Nach fünf Jahren Tätigkeit als Diakon mit Zivilberuf verabschiedeten die Kirchengemeinden Heroldsbach, Hausen, Wimmelbach, Oesdorf und Poppendorf Andreas Eberhorn. Der Familienvater wird von nun an als ständiger Diakon in Vollzeit im südlichen Teil des Seelsorgebereichs Neubau mit Sitz in Neunkirchen tätig sein. Er ist einer von sieben Männern, die in der Erzdiözese dieses Amt ausüben.

"Wir sagen ade", begann Pfarrer Klaus Weigand den Gottesdienst zur Verabschiedung. Als Einwohner bleibt Eberhorn dem Hirtenbachtal aber erhalten, ebenso als "Mensch, der an den Aufbruch der Kirche glaubt".

Diakon Andreas Eberhorn war stets für die Gemeinde da

Eberhorn hat viel bewegt: Gundula Carlheim vom Pfarrgemeinderat St. Michael Heroldsbach listete exemplarisch die Exerzitien im Alltag auf, die der Diakon ins Leben rief und die sofort auf große Resonanz stießen. Eberhorn habe Sorgen und Anliegen aufgegriffen, um anderen Stütze und Halt zu geben, sagte sie. Andreas Lang von der Kirchengemeinde St. Wolfgang Hausen betonte die "lebenszugewandte Art" des Diakons.

In einem Gespräch verdeutlichte Andreas Eberhorn, welche Aufgaben nun neu auf ihn zukommen werden und wie der diesen entgegenblickt. Herr Eberhorn, Sie sind einer von sieben Familienvätern, die diesen Weg gewählt haben und jetzt in Vollzeit in einem Amt mit Weihe tätig sind. Welche Aufgaben hatten Sie bisher und was kommt neu dazu?

Andreas Eberhorn: Mein Aufgabenfeld als Diakon mit Zivilberuf war im Wesentlichen beeinflusst durch meine verfügbare Freizeit, die mir meine Familie und mein Hauptberuf bei Siemens ermöglichten. Und diese freie Zeit füllte ich mit dem, wozu Gott mich beauftragt hat: unsere Mitmenschen zu begleiten und zu unterstützen, zum Beispiel in der seelsorglichen Begleitung bei Lebenskrisen, in der Sakramentenspendung und Liturgie, in Alltagsexerzitien und Vorträgen zu Glaubensfragen. Und in der Mitteilung dessen, was mein Glaubensleben ausmacht und was für mich Quelle ist. Mit dem Wechsel in den Hauptberuf, auf den ich mich übrigens sehr freue, werden sich meine Aufgaben nicht ändern, sondern nur erweitern, da ich jetzt zu 100 Prozent für unsere Gemeinde und unsere Mitmenschen zur Verfügung stehe. Zusätzliche Aufgaben sind unter anderem die Erstkommunionvorbereitung im südlichen Teil unseres SSB Neubau. Ebenso das Angebot der Geistlichen Begleitung.

Wie unterscheiden sich Ihre Aufgaben von denen eines Gemeinde- oder Pastoralreferenten?

In unseren Aufgaben unterscheiden wir uns Gott sei Dank nur in einem Punkt: der Spendung von Sakramenten wie Taufe und das Ehesakrament. Was unsere gemeinsame Arbeit als Gemeinde-, als Pastoralreferent und als Diakon ausmacht, ist die Vielfalt unserer Talente. Diese überlegt und positiv in unsere Gemeinden einzubringen, muss unser Ziel und Anspruch sein. Das ist wie ein Regenbogen, der viele Farben hat und damit jede Facette unseres Lebens berühren möchte. Wir sind alle ein Teil unserer Kirche.

Sehen Sie im verstärkten Einsatz von Diakonen eine Chance, die seelsorgerische Betreuung der Gläubigen in Zeiten des akuten Priestermangels zu gewährleisten?

Natürlich sind Diakone ein wichtiger Teil in der Seelsorge, gerade in Zeiten des Priestermangels, und ich würde mir wünschen, dass es noch mehr Frauen und Männer gibt, die sich zu diesem Weg berufen fühlen. Ich würde aber die seelsorgliche Betreuung unserer Mitmenschen nicht allein auf Diakone begrenzen. Es gibt so viele Menschen in unserer Gesellschaft, die als Seelsorger tätig sind, ohne es bewusst wahrzunehmen. Ich stelle das oft fest in Gesprächen und Begegnungen mit Frauen und Männern aus unserer Gemeinde fest und ermutige sie zugleich, ihre gute Arbeit selbst stärker wahrzunehmen und nicht nachzulassen. Nur in einem guten und offenen Miteinander kann die Gemeinde wachsen und Zukunft gestalten.