Glückliches Vestenbergsgreuth! Aufgrund ihrer Einnahmen aus der Gewerbe- und Einkommensteuer kann die Marktgemeinde ruhig in die Zukunft blicken. Der Haushalt des laufenden Jahres, der in der Gemeinderatssitzung am Montagabend einstimmig beschlossen wurde, kommt trotz kräftiger Investitionen ohne Kreditaufnahme aus.

Kämmerer Tobias Weiß spricht denn auch in seinem Vorbericht von einem "problemlosen Haushalt mit angemessener Investitionstätigkeit". Wie im vergangenen Jahr hat er die Einnahmen aus der Gewerbesteuer wieder mit zwei Millionen Euro angesetzt. Das ist nach den Worten von Bürgermeister Helmut Lottes (CSU/UB) "das normale Niveau". Tatsächlich gingen 2019 aber mehr als drei Millionen Euro an Gewerbesteuer ein. Auch von Corona sei bislang nichts zu spüren. Sehr gut für eine nur 1559 Einwohner zählende Gemeinde erscheinen mit 940 000 Euro auch die Einnahmen aus der Einkommensteuer.

Die Gemeinde tut aber auch viel, um es ihren Einwohnern, Neubürgern und Touristen in Vestenbergsgreuth so angenehm wie möglich zu machen. Darauf zielen besonders die großen Baumaßnahmen ab, die der Gemeinde am Rande des Steigerwalds nicht nur ein attraktives Gesicht geben, sondern auch eine Vielzahl an Freizeitmöglichkeiten bieten. Zur bereits fertigen Mehrfachhalle gesellt sich bald schon ein Mehrgenerationenhaus. Davor entsteht eine Außenanlage, die zum geselligen Treff werden soll.

Schaukelweg wird erweitert

800 000 Euro sind im aktuellen Haushalt für das Mehrgenerationenhaus eingeplant. Weitere 400 000 Euro für den Vorplatz, der bald schon zu Bewegung wie auch zur Beschaulichkeit einladen soll. Hinzu kommt der Schaukelweg, der mit knapp 500 000 Euro in diesem Haushalt weiter verfolgt wird. Der Auftrag für eine weitere Schaukelweg-Station in Dutendorf wurde in der Sitzung vergeben.

All diese Großmaßnahmen hätte die Gemeinde jedoch nicht ohne hohe Zuschüsse finanzieren können, so der Bürgermeister. Alle möglichen Quellen wie die Städtebau- und die Naturparkförderung, der Fischereifonds und weitere Mittel aus dem europäischen Topf wurden angezapft. Durch den Zusammenschluss mit Nachbargemeinden zum "Ortsverbund Mittlere Aisch/Östlicher Steigerwald" werden auf die Maßnahmen der Städtebauförderung Zuschüsse in Höhe von 60 Prozent erwartet.

Als weiteres Vorhaben steht die notwendige Sanierung der Kläranlage an. 265 000 Euro hat der Kämmerer dafür in den diesjährigen Etat eingestellt. "Der Hauptanteil kommt erst 2021", erklärt Lottes zu der auf fast vier Millionen Euro geschätzten Kläranlagensanierung.

All diese Großinvestitionen kann Vestenbergsgreuth ohne Kreditaufnahme schultern. Allerdings muss die Gemeinde tief in die eigenen Rücklagen greifen. 2,3 Millionen lagen zu Beginn des Haushaltsjahres auf der hohen Kante. Im nächsten Jahr werden sie nahezu aufgebraucht sein.

Sehr niedrig sind auch die Schulden der Gemeinde. Läuft alles planmäßig - was aufgrund des bereits fortgeschrittenen Jahres zu erwarten ist - werden sie Ende 2020 bei 296 Euro pro Kopf der Bevölkerung liegen. Bis 2023 sollen sie sogar noch auf 230 Euro reduziert werden. "Wir versuchen weiter solide zu wirtschaften und vorsichtig zu kalkulieren. Bei all dem werden wir unsere Zukunftsaufgaben und Ausgaben im Auge behalten", betonte Lottes.