Brennendes Dixi-Klo, gebrochener Kiefer: Polizei zieht Bilanz zum Annafest 2026

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Annafest 2026 in Forchheim: Bilanz der Polizei zum Fest
Die Polizeiinspektion Forchheim zieht nach dem diesjährigen Annafest ein überwiegend positives Fazit. Wie bereits im Vorjahr hätten zehntausende Besucher ein friedliches und familiäres Fest ...
Annafest 2026 in Forchheim: Bilanz der Polizei zum Fest
Peter Kneffel/dpa/Stadt Forchheim

Das Annafest 2026 ist vorbei. Jetzt packt die Polizei aus - und gibt Details preis, welche Straftaten rund um das beliebte Forchheimer Fest passierten. Die Bilanz lässt aufhorchen.

Das Annafest 2026 in Forchheim ist Geschichte. Elf Tage lang strömten zehntausende Besucher in den Kellerwald, um bei bestem Wetter das traditionelle Volksfest zu feiern. Doch wie fällt die Bilanz der Polizei aus?

Die Polizeiinspektion Forchheim zieht nach dem diesjährigen Annafest ein überwiegend positives Fazit. Wie bereits im Vorjahr hätten zehntausende Besucher ein friedliches und familiäres Fest gefeiert, heißt es in einer Pressemitteilung. Dennoch sei es aufgrund hoher Besucherzahlen und teils übermäßigen Alkoholkonsums zu veranstaltungstypischen Straftaten und Sicherheitsstörungen gekommen.

Angriffe auf Polizeibeamte: Sechs Ermittlungsverfahren eingeleitet

Die höchste Einsatzbelastung verzeichnete die Polizei an den beiden Festwochenenden. Begünstigt durch das schöne Wetter seien an den Samstagen die Keller vollständig ausgelastet gewesen. Der Auftaktfreitag sei hingegen überraschend ruhig verlaufen, so die Polizei.

Problematisch gestalteten sich jedoch mehrere Vorfälle mit aggressiven Festbesuchern. Ein junger Mann, der eines Kellers verwiesen wurde, habe sich gegenüber den Einsatzkräften renitent und aggressiv gezeigt. Es sei zu Widerstandshandlungen, Beamtenbeleidigungen und dem Versuch gekommen, Beamte anzugreifen.

Ähnliche Vorfälle hätten sich an weiteren Festtagen wiederholt, sodass gegen insgesamt sechs Festbesucher Ermittlungen wegen Widerstands und tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte eingeleitet worden seien. Mehrere Beamte seien dabei leicht verletzt worden.

Weniger Körperverletzungen: Fallzahlen bleiben im einstelligen Bereich

Erfreulich sei hingegen der Rückgang bei den Körperverletzungsdelikten am Festgelände. Diese seien im einstelligen Bereich geblieben, schwerwiegende Verletzungen habe es nicht gegeben. Größtenteils seien verbale Streitigkeiten in Tätlichkeiten ausgeartet.

Auch Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes seien verletzt worden, als sie versuchten, alkoholisierte Besucher zur Vernunft zu bringen. In der Innenstadt bei den nach Festende frequentierten Gaststätten habe die Polizei nur zwei einfache Körperverletzungsdelikte aufgenommen.

Nach dem Ende des Annafestes wurde ein schwerwiegender Vorfall nachträglich angezeigt. Ein junger Mann sei am späten Donnerstagabend auf dem Nachhauseweg von einem Unbekannten nach einem kurzen Wortwechsel niedergeschlagen worden. Er habe dabei eine Kopfplatzwunde und einen Kieferbruch erlitten, teilt die Polizei mit. Die Ermittlungen zur Identität des Täters laufen.

Nur ein Fall sexueller Belästigung: Sicherheitsdienst hält Täter fest

Nur ein Fall sexueller Belästigung sei bekannt geworden. Am letzten Festtag habe ein junger Mann einer Festbesucherin an den Hintern gegriffen. Der Sicherheitsdienst habe den Täter bis zum Eintreffen der Polizei festgehalten. Die Geschädigte habe den Täter jedoch bereits selbst zurückgewiesen und sich entfernt - ihre Identität sei bislang unbekannt.

Bei Jugendschutzkontrollen seien mehrere Jugendliche mit Vapes, Tabak oder Alkohol erwischt worden. Die Erziehungsberechtigten seien informiert worden, die Jugendlichen hätten in der Regel ihren Festbesuch fortsetzen dürfen.

Am ersten Festsamstag sei über den Rettungsdienst ein möglicher Fall von K.o.-Tropfen gemeldet worden. Die Ermittlungen hätten dies jedoch schnell entkräftet - der Zustand der Festbesucherin sei auf Alkoholkonsum in Verbindung mit medizinischen Gründen zurückzuführen gewesen.

Dixi-Klo in Brand gesetzt: Sachbeschädigungen im Umfeld des Festgeländes

Im Umfeld des Festgeländes kam es zu mehreren Sachbeschädigungen. Ein Dixi-Klo an der Shuttlebus-Haltestelle sei in Brand gesetzt worden, ein Tatverdächtiger habe ermittelt werden können. An vier Fahrzeugen zwischen Festgelände und Bahnhof seien die Außenspiegel abgetreten worden. Auch ein Zaun in Festnähe sei beschädigt worden.

Bei Verkehrskontrollen müssten sich vier Radfahrer, ein Pkw-Fahrer und eine E-Scooter-Fahrerin wegen Trunkenheit im Verkehr verantworten. Zwei alkoholisierte Radfahrer seien auf dem Nachhauseweg kollidiert und zum Teil schwerer verletzt worden. Zudem sei ein Pedelec aus einem Fahrradabstellplatz gestohlen worden.

Die Polizeiinspektion Forchheim hebt abschließend die sehr gute Zusammenarbeit mit der Stadt Forchheim, dem Sicherheitsdienst, den Rettungsdiensten, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Technischen Hilfswerk sowie den polizeilichen Unterstützungskräften hervor.

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