Andrej Novak wird für die Grünen bei der Kommunalwahl 2020 als Bürgermeisterkandidat antreten. Einmütig wurde der Politikberater und Osteuropaexperte von European Cosmopolitan Consulting und geschäftsführende Vorsitzende des Vereins One European bei der Aufstellungsversammlung nominiert. Nachdem die SPD entschieden hatte, keinen Kandidaten zu stellen, war den Grünen klar, dass die Bürger neben den beiden Bewerbern von CSU (Martin Walz) und FW (Stefan Dobler) eine weitere Option haben sollten. "Die Bürger sollen eine progressive, ökologische und zukunftsorientierte Wahl haben", erklärt Novak, warum er sich für die Bürgermeisterwahl zur Verfügung stellt. Ein politischer Neuling ist er nicht. Sein politisches Spielfeld war bisher die große Politik und hier vor allem die Europapolitik. So war der 42-jährige Neunkirchener mit Barbara Lochbihler bayerischer Spitzenkandidat. 2008 hatte Andrej Novak für den Forchheimer Kreistag kandidiert und aus Neunkirchen über zehn Prozent der Stimmen bekommen und 24, 8 Prozent Stimmen bei der Bezirkstagswahl. Auch in seiner Heimatgemeinde ist er nicht unbekannt, gründete doch Novak vor zehn Jahren den Ortsverband der Grünen und ist seither im Vorstand aktiv. Das bedeutete trotzdem, mehr hinter den Kulissen zu agieren, um das Wahlprogramm festzusetzen. "Die Inhalte sind mir wichtig", betont Novak. Am Programm für die Kommunalwahl arbeitet er gerade, im Januar könne sich dann jeder Neunkirchener Bürger ein Bild von den Schwerpunkten der Grünen-Arbeit vor Ort machen. "Denke global, handle lokal" wird dabei herausgestellt. "Wir müssen auch vor Ort etwas für gegen Klimawandel tun, für den Frieden und für ein gutes Zusammenleben. Wir müssen die Lebensqualität und die Grundlagen für die kommenden Generationen sichern", beteuert Novak. Das sei in erster Linie die Energiewende. "Wir haben die Power in Neunkirchen, haben die Energiequellen hier. Trotzdem importieren wir Öl und Gas, um den Energiebedarf zu decken", sagt Novak. Diese Energieträger würden dem reinen Konsum dienen und Regionen fördern, die wenig demokratisch seien. Krieg und Terror würden damit finanziert. Die vorhandenen Energiequellen zu nutzen, ist deshalb ein großes Ziel der Grünen, aber auch den Ort zu stärken, um die Lebensqualität der Bürger zu sichern. Mit seiner Nominierung wollten die Grünen den Bürgern eine Option geben, die den Klimaschutz ernst nehme und praktische Lösungen aufzeige. "Das kann man nur mit starken Grünen im Gemeinderat umsetzen", meint Novak. Zudem sei es der Bürgermeister, der das lenken könne. Der Amtsinhaber habe Einfluss darauf, wie die Verwaltung arbeite und was auf die Tagesordnung gesetzt werde. Der Krieg im ehemaligen Jugoslawien war für den gebürtigen Neunkirchener Andrej Novak, der kroatisch-donauschwäbische Wurzeln hat, ausschlaggebend, nicht Lehrer für Englisch und Geschichte zu werden, sondern Politikwissenschaften zu studieren. "Damit solche Kriege nicht mehr möglich sind", erklärt Novak. Sein zweisprachiges Aufwachsen spielte sicher eine Rolle, sich auf Südosteuropa zu spezialisieren. Russisch und Ukrainisch spricht er zusätzlich. Auslandsaufenthalte hatte er in Amerika und England. Andrej Novak arbeitete in der Wirtschaft in Moskau und London. Auch in der Marktgemeinde hat er sich von Klein auf engagiert. Fünf Jahre ministrierte er in der katholischen Kirche und sammelte Hilfsgüter für Binnenflüchtlinge in Kroatien in der Kinderarztpraxis seiner Mutter. All das prägte ihn in seiner Entscheidung, sich politisch zu engagieren. Denn die Änderungen beginnen vor Ort, ist sich Andrej Novak sicher.