Mit Freude und Erleichertung hat der Kunreuther Bürgermeister Hermann Ulm (SPD) die neusten Entwicklungen zur Weiherwiese aufgenommen. Diese liegt am Ortsrand in Richtung Weingarts. Eine Informationstafel zum Kulturweg Kunreuth weist auf den historischen "Bestandteil der Schlossökonomie" dieses Fleckchen Landes hin, wo 1556 noch 500 Jungfische eingesetzt worden sind.

Später wurde es in eine Wiese umgewandelt und verkauft. Auf Grund ihrer Lage war sie 2011 als Regenrückhaltebecken angedacht worden.

Keine Kosten für Gemeinde

Jetzt haben die Untere Naturschutzbehörde und das Wasserwirtschaftsamt vor, die Fläche vom Eigentümer zu erwerben und als Feuchtbiotop und Wasserfläche in Verbindung mit Rückhalt bei Hochwasser ökologisch aufzuwerten. Das Vorhaben soll aus Mitteln des Naturschutzfonds realisiert werden und wäre damit kostenneutral für die Gemeinde.

"Dies ist wieder ein Mosaiksteinchen zur Bereicherung unseres Heimat. Bis 1930 war hier ein Weiher, jetzt gibt es wieder eine Wasserfläche", freut sich Ulm. Die Lebensqualität auf dem Land zu verbessern, nennt er eine seiner wichtigsten Aufgaben. Weniger zu lachen hat Ulm dagegen beim Thema "Flurbereinigungsverfahren". In ihrer letzten Sitzung des Jahres haben sich die Gemeinderäte vor allem mit dem Ergebnis des Spruchausschussverhandlung beschäftigt.

In zwei Punkten hatte die Gemeinde Kunreuth Widerspruch eingelegt. So hatte sie zum einen bemängelt, dass nach Abschluss des praktischen Teils des Verfahrens gemeinschaftliche Anlagen wie Wege oder auch ganze Wegenetzte in den vorliegenden Plänen nicht mit der Realität übereinstimmen. Es gebe Wege, die nicht mehr vorhanden sind. Andere, vor allem neu angelegte, müssten in den Unterlagen noch aktualisiert werden.

Widerspruch wurde zurückgewiesen

Der entsprechende Widerspruch ist inzwischen zurückgewiesen worden. Die fällige Ergänzung soll im zweiten Teil erledigt werden, der unter anderen die Dokumentation umfasst. Damit sind die Gemeindevertreter zwar nicht glücklich, nehmen die Entscheidung aber so hin. Viel kontroverser entwickelt sich das Thema um die Bachgehölze. Der Bachstreifen entlang der Trubbach wurde auf Wunsch der Flurbereinigungsbehörde in das Eigentum der Gemeinde überführt.

Diese wollte ihn aber gar nicht haben, da es praktisch für sie kaum möglich ist, die Verkehrssicherungspflicht und Pflege zu übernehmen.

Kopfschütteln im Gemeinderat

Der Bachstreifen liegt meist hinter Feldern, so dass eine eigene Zufahrt nicht gegeben ist. Bürgermeister Ulm und seine Räte hatten angeregt, das Land bei den davor liegenden Feldern den dortigen Eigentümern zu überlassen. Auf diese Weise wäre das Problem auf einfache Weise gelöst.

Im Spruchverfahren wurde der fragliche Bachstreifen jetzt der Teilnehmergemeinschaft zugeschlagen. Damit ist der Widerspruch mit einem juristischen Schachzug vom Tisch, aber das Problem längst nicht gelöst. Im Gemeinderat löst diese Spitzfindigkeit nur verständnisloses Kopfschütteln aus. Letztlich fällt das Problem doch wieder auf die Gemeinde zurück.

Das Widerspruchsverfahren soll in diesem Punkt bis Ende März 2013 abgeschlossen sein. Jetzt wollen Gemeinderat und Teilnehmergemeinschaft den Bachlauf Grundstück für Grundstück durchgehen, um festzustellen, wieweit eine Übereignung an die Kommune sinnvoll erscheint.

Das könnte beispielsweise an Abschnitten sein, wo der Radweg Kunreuth-Weingarts entlang dem Bach verläuft, also kein privates Grundstück dazwischen liegt. "Dann wäre aber der Zugang zum Bachstreifen an den übrigen Stellen immer noch nicht gelöst und ich wäre am Ende der Tage der Mann mit dem schwarzen Peter", kommentiert Ulm die Situation wenig euphorisch.

Der Gemeinderat sieht dort nur eine Zuordnung zu den angrenzenden privaten Grundstücken für sinnvoll an.