Um die Bürger der Verwaltungsgemeinschaft über das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) zu informieren, das die beiden Gemeinden gemeinsam erarbeiten wollen, haben Bürgermeisterin Kathrin Heimann (Effeltrich) und Bürgermeister Paul Steins (Poxdorf) zur Auftaktveranstaltung in die Turnhalle der Effeltricher Grundschule eingeladen.

Überraschend viele Bürger sind der Einladung gefolgt, so dass die Turnhalle beinahe voll ist. In ihrer Begrüßung führt Bürgermeisterin Heimann aus, dass die zukünftige Entwicklung der beiden Nachbargemeinden Effeltrich und Poxdorf unter dem Motto stehen solle "Neues gestalten - Bewährtes erhalten". Wie beides bestmöglich miteinander verbunden werden könne, sei die übergeordnete Frage des im Januar 2016 initiierten Planungsprozesses.

Für die Planungsphase ist etwa ein Jahr angesetzt.
Um diesen Zeitplan einzuhalten, sind Fachleute des Büros für Städtebau und Architektur HWP (Würzburg) engagiert worden, die schon eine Vielzahl solcher ISEK-Projekte realisiert haben. Als Vertreter des Büros HWP und Moderatoren der Veranstaltung sind Architekt Hartmut Holl und Dipl.-Geograph Holger Kess nach Effeltrich gekommen.


Unentbehrliche Experten

Beide machen deutlich, dass für sie eine aktive Bürgerbeteiligung vorrangig ist. Zwar würden die Beschlüsse zu ISEK von den Gemeinderäten gefasst, aber für die konkrete Erarbeitung der örtlich passenden Konzepte seien die Bürger als Alltagsexperten unentbehrlich.

Deshalb sind in der Zeit von Juli bis November zwei Workshops geplant, bei denen alle Bürger ihre Ideen einbringen können. Vorgespräche mit Ortsbesichtigungen haben bereits dazu geführt, dass den einzelnen Handlungsfeldern ortsspezifische Fragestellungen zugeordnet worden sind; zum Beispiel "Gestaltung der Ortsmitte um die Linde herum", "Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes" (Effeltrich) oder "Neugestaltung des Raiffeisengeländes" und "Instandsetzung ortsbildprägender Gebäude" (Poxdorf).


Farbige Klebepunkte

Um die Meinung der anwesenden Bürger zu den Handlungsfeldern nebst zugehörigen Fragestellungen zu erfahren, werden farbige Klebepunkte verteilt, mit denen die Effeltricher Bürger aufgefordert werden, die Projekte ihrer Wahl auf den Postern an der linken Wand der Turnhalle zu kennzeichnen, während die Poxdorfer das Gleiche auf den Postern an der rechten Wand tun sollen.

Rote Punkte bringen zum Ausdruck, dass man dieses Handlungsfeld für besonders verbesserungsbedürftig hält, während mit den grünen Punkten die persönliche Einschätzung einer Maßnahme als besonders wichtig kundgetan werden kann. Die Ergebnisse dieser Meinungsumfrage werden vom Büro HWP zeitnah ausgewertet und dann im Internet oder im Mitteilungsblatt der VG veröffentlicht werden. Danach geht es um die Frage, an welchem Standort ein Einkaufsmarkt angesiedelt werden soll. Das ist eine Frage, die die Bürger beider Ortschaften bewegt. Das macht auch das Handlungsfeld "Nahversorgung" sehr deutlich.

Drei Standorte werden vorgestellt: Da ist einmal die Variante 1 am nördlichen Ortsende von Effeltrich in Richtung Kersbach. Bei dieser Alternative wären allerdings umfangreiche bauliche Vorarbeiten erforderlich wie eine Gehwegverlängerung oder eine Linksabbiegerspur.

Variante 2 befindet sich am westlichen Ortsausgang von Effeltrich südlich der Kreisstraße zwischen Effeltrich und Poxdorf und Variante 3 am östlichen Ortsausgang von Poxdorf nördlich dieser Kreisstraße. Wiederum wurden die Bürger aufgefordert, mit Klebepunkten auf Postern deutlich zu machen, welche Variante ihrer Meinung nach Priorität haben soll. Ehe dieses Verfahren stattfinden konnte, äußerten zwei Poxdorfer allerdings ihre Einwände gegen alle genannten Standorte. Rainer Pracht aus Poxdorf plädiert dafür, gar keinen Einkaufsmarkt zu bauen, da man durch Supermärkte in Baiersdorf doch eigentlich gut versorgt sei. Christoph Wurmthaler aus Effeltrich sprach sich für eine Variante auf dem Festplatz im Ortszentrum aus.
Die Variante "kein Einkaufsmarkt" wird von Bürgermeisterin Heimann mit dem Hinweis auf das Ergebnis einer Bürgerbefragung vor etlichen Jahren zurückgewiesen.

Bei der Bewertung der Alternativen 1 bis 3 setzte sich eindeutig Standort 2 durch. Sowohl die Mehrheit der Effeltricher als auch die der Poxdorfer Bürger spricht sich für diesen Standort aus.