So gehäuft wie in diesem Jahr traten Archäologen in Herzogenaurach bislang eher nicht auf. Es gab mehrere Gründe, bei Bauarbeiten genauer hinzuschauen und Relikte der Vergangenheit zu sichern.

Im Mittelpunkt stand und steht weiterhin freilich die Großbaustelle Rathaus. Wenn das Areal rund ums Schloss betroffen ist, dann muss es zweifellos Spuren geben, die auf die mittelalterliche Vergangenheit von Uraha zurück deuten. Und so waren die Grabungen auch durchaus mit Ergebnissen versehen, wenn es auch keine überraschenden Entdeckungen gab.

Den Bergfried der Burg, als Vorgänger vom Schloss, hat man gefunden, respektive das Funddament des Gemäuers. Spuren der Ringmauer sind aufgetaucht. Ebenso ein mittelalterlicher Graben. Und eine Brücke, die vom Steinweg einst über den Schlossgraben in die Altstadt führte. Die Restaurierung des Seelhauses am Kirchenplatz hat das Fundament eines weit älteren Gebäudes offenbart. Und das Fundament der frühen Kirchenmauer, die das Gelände dort umgab. Hinter dem Türmersturm fanden sich bei einer privaten Kanalbaustelle Spuren der Stadtmauer aus dem 15. Jahrhundert. Und zu all den Steinen gab es bei allen Funden noch jede Menge Keramik aus längst vergangener Zeit. Vieles wurde also gefunden und sollte noch entdeckt werden, solange die Altstadt-Baustellen andauern. Nur ein Rätsel bleibt bisher ungelöst. Spuren des legendären Königshofes haben sich bis dato nicht gefunden.