Die 665 Hektar Stadtwald würden nachhaltig bewirtschaftet, erklärte Stadtförster Stefan Distler bei der jüngsten Exkursion des Stadtrates zu den Baumbeständen des Kellerwaldes, am Erlberg, am Auerberg, dem Stiftungswald und dem Pflanzgarten auf der Burker Seite. "Wir entnehmen nie mehr Holz als nachwächst" versprach der Forst-Experte, der die Prüfung als zertifizierter Baum-Kontrolleur abgelegt hat.

Von bis zu 63 Meter hohen Arbeitsbühnen wurden die Eichen im Kellerwald gegen den Eichenprozessionsspinner mit einem Biozid besprüht. Dennoch seien vereinzelt Gespinste aufgetreten. "Wir werden das Ganze aufmerksam beobachten", versicherte Distler, der dazu riet, im kommenden Jahr von der Luft aus zu sprühen. So könne man auch schwer zugängliche Bäume erreichen.

Der zweite große Feind, der dem Wald deutlich zusetzt, ist der Borkenkäfer. Sowohl der "Buchdrucker" als auch der "Kupferstecher" haben die Nadelbäume befallen. Im Erlberg wurden deshalb 260 Festmeter Kiefernholz eingeschlagen, am Auerberg waren es 150 Festmeter Fichte, die vorzeitig gefällt werden mussten. Auch beim Waldkindergarten in Serlbach hat Stefan Distler einige Bäume markiert, die vom Borkenkäfer befallen sind. Weitere 160 Festmeter Borkenkäferholz fielen in der Lichteneiche an.

Der Stadtförster nutzt diese Ausfälle für einen Umbau des Stadtwaldes. Er setzt dabei auf Baumarten, die mit dem zunehmend trockenes Klima besser zurecht kommen. So wurden bei der Wiederaufforstung im Erlberg 800 Weißtannen und 235 Douglasien eingepflanzt. Auf die Baumarten sowie das Laubholz setzt Distler auch am Auerberg und in der Lichteneiche.

1333 Bäume rund um den Kellerwald, die von besonderer Bedeutung für den Artenschutz und die Natur sind, wurden in das Vertrags-Naturschutzprogramm aufgenommen. Das wurde mit fast 210 000 Euro honoriert.
Eine weitere sechsstellige Summe erhofft sich Stefan Distler von weiteren 1671 Bäumen im Bereich Reutersgraben, Knappenlache, Helmutsberg und Hachtsgraben zwischen Burk, Oesdorf und Wimmelbach, die ebenfalls in das Vertrags-Naturschutzprogramm aufgenommen werden sollen. Der Antrag sei gestellt, so Distler. "Arbeit haben wir hier im Wald jede Menge", betonte der Förster. Vor allem in den ersten 40 Jahren brauche der Wald intensive Pflege. Deswegen wurde mit Jan Linz aus Schnaid ein weiterer Förster als Vollzeit-Mitarbeiter eingestellt. Er besitzt übrigens auch das Zertifikat als geprüfter Baum-Kontrolleur. "Bei den Sicherungsmaßnahmen können wir uns jetzt ein teures Ingenieurbüro sparen", freute sich Distler.