Es war die Schock-Nachricht des zweiten Annafest-Freitags: Das Riesenrad steht still. Den Grund dafür kommunizierten die Stadt Forchheim und die Betreiberfamilie Drliczek ganz offen: Undefinierbare Geräusche waren der Grund.

"Es schaut jetzt alles positiv aus", sagt Michael Drliczek eineinhalb Wochen, nachdem er die Notbremse gezogen hatte. "Es ist so gut wie repariert", erklärt er, "und im Nachhinein können wir auch zu einhundert Prozent sagen, dass niemandem etwas passiert wäre, wenn wir weitergefahren wären."


Sicher ist sicher

Trotzdem bereut er die Entscheidung nicht, das Riesenrad stillstehen gelassen zu haben. Sicher ist eben sicher, auch wenn eine Betriebsgenehmigung durch das Prüfamt für Standsicherheit von Fliegenden Bauten (LGA) vorgelegen hatte. "So bedauerlich es von der finanziellen Seite her ist, so sicher sind wir auch, dass es die richtige Entscheidung war", sagt Drliczek. Es sei der erste nennenswerte Ausfall des Fahrgeschäfts gewesen. 1985 hatte der Vater von Michael Drliczek das Riesenrad gemeinsam mit einer Firma gebaut. Seit 1986 steht es jedes Jahr am Forchheimer Annafest. Und wenn es nach den Drliczeks geht, wird das auch im kommenden Jahr so sein: "Die Stadt Forchheim hat uns immer unterstützt und auch die Zusammenarbeit verlief immer reibungslos."


Im nächsten Jahr wieder da

Die Forchheimer können sich also schon auf das nächste Jahr freuen. Dann wird sich das Riesenrad "Orion 2" auf dem Annafest wieder drehen. Auf dem Volkacher Weinfest, das jetzt am Freitag beginnt, muss allerdings auf das Riesenrad der Drliczeks verzichtet werden. "Wir haben ein Lager ausgetauscht und eigentlich wäre es wieder einsatzfähig", erklärt der Schausteller, "aber wir hatten keine Zeit, es aufzubauen. Und bis Freitag würden wir es nun einfach nicht schaffen."

Die nächste Station sei aber wieder sicher: In Eichstätt am 1. September kann es wieder rund gehen. Auch das Volksfest in Geisenfeld (bei Ingolstadt) und die Kirchweih in Fürth werde er wieder mit dem Riesenrad besuchen, verspricht Michael Drliczek.


Finanzieller Ausfall

Finanziell war der Ausfall während des Annafests nicht unbedeutend. "Wir waren ja auch mit der Crêperie da", erläutert Drliczek, "da war es auch schwächer als sonst. Wir sind ungefähr zehn Prozent unter den normalen Annafest-Einnahmen geblieben. Das war wetterbedingt, aber es hat noch gepasst." Beim Riesenrad ist der Verlust größer. Ungefähr die Hälfte des Normalbetriebs konnte eingenommen werden.

"Das erste Wochenende ist traditionell nicht so gut besucht wie das zweite", weiß er aus Erfahrung, "dann kam das Regenwetter, da fahren die Leute sowieso nicht mit dem Riesenrad. Und als das Wetter besser wurde und wieder mehr Besucher kamen, mussten wir den Betrieb ja einstellen." Trotzdem sei der Schaden nicht so schlimm wie zuerst befürchtet. "Die Reparaturkosten halten sich in Grenzen", so Drliczek, "noch ist es nicht ganz sicher, aber es wird ein knapp fünfstelliger Betrag, ich schätze so acht- bis zehntausend Euro."


Reaktionen waren positiv

Begeistert zeigt er sich von den Reaktionen der Forchheimer und der Schausteller-Kollegen: "Ich habe nur positive Reaktionen auf das Einstellen des Fahrbetriebs erhalten. Jedem, mit dem ich gesprochen habe, tat es leid."