Das Jubiläumskonzert zum 100-jährigen Bestehen des Gesangvereins "Liederkranz" Hallerndorf wird vielen noch lange in Erinnerung bleiben. Nicht nur, weil die teilnehmenden Chöre - neben dem Jubelverein selbst traten auch der "Liederkranz" Poppendorf, die Chorgemeinschaft Herolds-bach/Thurn, der Gruppenchor der Sängergruppe Forchheim-West und der Hallerndorfer Kirchenchor auf - durchweg gesangliche Höchstleistungen auf der Bühne präsentierten.

Sondern auch, weil dem Hallerndorfer Jubelchor an diesem Abend die höchste Auszeichnung für Chorgesang überreicht wurde: die "Zelter-Plakette". Die Plakette überreicht hat Landtagspräsidentin Barbara Stamm (CSU).
"Die kommt doch sowieso nicht" - mit Worten wie diesen war die Idee von Alfons Nützel, Barbara Stamm als Ehrengast einzuladen, erst einmal ins Abseits gedrängt worden.
Doch Nützel ließ sich mitnichten entmutigen, setzte einen Brief auf, schaltete auch den Stimmkreisabgeordneten Michael Hofmann (CSU) zur Unterstützung ein - und konnte sich am Ende über eine Zusage freuen. "Damit hatten wir nicht gerechnet", freute sich Vorstandsmitglied und Dirigent Georg Gunselmann.

Und wie sie kam. Schon beim Begrüßungslied des Liederkranzes "Singen ist unsere Welt" sang Stamm textsicher auf ihrem Ehrenplatz mit. In ihrer Laudatio würdigte sie die Leistungen des Männergesangvereines.

Die Gemeinde feiert mit

Mit der "Zelter-Plakette" - einer sehr seltenen Ehrung, die der Bundespräsident für langjähriges Wirken und besondere Verdienste um die Pflege der Chormusik und des deutschen Volksliedes und damit zugleich der Förderung des kulturellen Lebens verleiht - werden nur Gesangvereine ausgezeichnet, die mindestens 100 Jahre alt sind.

Gratulationen für diese Auszeichnung gab es anschließend unter anderem vom Vize-Präsidenten des Fränkischen Sängerbundes, Peter Märkel, der stellvertretenden Landrätin Rosi Kraus (CSU) und einem sehr stolzen Hallerndorfer Bürgermeister Torsten Gunselmann (FWG): "Die ganze Hallerndorfer Gemeinde feiert heute mit euch", sagte Gunselmann.

MdL Michael Hofmann würdigte seinerseits die Verdienste zweier besonderer Männer, die in den vergangenen Jahrzehnten den Gesangverein entscheidend geprägt haben. Der eine von ihnen ist der ehemalige Chorleiter Alois Wagner. Von 1983 bis 2012 hatte er fast 30 Jahre lang die Leitung des Chors fest in den Händen.
Der andere ist Albin Willner, der die Geschicke des Vereins von 1987 bis 2007 als Vorsitzender lenkte.

Nur wenig klerikal

Hofmann zitierte aus den Vereinsstatuten von 1914. Dort ist geregelt, dass nur "Männer und Jünglinge in den Verein aufgenommen werden können, die unbescholtenen Charakters sind".
Bei den Darbietungen sorgte der Hallerndorfer Kirchenchor unter der Leitung von Miriam Sümmerer mit einem nur entfernt an klerikalem Gesang erinnernder Liedauswahl für Überraschung und viel Applaus.