"Das GFS verlässt ein Schulleiter, mit dem ich sehr gerne noch weitere Jahre zusammengearbeitet hätte", sagt der stellvertretende und zukünftige Schulleiter des Gymnasiums Fränkische Schweiz (GFS) in Ebermannstadt, Siegfried Reck. Denn am Donnerstag, 7. Februar, wird Erhard Herrmann verabschiedet, der seit August 2007 dieses Amt innehatte. "Er hat hier Großes bewirkt und ich hoffe, dass er seinen wohlverdienten Ruhestand sehr lange bei bester Gesundheit genießen kann", wünscht Reck. Von Herrmanns Wirken und Persönlichkeit sind auch andere sehr angetan. Die Ebermannstadter Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) beispielsweise beurteilt einen Schulleiter auch aus Sicht einer Mutter: Hier muss der Unterricht funktionieren, Lehrkräfte und Schüler sollen motiviert sein, Schulausstattung und Angebot müssen stimmen. Als Bürgermeisterin dagegen ist ihr wichtig, "dass im Schulstandort Ebermannstadt das Gymnasium ein fester und verlässlicher Faktor ist, der als Bildungsinstitution über die Landkreisgrenzen hinweg ausstrahlt". Sie meint, dass Erhard Herrmann das alles gelungen sei: "Und man hat ihm angemerkt, dass es ihm nie eine Last war, sondern dass er sein Amt sachlich und mit Augenmaß, aber stets auch mit Freude ausgeübt hat."

"Hervorragendes Management"

Thorsten Glauber (FW) aus Pinzberg, Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, sieht das ähnlich: "Das Ebermannstadter Gymnasium ist eine der wichtigsten Schuleinrichtungen in der Fränkischen Schweiz." Er bezeichnet Herrmann als "das Gesicht dieser Einrichtung" während seiner Zeit und sagt: "Dank seines hervorragenden Managements konnte die Schule im laufenden Betrieb generalsaniert werden."

Früher am Herder-Gymnasium Forchheim

Herrmann war ab 1982 am Herder-Gymnasium in Forchheim (HGF) erst als Lehrer, dann als stellvertretender Schulleiter tätig. 1995 wurde Armin Seufert am HGF zum Schulleiter berufen. "Herr Herrmann hatte als Stellvertreter alles super organisiert. Der Laden lief toll", erzählt Seufert und verrät, dass er sich insgeheim fragte, warum er selbst eigentlich da sei: "Ich war total neu und kannte niemanden, aber Erhard Herrmann hat mich von Anfang an unterstützt durch seine höchst angenehme, gedeihliche Art."

Beim Lehrerfußball

Die Gymnasien der Region verbindet auch der gemeinsame Lehrerfußball im Ehrenbürg-Gymnasium Forchheim (EGF). "Seit September 1980 erscheint Erhard Herrmann jeden Mittwoch pünktlich um 17.30 Uhr in der EGF-Sporthalle zum Spielbeginn, es sei denn, höhere Mächte hindern ihn daran", erzählt sein ehemaliger Kollege Friedbert Stühler und verrät, dass Herrmann Bayern-Fan ist und mit seinem "ausgeprägten linken Fuß" schon manchen Gegner überrascht hat. Hier spielt auch Karlheinz Schoofs mit, Schulleiter des EGF: "Als ich nach Forchheim versetzt wurde, hat mich Erhard Herrmann willkommen geheißen und mich gleich zum Lehrersport eingeladen." Er hat Herrmann gern um Rat gefragt und bezeichnet ich als "absolut kompetent und mit viel Humor".

Frank Ruhland, Vorsitzender des Personalrates des GFS, bedauert es ebenfalls, dass Erhard Herrmann geht. Er freut sich aber, dass die Schule in Siegfried Reck einen ebenso kompetenten Nachfolger hat. "Mit Erhard Herrmann konnte man offen über alles sprechen. Er hatte immer eine offene Tür für alle und nahm sich Zeit", sagt Ruhland und bestätigt Herrmann eine natürliche Autorität und beschreibt ihn als große Persönlichkeit. Thomas Hylla, Silvia Ammon und Alexandra Dauth sind Lehrer am GFS, die früher einmal Schüler von Erhard Herrmann gewesen sind. Als Lehrer empfanden sie ihn als besonnen, sehr ausgeglichen, humorvoll, mit einem sehr guten Draht zu seinen Schülern. "Er konnte Schüler sehr motivieren", meint Hylla. Als Chef fanden sie gut, dass seine Tür tatsächlich immer offen stand und er immer auf eine positive Atmosphäre und auf Kollegialität bedacht war. Dass seine Tür auch am HGF als stellvertretender Schulleiter offen stand, verrät sein ehemaliger Kollege Otto Zosig: "Als er die stellvertretende Leitung übernahm, war er in kurzer Zeit ganz fleißig und hat sich mit enormer Hingabe der Sache gewidmet. Jeder durfte ihn überfallen. Er war belastbar und zuvorkommend. Ein Mann mit Format und Profil."