Dass Dorferneuerung mehr ist als Instandsetzungsarbeiten ("Eine neue Teerdecke auf die Straße, mehr kann man da nicht machen!"), zeigte eindrucksvoll die gut besuchte Bürgerversammlung in Drügendorf.
Die Veranstaltung wurde mit einer Bilderpräsentation eingeleitet. Neben idyllischen und ländlichen Ansichten von Drügendorf, gab es auch Bilder, die die Notwendigkeit einer Erneuerung demonstrierten. Der Zweite Bürgermeister Georg Eismann griff dies in seinem Grußwort auf und motivierte die Drügendorfer, sich aktiv an der Dorferneuerung zu beteiligen.

Entsprechend diesem Prinzip gestalteten die Teilnehmer des Grundseminars in Klosterlangheim die Auftaktveranstaltung. Zum einen stellten viele Drügendorfer Inhaltliches vor, zum anderen gab es eine aktive Pause, in der die 65 Anwesenden zur konkreten Mitwirkung aufgerufen wurden.
Durch das Programm führte Matthias Fuchs, dem es gelang, die einzelnen Themen und Referenten kurzweilig vorzustellen. Projektleiter Rainer Albart vom Amt für Ländliche Entwicklung zeigte auf, was Dorferneuerung bedeute. Nämlich die Verbesserung baulicher, verkehrstechnischer, aber auch der kulturellen Verhältnisse im Dorf. Albart machte deutlich, dass die Dorferneuerung und somit eine Unterstützung mit Fördergeldern nur möglich sei, wenn dies die Drügendorfer auch wollten und sich aktiv an den Prozessen beteiligten: "Wir brauchen eure Ideen und euer Insiderwissen. Wenn da nichts kommt, ziehen wir unverrichteter Dinge wieder ab."

Stärke-Schwächen-Analysen und Dorfbaromete

rNach der Vorstellung des Planungsbüros gab Marcus Schunk einen kurzen Rückblick auf die gemeinsamen Seminartage in Klosterlangheim. Er bezog sich auf die im Saal des Gasthauses Kohlmann ausgehängten Ergebnisplakate wie Stärken-Schwäche-Analysen oder das Dorfbarometer.

Matthias Thiem läutete die aktive Pause ein. Alle Anwesenden wurden aufgefordert, Punkte für mögliche Themen der Dorferneuerung je nach Wichtigkeit zu vergeben und weitere Themen zu ergänzen. Die Abfrage zeigte sehr deutlich, in welchen Bereichen die Dorferneuerung ansetzen kann und soll: Verschönerung des Ortsbilds und der Dorfeingänge oder die Gestaltung der Ortsdurchfahrt und der Bachläufe. Aber auch Themen, die man erst einmal nicht mit Dorferneuerung in Verbindung brachte, wurden als Entwicklungsbereiche ausgemacht: altersgerechtes Leben im Dorf, Zusammenarbeit der Vereine oder Tourismus.

Drei Arbeitskreise vertiefen sich in die Materie

Drei Arbeitskreise - Baulich-technisches, Gestalterisches und Soziales - sollten die Themen strukturieren und die einzelnen Inhalte erarbeiten. Konrad Först, Luise Müller und Volker Först stellten die einzelnen Arbeitskreise vor und riefen zur Mitarbeit auf. Wie in den Arbeitskreisen vorgegangen werden soll und auf welche Unterstützung die Mitwirkenden zurückgreifen können, erörterte das Planungsbüro Barth und Nißlein. Der Zeitplan sieht vor, dass nach Abschluss der Vorbereitungsphase im Februar 2015 das Erneuerungsverfahren eingeleitet werden soll.

Im Anschluss an die Auftaktveranstaltung saßen die Anwesenden noch lange zusammen und diskutierten über mögliche Entwicklungen. Die Dorferneuerung in Drügendorf hat bekommen.
Die Arbeitskreise treffen sich erstmalig am Mittwoch, 29. Oktober, um 19 Uhr im Feuerwehr- und Schützenhaus in Drügendorf.