Die Halle ist riesig; der Kran an der Decke hebt 32 Tonnen. Große Maschinen werden aufgestellt. Sieht alles so was, als würde demnächst hier eine industrielle Produktion starten. Dennoch entsteht im Aischpark kein weiterer metallverarbeitender Betrieb. Die Firmen GLM und Inex aus Grefrath sind dabei, ihre Ausstellungsräume für Werkzeugmaschinen einzurichten.
Die Firma Inex für Südbayern und GLM für den Raum vom Niederrhein bis nach Franken vertreiben CNC-Werkzeugmaschinen des südkoreanischen Konzerns Doosan, Maschinen für die mechanische Bearbeitung von Werkstoffen. Der Schwerpunkt ist die Metallbearbeitung von Stahl über Messing bis zu Legierungen, aber auch von Kunststoffen. "Manchmal fliegen bei uns auch die Späne", versucht Vertriebsleiter Ludger Köster den Zweck der Halle bildlich zu beschreiben.
"Wir vertreiben Maschinen, die universell einsetzbar sind", erklärt Köster.
Die Fachnamen lauten Drehzentren, Langdrehmaschinen, Bearbeitungszentren, NC-Bohrwerke oder Portalfräsmaschinen (mit zehn Metern Fräslänge). Die Größen sind dementsprechend unterschiedlich. In der Halle steht ein "Monster". Es wiegt 23 Tonnen, kann man vom Typenschild ablesen. Öffnet man die Türe des abgeschlossenen kastenförmigen Geräts, verbirgt sich im Arbeitsbereich ein Stahlstück von gut drei Metern Länge. Das hat selber auch ein Gewicht von etlichen Tonnen.
In Ausstellungsvitrinen dagegen liegen ganz feine - oft asymmetrische - Teile, wenige Zentimeter im Durchmesser, mit feinsten Aussparungen oder Gewinden. Sogar ein richtiges Kunstwerk ist zu sehen: ein feinziseliertes Relief einer künstlerischen Darstellung aus Aluminium.
"Das ist ein Beispiel aus dem Formenbau", erklärt der Vertriebsleiter. "Es ist eine Negativform zur Herstellung eines Massenprodukts aus Kunststoff." An ihm erläutert er auch, was GLM bzw. Inex ihren Kunden aus der Fertigungsindustrie bieten: Der Kunde kommt mit einem Plan, einer Zeichnung des Werkstücks, das er fertigen soll. Die Anwendungstechniker im Haus erarbeiten mit ihm ein Muster des künftigen Produkts. "In einem Arbeitsgang können die Doosan-Maschinen mit bis zu fünf Achsen das Metall bearbeiten, Drehen und Fräsen in einem."
Die Techniker entwickeln für den Kunden den künftigen Arbeitsprozess. Aus dem Herstellungsprozess, besonders auch der Zeitdauer, kann der Kunde dann die Fakten für seine Kalkulation ableiten und danach ein Angebot an seinen Kunden abgeben. Und entweder die bei ihm laufende Maschine einstellen (lassen) oder die passende erwerben.
"In dieser Straße haben wir schon einige Firmen beliefert", merkt Köster mit einem Blick aus dem Fenster an. Das sei aber keineswegs der Grund gewesen, sich in Höchstadt anzusiedeln.
Die Ausstellungshalle samt Büros hat schon einen gewissen Flächenbedarf. Hinzukommt aber noch der Raum für die Zufahrt von schweren Lastwagen. In Höchstadt gab es ein Grundstück der benötigten Größe. "In Sichtweite der Autobahn", denn die Kunden kommen aus dem ganzen bayerischen und hessischen Raum. Kunden aus dem nordwestdeutschen Raum dagegen können das Gegenstück zum Höchstadter Haus in Grefrath bei Krefeld besuchen.
"Doosan ist einer der größten Hersteller von Werkzeugmaschinen weltweit. Das ist aber nur eine Sparte des Multi-Konzerns", sagt Köster noch über den Maschinenhersteller. Führend sei er auch auf dem Gebiet der Meerwasserentsalzungsanlagen und in seiner Sparte Heavy Industries für riesige Schiffsmotoren oder Grubenbagger.