Seit rund fünf Jahren bemüht sich die Stadt Baiersdorf darum, mehr Wohnraum zu schaffen. Vor über drei Jahren interessierte sich die Gewobau Erlangen für ein Grundstück auf Höhe der Einkaufsmärkte im Norden, das unmittelbar am Regnitzkraftwerk liegt. Die Stadt leitete daraufhin ein Bauleitverfahren für das unbebaute Grundstück und die angrenzenden, schon bestehenden Häuser ein.

Landratsamt fordert Änderungen

Dies zieht sich allerdings in die Länge. Zum einen weil die Bauwerberin das schmale Grundstück maximal bebauen will, zum anderen weil das Landratsamt erhebliche Einschränkungen und Änderungen fordert.

"Ich habe in den letzten zwölf Jahren nicht erlebt, dass das Landratsamt so massiv eingreift", äußerte sich Matthias Götz (SPD) zu diesem Thema. Das Amt berufe sich dabei kompromislos auf die Gesetzeslage.

Im zweiten Anlauf arbeitete der Bauausschuss die Einwendungen auf. "Der Bauwerber wollte zu viel", stellte dabei auch Frank Schönfelder von der Planungsgruppe Strunz aus Bamberg fest.

Der neuerliche Entwurf enthält fünf Reihenhäuser, die aus Gründen des Lärmschutzes parallel zur Forchheimer Straße platziert werden.

Daran schließt sich nördlich ein großer Baukörper an. Das Gebäude staffelt sich nach Norden hin von vier auf fünf Geschosse sowie einem Abschnitt mit vier und einen mit drei, um auf Höhe der anschließenden Häuser zu enden.

Diese Anpassungen haben allerdings zur Folge, dass die Gewobau voraussichtlich weniger oder nur deutlich kleinere Wohnungen als ursprünglich geplant dort unterbringen kann. Die Wohnungen müssen wegen des Lärms aus dem Gewerbegebiet, der Staatsstraße und der Autobahn so angeordnet werden, dass keine schutzbedürftigen Räume zur Straße ausgerichtet sind.

Wohnraum in schlechter Lage

"Nicht die beste Wohnlage", war sich der Ausschuss einig; gleichwohl will man daran festhalten, um bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. "Die jetzige Planung ist das maximale Entgegenkommen, was nach Baurecht zulässig ist", urteilte Jan Voit (FW).

Karl-Heinz Roll (Grüne) ist "ins Nachdenken gekommen". Er befürchtet auf der einen Seite, mit dem Vorhaben "den Leuten nichts Gutes zu tun, nach Meinung des Landratsamts sogar zu schaden". Auf der anderen Seite sieht er die Absicht, Wohnen und Versorgung nahe beieinander zu haben. Er wies auch auf die Einbettung des Rewe-Markts in die Wohnbebauung hin und darauf, dass die Staatsstraße sowie Bahn und Autobahn eine Anbindung an die Stadt schaffe.

Konsens mit Gewobau suchen

Ein Problem gibt es auch bei den bereits bestehenden Häusern. Sie wurden wegen technischer Schwierigkeiten nicht an die nahegelegene Kläranlage angeschlossen, sondern erst kürzlich über Dreikammerkläranlagen nachgerüstet. Daran soll auch der Bebauungsplan nichts ändern.

Drei Ausschussmitglieder sehen das anders und favorisieren einen Anschluss ohne die Hausherrn durch Gebühren zu belasten. Alle weiteren Beschlüsse zu den Einwendungen wurden einstimmig getroffen. Ebenso der Billigungsbeschluss und der für die erneute Auslegung.

Da das Verfahren bisher als konfliktträchtig eingestuft wurde, will man einen Konsens mit der Gewobau suchen, denn ihr sind die nun erfolgten Einschränkungen ihrer Bauidee noch nicht bekannt. "Sie hat aber nun eine verbindliche Aussage", hob Matthias Götz hervor.