das neue Aufgabengebiet eingewiesen worden und werde nun das Breitbandzentrum und die Gemeinden unterstützen. Man müsse aber allerdings erst einmal schauen, welche Möglichkeiten es da überhaupt gebe. Auch aus diesem Grund habe er er seine Mitarbeiter zu dem Vortrag nach Egloffstein gleich mitgebracht.

Bis zu 90 Prozent

Wagner versicherte die volle Unterstützung seines Amtes für die Belange der Kommunen. Er bekam Rückendeckung von Bürgermeister Förtsch, der dem neuen Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung sein Vertrauen aussprach.

Lamp berichtete, dass die förderfähige Summe auf maximal eine Million Euro bei interkommunaler Zusammenarbeit angewachsen ist. Das bedeutet auch, dass nun eine Förderung von bis zu 90 Prozent möglich ist.

Neu ist auch, dass es je nach Baufortschritt Abschlagszahlungen gibt und die Kommune somit nicht die gesamte Planungs- und Bausumme vorstrecken muss. Der Rest eines Vortrags beinhaltete im Wesentlichen dieselben Fakten, die in der Dezember-Sitzung von Bürgermeister Förtsch schon vorgetragen worden sind. Demnach gibt es im Tal und vor allem im Hauptort derzeit eine sehr gute Breitbandanbindung via Kabel Deutschland mit 100 Mbit/s. In den hochgelegenen Dörfern gebe es derweil LTE-Anbindung.

Die meisten Dörfer der Gemeinde sind aber bisher nicht mit Breitband versorgt. Hier sollten auf Anregung von Lamp bis zu drei Gebiete ausgewählt werden, in denen die Breitbandversorgung mit 50 Mbit/s verwirklicht werden kann.

Nach der Bestandsaufnahme soll die Gemeinde mit möglichen Netzbetreibern Kontakt aufnehmen und ihnen das Netz schmackhaft machen.

Finde sich kein Netzbetreiber, weil diese dort keine Verdienstmöglichkeiten sähen, wäre für Lamp das Thema gestorben. Wenn dagegen ein Betreiber gefunden worden ist, beginnt ein etwa 18 Monate langes Prozedere: von der Antragsstellung bis hin zur Zuschussauszahlung. Das Wichtigste ist für Lamp auch deshalb, "keine Zeit zu verlieren und unverzüglich mit den Planungen zu beginnen".