Gut gerüstet kann Bürgermeister Marco Trautner (CSU/FWW) in das Koordinierungsgespräch gehen, das demnächst im Landratsamt anberaumt ist. Dort treffen sich Vertreter der Förderkulisse des Bundes für Bäder und die Kommunale Allianz Egloffstein-Gräfenberg-Wiesenttal, der bis zu 3,8 Millionen Euro für die Sanierung der drei Schwimmbäder zugesagt worden sind. Der Marktgemeinderat stimmte einhellig den von Claus Kalb und Jürgen Schönfelder entwickelten Sanierungsplänen zu. Besucher aus Egloffstein begleiteten die Debatte.

Seit rund zehn Jahren ist die aufwendige Sanierung des Streitberger Schwimmbades im Gespräch, war aber ohne Fördermittel nicht zu realisieren. Nur der Umkleidetrakt im Süden wurde hergerichtet.

"Abgeprallt wie Mücken"

2018 bewarb sich Wiesenttal zusammen mit Egloffstein und Gräfenberg schon einmal beim Bundesförderprogramm, kam aber nicht zum Zug. Auch beim bayerischen Pendant "prallten wir ab wie Mücken an der Wand", beschrieb Trautner den damaligen Frust. Erst als der Bund sein Programm stark erweiterte, wurden die Fränkische-Schweiz-Gemeinden berücksichtigt.

Kern der Sanierung des denkmalgeschützten Familienschwimmbads ist der Austausch des Beckens. Die zwei Fachleute rieten zu einem Becken aus Edelstahl. Es sei zwar rund 100 000 Euro teurer als ein Betonbau, habe aber eine Lebenserwartung von gut 50 Jahren, und vor allem fielen viel weniger jährliche Wartungsarbeiten an.

Diese Maßnahmen sind geplant

Die Größe des Beckens muss erhalten werden. Deshalb werden zwei abgegrenzte 25-Meter-Bahnen geschaffen und mittig durch einen Steg Schwimmer- und Nichtschwimmerbereich getrennt. Von Westen her soll der Nichtschwimmerbereich stufenlos tiefer werden. Westlich des Beckens soll das Planschbecken für die Kleinsten errichtet werden. Dieses wird auf die Mitte zu bis zu 30 Zentimeter tief. Um die beiden Becken herum wird die Umgebung nach dem Stand der Technik neu hergerichtet. Wichtig ist den Streitbergern dabei ein direkter Zugang vom Kassenbereich zur Wiesent, ohne den Badebereich zu berühren. Die Gebäude zwischen den zwei Türmen im Westen werden Eingangsbereich und Technik beherbergen. Schönfelder schlug vor, eines der alten Umkleideabteile zu erhalten. Auch ein Lagerraum für den Förderverein könnte dort Platz finden. Bei diesem Gebäudetrakt ist die Dacheindeckung zu erneuern.

"Das ist unsere letzte Möglichkeit, das Bad zu erneuern", betonte Trautner. - "Die letzte, aber größte Chance", ergänzte Gerhard Kraus (BGS).

Das Konzept ist in Zusammenarbeit mit dem Schwimmbad-Förderverein entstanden und verzichtet auf zu viele Spaßelemente. Denn es ist allen daran gelegen, dass die Kinder der Gemeinde und auch die der Gäste schwimmen lernen können.

Die aktuelle Kostenberechnung

"Das Schwimmbad bereichert die Gemeinde", betonte Claudia Hohe, Vorsitzende des Vereins. Touristen schätzten es, auch wenn sie in diesem Jahr aufs Lagern an der Wiesent ausweichen mussten.

"Die Zahlen sind ernüchternd, aber sie sind unsere Leitplanken", kommentierte Trautner die aktualisierte Kostenberechnung. Das Edelstahlbecken mit der nötigen Bädertechnik kommt auf rund eine Million Euro. Das Planschbecken soll 150 000 Euro kosten und der Umbau des bestehenden Gebäudes rund 350 000 Euro. Die Planer haben in den Voranschlag viel hineingerechnet, selbst eine Solarbeckenheizung und Kassenautomaten. Letztlich summiert sich das Ganze auf 2,2 Millionen Euro. Dazu bekommt Wiesenttal 1,3 Millionen Euro Bundesförderung. Das ergibt rechnerisch einen Eigenanteil von rund 900 000 Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei Spenden und weitere Fördermittel wie solche für den denkmalschützerischen Mehraufwand.

Die Planer wiesen darauf hin, dass einiges zuerst weggelassen werden könnte, wie eine Rutsche, und manches auch in Eigenleistung geschehen könne. Der Förderverein sagte seine Bereitschaft bereits ausdrücklich zu.