Viel Frischluft und noch mehr Sportsgeist wehte am vergangenen Wochenende durch die Räume des Fitness- und Gesundheitsstudios Avangard8 in der Daimlerstraße. Einen ganzen Tag, also 24 Stunden lang, wurde hier für einen guten Zweck gesportelt - selbstverständlich unter Einhaltung der aktuell geltenden Hygienevorschriften - , hieß es doch, Spendengelder zu sammeln. Diese werden dem Kinderpalliativteam des Universitätsklinikum Erlangen zugutekommen.

Eingeladen hierzu hatte das Lions Hilfswerk Forchheim e.V. in Zusammenarbeit mit dem Rotary Club Forchheim. Dass die "24 Stunden von Forchheim" auch überregionalen Anklang fanden, bewiesen zum Beispiel Jacqueline Lettau aus Bamberg und Anton Roth aus Fürth. Unter Anleitung von Trainer Yannick Reinlein tüftelten sie gleich zum Auftakt am Samstag ihren individuellen Fitnessparcours aus. "Wir probieren einfach alles einmal durch", sagte Jacqueline Lettau gut gelaunt, "schließlich zählt ja alles, ob nun gestemmte Hanteln oder gelaufene Kilometer."

Sponsoren zahlen nach Leistung

Wolf-Laurin Schmidt, Leiter des Gesundheits- und Fitnessstudios Avangard8, freute sich über die vielen Sportbegeisterten, die sich zu dieser Benefizveranstaltung angemeldet hatten. Allein am Samstag hatten rund 100 Personen einen oder auch gleich mehrere Zeitfenster gebucht. Die individuellen Leistungen, die die Teilnehmer beim Indoor-Cycling, Laufen, Cardio-, Zirkel- und Freihanteltraining oder auch auf der Yoga-Matte erbrachten, wurden in einem persönlichen Erfassungsbogen aufgenommen und bewertet. Daran knüpfte sich auch das Sponsoring an, bei dem einer oder mehrere Sponsoren einen bestimmten Geldbetrag spendeten, abhängig von der Leistung "ihres" Sportlers.

Die Spenden gehen an das Kinderpalliativteam der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikums Erlangen, das in der Region Oberfranken und Mittelfranken tätig ist. In einer eng aufeinander abgestimmten, multiprofessionellen Zusammenarbeit werden hier Kinder und Jugendliche, deren Leben durch eine Krankheit begrenzt wird, umfassend und aktiv betreut. "Außerdem werden explizit auch deren Familien miteinbezogen", erklärte Chara Gravou-Apostolatou, Funktionsoberärztin und Palliativmedizinerin an der Kinder- und Jugendklinik des Universitätsklinikum Erlangen.

Ziel der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung - kurz SAPPV - ist es, die Versorgungskette auch außerhalb des Klinikums nicht abreißen zu lassen, sondern den Kindern in der Lebenszeit, die ihnen verbleibt, ein möglichst hohes Maß an Lebensqualität zu ermöglichen. Beispielsweise übernimmt das Team - ausgerichtet an den individuellen Bedürfnissen und Ressourcen der jungen Patienten und ihrer Familien - die Organisation und Koordination der Versorgungsmaßnahmen, macht Hausbesuche oder gibt pflegerische Beratung und Anleitung.

"Oft übersteigt der Bedarf jedoch die Versorgungsleistungen, die unser Gesundheitssystem bereithält. Daher sind wir immer sehr dankbar, wenn im Rahmen einer Benefizveranstaltung wie dieser an uns gedacht wird", so Gravou-Apostolatou. "So können weitere Projekte entwickelt und finanziert werden, die das Augenmerk auf die gesamte Familie des kranken Kindes richten."

Politiker werden selbst aktiv

Dass das Kinderpalliativteam dabei nur eines der vielen kleinen Rädchen im umfassenden Versorgungs- und Betreuungssystem sei, wollte der Bayerische Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz, Thorsten Glauber (FW), so nicht stehen lassen. Als Mitglied des Lions Club war er der Einladung zur Teilnahme an der Benefizveranstaltung gerne gefolgt. "Jeder, der einen Angehörigen bis zu dessen Lebensende begleitet hat, weiß, wie unschätzbar wertvoll palliative, unterstützende Angebote sind, gerade auch, wenn es sich um kranke Kinder und Jugendliche handelt. Hier wird Enormes geleistet", betonte er in der Eröffnungsrede.

Glauber ließ es sich nicht nehmen, seinen Teil zur Benefizveranstaltung beizutragen; am Sonntagvormittag schwang er sich ebenfalls auf den Indoor-Fahrradsattel.

Michael Hofmann, CSU-Abgeordneter des Bayerischen Landtages, Bürgermeister Udo Schönfelder (CSU) sowie einzelne Stadträte hatten die Einladung zur Veranstaltung ebenfalls angenommen. Sie zeigten sich hier angesichts des geballten sportiven Engagements zuversichtlich. Michael Hofmann verriet in diesem Zuge, dass er sich zu Hause auch einen kleinen Fitnessraum mit einem Rudergerät einrichten möchte. "Allerdings habe ich aus meinem heimischen Fitnesskellerraum natürlich keine so wunderbare Aussicht", sagte er augenzwinkernd und wies auf die großen Panoramafenster des Avangard8, die einen weiten Blick über die Dächer Forchheims bis zum Walberla freigeben.

Viel Geld ist zusammengekommen

Zum Ende der Veranstaltung am Sonntag war die Bilanz positiv. "Alle haben sich mächtig ins Zeug gelegt", freute sich Leiter Wolf-Laurin Schmidt. "Die Streckenmesser der Indoor-Cycling-Geräte zeigen neue Rekordwerte an, und die Laufbänder sind im wahrsten Sinne des Wortes heißgelaufen." Michael Zentgraf, Präsident des Lions Club Forchheim, sprach allen Sponsoren seinen herzlichen Dank aus: " Ihr Engagement hat es möglich gemacht, dass umgerechnet rund 5.000 Euro an sportlicher Leistung erbracht wurden, die nun in Spendengelder umgesetzt und dem Kinderpalliativteam des Erlanger Universitätsklinikums übergeben werden können."

Weitere Aktionen sollen folgen

"Dieser Veranstaltung sollen noch weitere gemeinsame Aktionen folgen", betonten Zentgraf und Stefan Alexander, Präsident des Rotary Club Forchheim. "Dabei möchte ich auch die junge Generation erreichen", führte Zentgraf weiter aus. "In diesem Fall bietet das Avangard8 für eine Benefizveranstaltung einen sehr stimmigen Rahmen. Mit dieser Veranstaltung wird auch unsere Leitidee verdeutlicht: Wir wollen in unserer Region gemeinsam füreinander da sein."