Ebermannstadt
Drastischer Schritt

Milchwerk in Ebermannstadt muss überraschend schließen - über 80 Mitarbeiter betroffen

Das BMI-Werk in Ebermannstadt steht offenbar vor dem Aus. Laut Berichten wird der Standort im kommenden Jahr zugemacht. Hauptgründe für die Schließung sind demnach fehlende Milchmengen sowie eine dramatische Kostensteigerung.
Ebermannstadt: BMI-Werk muss schließen - über 80 Mitarbeiter betroffen
Überraschende BMI-Schließung in Ebermannstadt: Die 84 Beschäftigten im Milchwerk verlieren 2023 ihren Arbeitsplatz - für sie geht es womöglich aber an anderer Stelle weiter. Foto: Josef Hofbauer (Archivbild)

Paukenschlag im Landkreis Forchheim: Das Werk der Bayerischen Milchindustrie eG (BMI) in Ebermannstadt soll geschlossen werden. Dies berichten am Freitag (30. September 2022) mehrere Medien übereinstimmend. Mehr als 80 Beschäftigte sind demnach von dem geplanten Standort-Aus in der Fränkischen Schweiz betroffen.

Die Schließung des Milchwerks in der Milchhofstraße 1 erfolge laut dem Unternehmen mit Hauptsitz in Landshut aus rein wirtschaftlichen Gründen. Als Hauptursachen nennt die BMI fehlende Milchmengen und eine dramatische Kostensteigerung in vielen Bereichen, heißt es in einem Bericht des Bayerischen Rundfunks. Vor allem im Energiebereich hätten die Kosten demnach erheblich zugenommen. Personalmangel und die diesjährige Trockenheit hätten die ohnehin angespannte Lage zusätzlich verschärft.

Ebermannstadt: BMI macht Milchwerk zu - Schließung soll 2023 erfolgen

Die Werkschließung wurde am Freitag intern der Belegschaft verkündet. Der Beschluss selbst war offenkundig zwei Tage zuvor in einer Sitzung von Geschäftsführung und Aufsichtsrat gefallen. Dort kamen die Entscheidungsträger dem Vernehmen nach zu dem Entschluss, dass eine Fortführung des Betriebs aus wirtschaftlichen Aspekten nicht mehr gegeben sei.

Die gegenwärtig 84 Beschäftigten im Ebermannstadter Milchwerk verlieren damit im kommenden Jahr ihren Arbeitsplatz - das Standort-Aus soll 2023 vollzogen werden. Für die Angestellten soll es gleichwohl an anderer Stelle weitergehen. Die Geschäftsleitung setze sich mit Nachdruck dafür ein, die rund 80 festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an anderen Standorten der BMI zu übernehmen, heißt es laut BR in einer Mitteilung des Unternehmens. 

Die Bayerische Milchindustrie eG stellt neben dem oberfränkischen Ebermannstadt an fünf weiteren Produktionsstandorten in Bayern und Sachsen-Anhalt Trocken- und Käseprodukte her - etwa im BMI-Werk in Zapfendorf im Landkreis Bamberg.

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