Trotz erdrückender Hitze hatten sich viele Interessenten und Imker an der Kreislehrbienenanstalt Lützelsdorf eingefunden. Dort begrüßte im Vortragsraum Wolf-Dietrich Schröber als Vorsitzender des Kreisverbandes Imker Forchheim den Referenten Peter Lang. Dieser war aus Rehau angereist, um zum Thema "Moderne Magazinbeuten und alternative Beutensysteme" zu sprechen.

Lang besitzt eine Tischlerei und fertigt nebenbei auch Beuten. Dazu kommt seine Erfahrung als aktiver Imker, der sich auch dem Verbandswesen widmet.

Sein Vortrag gab einen Überblick über Magazinbeuten von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Als Beute bezeichnet man in der Welt der Imker das gesamte Haus eines Bienenvolkes. Maßgebliche Erfinder in USA wie Langstroth, der bereits 1851 die Beuten mit zehn Rähmchen entwickelt hat, oder Charles Dadant waren Wegbereiter der heutigen Beuten.
Wo es 1890 in Deutschland noch zahllose Systeme gab, erreichte man in den USA um 1890 schon einen relativ weitgehenden Standard.

Peter Lang befasste sich ausführlich mit den verschiedenen Typen, ihrem Aufbau und Vorzügen. Die Entwicklung hat sich in dieser Hinsicht dramatisch verändert.

Probleme mit der Chemie

Früher gab es den Imker auf dem Land und auf dem Bauernhof. Und auch der Schulmeister war oft der Imkerei verpflichtet.

Dann aber gab es einen steten Rückgang der Bienenhaltung. Die eingesetzte Chemie in der Landwirtschaft spielte unter anderem eine verhängnisvolle Rolle. Seit einiger Zeit erlebt die Imkerei aber wieder eine stärkere Belebung. Die Bandbreite reicht vom Berufsimker, Hobbyimker, Bio-Imker bis hin zum Demeter- Imker und Alternativimker. Dabei verlangt die Aufnahme der Imkerei erhebliche Anforderungen. Eignung, Geduld und Ausdauer sind nur die Grundvoraussetzung.

"Die Systeme sind so konzipiert, dass bienenschonend gearbeitet werden kann", erläuterte Wolf-Dietrich Schröber nach dem Referat anhand von Musteraufbauten. Ein ernst zu nehmendes Thema bildet dabei die Bekämpfung der das Bienenvolk bedrohende Varroamilbe. "Es sind viele sinnvolle Neuerungen dabei. Vieles hat sich über die Jahre geändert", zog der leidenschaftliche Imker Walter Meyer aus Ebermannstadt bei dieser Gelegenheit Bilanz. Aufmerksam hatte er den Ausführungen gelauscht. Er kann gut vergleichen, frönt er dem Hobby doch schon seit 1964 und verfügte teilweise über bis zu 30 Bienenvölker. Jetzt tritt er mit 78 Jahren einen deutlichen Schritt zurück. Eine Honigwabe wiegt nach Meyers Erfahrung im Schnitt 2,5 Kilogramm.

Unverändert spannend

Zehn Waben sind in der Regel in einer Zarge. Will man diese abheben, um den Brutraum zu kontrollieren, bedeutet dies echte körperliche Anstrengung. Drei Völker will Meyer freilich behalten. "Es gibt im Leben eines Imkers Höhen und Tiefen", sagt er.

Es sei aber unverändert spannend, die Entwicklung eines Bienenvolkes zu verfolgen. Für einen passionierten Imker wie ihn gilt dies allemal.