Der Landfrauenchor des Landkreises Erlangen-Höchstadt feierte im Gasthaus Süß in Buch sein 40-jähriges Bestehen. Eine besondere Ehre wurde dabei Eleonore Marabini zuteil, die den Chor über 30 Jahre leitete, sie wurde zur Ehrenchorleiterin ernannt. Gleich zu Beginn des Abends erinnerte Vorsitzende Hildegard Menzel an das Gründungsmitglied Babette Roderus: "Sie hat sich so auf den heutigen Abend gefreut, die Bärbel, aber es war ihr nicht mehr gegönnt, mit uns zu feiern, sie starb vor fünf Tagen", bat die Vorsitzende um eine Gedenkminute für die langjährige aktive Sängerin.

Im Saal des Gasthauses Süß, in dem der Landfrauenchor seit 1985 seine wöchentlichen Proben abhält, ließen die Vorsitzende und Chormitglieder die wichtigsten Stationen des Chores wieder lebendig werden. Beim Festabend wurde der gesamte Landfrauenchor von allen Grußrednern mit großem Lob überschüttet.

Applaus als Motivation

Die Mitglieder des Landfrauenchor leisten Unglaubliches, so die Grußwortredner. Und das in ihrer Freizeit. Sie nutzen die Gelegenheit, ihr Lebensumfeld aktiv mitzugestalten, und tragen dazu bei, das Leben in den Gemeinden und im Landkreis attraktiver zu machen. "Sie haben in den letzten 40 Jahren unzählige Stunden ihrer Freizeit geopfert und sich ehrenamtlich vorbildlich engagiert. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zu der Erhaltung und Pflege der bäuerlichen Kultur und des regionalen Liedgutes", erklärte Landrat Alexander Tritthart (CSU) unter Beifall der Gäste.

Hildegard Menzel erläuterte: "Wir, die Sängerinnen des Chors möchten mit unserem Gesang die Menschen unterhalten und erfreuen. Der Spaß am Singen in der Gemeinschaft hält uns zusammen und der große Applaus nach einem gelungenen Auftritt motiviert uns auch für die Zukunft." Dass dies über 40 Jahre gelang, wurde bei den Grußworten ebenso deutlich wie an der sichtbaren Freude der Sängerinnen am Singen mit ihrer Dirigentin Sandra Haagen. Musikalisch gestaltet wurde der Festabend vom Landfrauenchor selbst und von der Chorgemeinschaft Falkendorf/Kriegenbrunn unter der Leitung von Karl Wieser.

Der Landfrauenchor Erlangen-Höchstadt wurde am 22. Januar 1979 gegründet. Gründungs- und Probeort war das evangelische Gemeindehaus in Höchstadt.

Wöchentliche Proben

Die Funktion der Vorsitzenden übernahm nach den Richtlinien des Bayerischen Bauernverbandes Kreisbäuerin Käthe Macieja-Hieronymus aus Frimmersdorf und am Dirigentenpult stand die Frau des evangelischen Pfarrers, Brigitte Kögel. Zum Rückblick gehörte auch ein Gedicht mit zwölf Strophen, dass Georg Volland zum Gründungstag verfasste: "Um deutsches Kulturgut zu erhalten, wie unsere Volkslieder, die alten, kamen Frauen zusammen in gemütlichen Runden, von überall her zu den Gesangsstunden." In dem Gedicht beschrieb der Verfasser die Gründungsversammlung ebenso wie die wöchentlichen Proben, bei denen es neben dem Singen auch immer viel zu erzählen gibt, aber auch das Kulinarische nicht zu kurz kommt.

Der Chor tritt auf vielen Veranstaltungen des Bayerischen Bauernverbandes und des bäuerlichen Berufsstandes, aber auch bei Weihnachtskonzerten, dem Landkreissingen, Gruppenkonzerten oder bei Ständchen auf. Als einen Höhepunkt bezeichnete die Vorsitzende jedes zweite Jahr, nämlich die Einladung zum Bayerischen Landfrauenchöretreffen mit seinen 66 Landfrauenchören, das jeweils ein anderer Landkreis und sein Landfrauenchor ausrichten.